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  • 05.01.2009 15:32

Ein Rennfahrertraum: Jörg Müllers Wunschkurs

Einmal Streckenarchitekt spielen und einen eigenen Kurs kreieren - BMW Fahrer Jörg Müller puzzelte sich seine persönliche Lieblingsstrecke zusammen

(Motorsport-Total.com) - Jörg Müller zählt zu den erfahrensten Piloten der Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC. Bereits in den vergangenen drei Jahren kämpfte der Deutsche für das BMW Team Germany um WM-Punkte. Auch in der Europameisterschaft ETCC heimste er zwischen 2002 und 2004 Sieg um Sieg ein. Dass sich ein Rennfahrer, der auf EM- und WM-Niveau insgesamt 21 Triumphe gefeiert hat, auf jeder Strecke zurechtfindet, versteht sich von selbst. Allerdings gibt es auch für Müller gewisse Kurse, die ihn besonders faszinieren.

Jörg Müllers Traumstrecke

So sieht sie also aus - die ultimative Rennstrecke nach BMW Pilot Jörg Müller Zoom

"Eine Strecke muss von allem etwas bieten", beschreibt er seine Kriterien. "Es werden immer mehr Retorten-Kurse gebaut und das geht meist zu Lasten der Faszination. Die interessantesten Strecken sind jene, die nicht am Reißbrett entstanden sind." So überrascht es kaum, dass sich Müller auf Traditionskursen am wohlsten fühlt. Die Nürburgring-Nordschleife zählt deshalb ebenso zu seinen Favoriten wie der "Circuit de Spa-Francorchamps".#w1#

Fuchsröhre bis Rascasse - reichlich Kontraste

Aber: Auf einer Strecke, die ihn von der Startlinie bis zur Zieldurchfahrt begeistert, ist selbst der Routinier noch nicht angetreten. Müller: "Die perfekte Rennstrecke existiert leider nicht. Es sind immer einzelne Abschnitte von bestehenden Kursen, die faszinierend sind." Was passiert also, wenn man all diese faszinierenden Passagen zu einem Rundkurs verbindet? "Dann wäre dies eine Strecke der Superlative", meint Müller - und ist auf den Geschmack gekommen. Der BMW Pilot hat sich als Architekt versucht und seinen Traumkurs gestaltet...

Jörg Müller

Jörg Müller und seine Traumstrecke: Viel Geschichte und jede Menge Action Zoom

Müllers virtueller Kurs beginnt mit der 'Fuchsröhre' und somit einem Steckenteil der legendären Nordschleife. "Ein extrem schöner Abschnitt auf der wohl schwierigsten Strecke der Welt", kommentiert der 39-Jährige seine Auswahl für die Startpassage, welcher mit der '130R' aus Suzuka allerdings noch eine "immens schnelle Kurve" voransteht, die dem Fahrer "alles abverlangt." Vom fernen Japan geht es danach ans Mittelmeer - nach Monaco.

"Stadtkurse gefallen mir sehr. Ganz klar also, dass Monaco bei meiner Traumstrecke nicht fehlen darf", meint Müller und fügt seiner persönlichen Traumrennstrecke die Passagen um 'Schwimmbad' und 'Rascasse' an, die alljährlich für spektakuläre TV-Aufnahmen verantwortlich zeichnen. Nicht weniger aufregend gestaltet sich der 'Erste Pflanzgarten' der Nordschleife, wie der WTCC-Pilot aus Erfahrung weiß.

"Man springt und muss eigentlich in der Luft vom Gas gehen. Danach kommt direkt eine schnelle Rechtskurve", erläutert Müller - doch das Kontrastprogramm lässt freilich nicht lange auf sich warten und zeigt sich in Form der berüchtigten 'Blanchimont' aus Spa-Francorchamps. "Diese ganz schnelle Linkskurve macht einfach großen Spaß", meint Müller, der seinem Fantasiekurs eine weitere Besonderheit anhängt.

Spa-Francorchamps und Suzuka als Vorbilder

Alljährlich trifft sich die Tourenwagenwelt in Macao, wo auf einem der schwierigsten Stadtkurse der überhaupt das große Saisonfinale steigt. Müller hat dort schon mehrfach gewonnen - sowohl im Tourenwagen als auch im Formel-3-Renner - und ist nachhaltig begeistert vom 'Guia Circuit': "Solch eine Strecke könnte man heute ganz sicher nicht mehr bauen. Die Leitplanken kommen bedrohlich nahe."

Jörg Müller

Müller in Macao: Kaum ein Rennfahrer war auf dem 'Guia Circuit' erfolgreicher Zoom

Als "sehr interessant" bezeichnet der ehemalige Vizeweltmeister der WTCC die 'S-Kurven' aus Suzuka: "Wenn man die erste Kurve falsch erwischt, ist man am Ende komplett verloren" - doch nicht auf Müllers Traumstrecke, denn dort schließt sich das Motodrom von Hockenheim an. "Dort habe ich zu Formel-3000-Zeiten einen der beeindruckendsten Momente auf einer Strecke erlebt", sagt Müller rückblickend.

"Ich kam aus dem Wald heraus, und Tausende von Menschen jubelten mir zu und winkten mit deutschen Fahnen." Statt mit Vollgas über Start und Ziel würde der 39-Jährige auf seinem Wunschkurs allerdings in die wohl berühmteste Senke des Motorsports eintauchen: 'Eau Rouge'. Müller: "Diese Stelle ist legendär. Gerade dieser Charakter einer Berg- und Talbahn ist eine Herausforderung."

Den Abschluss der Runde bildet die vor wenigen Jahren neugestaltete 'Final Chicane' von Magny-Cours, wo dem Fahrer noch einmal höchste Konzentration abverlangt wird. "Diese Passage sieht zwar wenig spektakulär aus, aber das Auto steht dort halb in der Luft und das Material wird enorm belastet", merkt Müller an. "Es macht Spaß, so über die Kerbs zu räubern" - und so viele herrliche Streckenabschnitte in einem einzigen Kurs zusammenzufassen...

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