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WEC Monza 2022: Glickenhaus-Drama, Alpine-Sieg, Aston-Martin-Überschlag

Alpine besiegt Toyota in Monza dramatisch - Großes Pech bei Peugeot und Glickenhaus - Ferrari vs. Porsche eskaliert - Aston-Martin-Überschlag

(Motorsport-Total.com) - Der Alpine #36 (Negrao/Lapierre/Vaxiviere) hat ein dramatisches WEC-Rennen in Monza vor den beiden Toyotas gewonnen. Die Entscheidung fiel auf dramatische Weise in den letzten 90 Minuten: Der grandfathered LMP1 lag nach dem vorletzten Stopp auf Rang drei, ganz knapp hinter den Toyotas.

Matthieu Vaxiviere

Alpine hat sich bei der WEC in Monza durchgesetzt Zoom

Nachdem erst die #8 (Buemi/Hartley/Hirakawa) nach rundenlangem Rad-an-Rad-Kampf fällig war, schnappte sich die Alpine-Truppe auch die #7 (Conway/Kobayashi/Lopez). Auf der Start-Ziel-Geraden kam es bei rund 300 km/h zur Kollision, was den Hinterreifen am Toyota bei Topspeed aufschlitzte. Kamui Kobayashi hatte große Mühe, das Auto zu halten.

Das gelang dem Japaner, jedoch wurde er von der Rennleitung als Verursacher der Kollision ausgemacht und mit einer Stop-and-Go-Strafe von 90 Sekunden belegt. Es wurde P3. In der letzten Stunde lautete der Kampf um den Sieg somit: Alpine #36 gegen Toyota #8. Die Franzosen ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

Für Alpine ist es der zweite Saisonsieg nach dem Erfolg bei den 1.000 Meilen von Sebring. In der WM bauen Andre Negrao, Nicolas Lapierre und Matthieu Vaxiviere die Führung auf das Toyota-Trio Sebastien Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa wieder aus.

Glickenhaus: Nach Halbzeit ist alles aus

Die erste Rennhälfte gehörte jedoch klar der Glickenhaus-Mannschaft: Romain Dumas münzte die Pole am Start umgehend um und setzte sich in Front. Anschließend war kein Kraut gegen den 007 LMH #708 (Pla/Dumas/Derani) gewachsen. Das Trio baute bis zur Halbzeit ein Polster von bis zu 50 Sekunden auf die Verfolger auf.


WEC 6h Monza 2022: Rennhighlights

Die besten Szenen von den 6 Stunden von Monza, dem vierten Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2022

Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Weil Pipo Derani in einer Full-Course-Yellow zu schnell unterwegs war, musste Glickenhaus zu einer Durchfahrtsstrafe antreten. Das war zunächst jedoch nicht möglich, da der Überschlag des TF-Sport-Aston-Martin #33 (Keating/Chaves/Sörensen) eine Safety-Car-Phase auslöste. Erst nach der Rennfreigabe konnte die Strafe abgesessen werden. Glickenhaus verlor dadurch die Führung.

Wenige Minuten später war das Rennen endgültig gelaufen: Der 007 LMH gab deutliche Rauchzeichen von sich, weshalb das Auto in die Garage geschoben werden musste. Wenig später gab Glickenhaus wegen eines Schadens am Turbo das endgültige Aus bekannt.

Auch Peugeot musste beim ersten Einsatz mit dem 9X8 viel Lehrgeld zahlen. An der #93 (di Resta/Jensen/Vergne) streikte immer wieder die Technik. Schon früh im Rennen blieb Mikkel Jensen stehen und löste damit eine Full-Course-Yellow aus. Und auch die #94 (Duval/Menezes/Rossiter) kam nicht problemlos über die Runden. Am Ende fehlten der #94 25 Runden nach ganz vorne.

LMP2-Feld an der Spitze lichtet sich

In der LMP2-Klasse sortierte sich das Feld an der Spitze ebenfalls durch Defekte und Zwischenfälle aus. Der United-Autosports-Oreca #22 (Hanson/Albuquerque/Owen) lag aussichtsreich, leistete sich jedoch mehrere Ausritte und eine Runde im Schleichtempo. Beim WRT-Oreca #31 (Gelael/Frijns/Rast) beklagte man ein Leck im Kühlsystem.

Der Prema-Oreca #9 (Kubica/Deletraz/Colombo) und der Richard-Mille-Oreca #1 (Wadoux/Chatin/Milesi) nahmen sich durch eine Kollision in der ersten Schikane jegliche Chancen. Und der Jota-Oreca #28 (Rasmussen/Jones/Aberdein) flog in der letzten Stunde nach einem Missverständnis im Verkehr in der zweiten Lesmo-Kurve ab.

Den LMP2-Sieg in Monza schnappte sich letztlich der WRT-Oreca #41 (Andrade/Habsburg/Nato), knapp vor dem Jota-Oreca #38 (Gonzalez/Felix da Costa/Stevens) und dem Vector-Sport-Oreca #10 (Müller/Cullen/Bourdais).

Erbitterter Kampf Ferrari vs. Porsche in GTE Pro

In der GTE-Pro-Kategorie führte der Weg zum Sieg nur über Ferrari, die das Geschehen vor heimischem Publikum dominierten. Alles sah nach einem Doppelsieg mit der #51 (Pier Guidi/Calado) vor der #52 (Molina/Fuoco) aus, doch AF Corse stellte sich selbst ein Bein.

Wegen eines technischen Vergehens bei einem Boxenstopp - in diesem Fall wurden die Daten nicht wie vorgeschrieben an die Rennleitung übermittelt - mussten Pier Guidi/Calado eine Stop-and-Go-Strafe von fünf Sekunden absitzen. Das Duo fiel auf Platz vier zurück. Ein Splash zwei Minuten vor Schluss für beide Fahrzeuge brachte Molina/Fuoco um den Sieg.

Die Corvette #64 (Milner/Tandy) staubte ab und brachte den Überraschungserfolg vor dem Ferrari #52 ins Ziel. Pier Guidi/Calado kämpften in der letzten Rennstunde wie die Löwen und fochten zusammen mit dem Porsche-Duo Christensen/Estre in der #92 einen erbitterten Kampf um den letzten Platz auf dem Siegertreppchen aus.

Pier Guidi und Estre fuhren sich immer wieder in die Kiste, ehe sich der Italiener letztlich durchsetzte. Der Ferrari-Pilot fuhr Platz drei nach Hause, während Estre wegen mehrfacher Berührungen mit seinem Kontrahenten eine Durchfahrtsstrafe erhielt. Das Porsche-Lager reist mit den Plätzen vier und fünf in der Tasche vom 6-Stunden-Rennen in Monza ab.

Böser Überschlag in der GTE Am

Trotz aller Dramen und Wendungen, das Bild des Rennens lieferte in Monza die GTE-Am-Kategorie: Rund eineinhalb Stunden waren vergangen, da sorgte Henrique Chaves im TF-Sport-Aston-Martin #33 (Keating/Chaves/Sörensen) für einen großen Schockmoment.

Der Wagen flog bei der Anfahrt zur zweiten Schikane mutmaßlich wegen eines Bremsdefekts ab. Das Auto traf die Baguette-Kerbs seitlich und wurde dadurch ausgehebelt, die Folge war ein heftiger Überschlag. Chaves konnte eigenständig aussteigen und wurde im Medical-Centre untersucht, wo keine Verletzungen festgestellt wurden.

Auf der Strecke bestimmten vor allem zwei Fahrzeuge den Kampf um den Sieg: Die Iron Dames im #85 (Frey/Gatting/Bovy), die mit ihrer Pole am Samstag WEC-Geschichte schrieben, und der Dempsey-Proton-Porsche #77 (Ried/Priaulx/Tincknell). Letzterer setzte sich trotz eines kurzen Splashs in der Schlussphase durch.

Die Langstrecken-WM begibt sich nach dem vierten Rennen der Saison 2022 in eine zweimonatige Pause. Am 11. September geht es mit den 6h von Fuji weiter.

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