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Warnschuss der Hersteller: WEC soll kostenlos zu sehen sein

Audi, Porsche und Toyota formulieren Protestnote an die WEC-Offiziellen: Livetiming und Livestream sollen bald wieder kostenlos zu bekommen sein

(Motorsport-Total.com) - Die Macher der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) haben am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz die neue WEC-App vorgestellt, mit der Fans ab sofort alle Rennen live verfolgen können. Das Tool, das für iOS- und Android-Geräte zum Download zur Verfügung steht, hat jedoch einen großen Haken: Wer wirkliche Liveinhalte sehen möchte, muss 20 Euro für sieben Rennen bezahlen. Die 24 Stunden von Le Mans kosten noch einmal zehn Euro extra.

Mechaniker Audi

Bis hierher und nicht weiter: Die Hersteller feuern gegen den Promoter Zoom

Dass ein Promoter für besondere Zusatzinhalte ("Second Screen") ein wenig Geld verlangt, ist nicht weiter ungewöhnlich. Im Fall der WEC fehlen jedoch die Alternativen, denn man verlangt auch auf der Homepage für den bislang immer kostenlosen Livestream ab sofort Geld. Noch schlimmer: Wer beides nutzen möchte (App und Internetstream) muss zweimal bezahlen. Die Sechs-Stunden-Rennen der Weltmeisterschaft werden in diesem Jahr also nicht mehr kostenlos zu sehen sein. Viele Fans haben ihren Unmut darüber bereits deutlich zum Ausdruck gebracht.

Auch die LMP1-Hersteller wurden von der neuen Strategie der WEC überrascht. Niemand war vor dem Start in das Silverstone-Wochenende informiert worden. Bei Audi, Porsche und Toyota will man den neuen Weg nicht akzeptieren. Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' haben die drei Werke gemeinsam eine Protestnote verfasst und diese am heutigen Ostersonntag an die WEC-Verantwortlichen geschickt. Man bringt darin sehr deutlich zum Ausdruck, dass man mit den aktuellen Entwicklungen nicht einverstanden ist.

Hersteller machen Druck auf WEC-Macher

Die Hersteller fordern die Promoter um WEC-Boss Gerard Neveu unmissverständlich auf, zeitnah Lösungen zu präsentieren, damit die Szene von den vielen Fans bald wieder kostenfrei verfolgt werden kann. Die Verantwortlichen von Audi, Porsche und Toyota werden offenbar auch ihre Vorstände von den aktuellen Entwicklungen in Kenntnis setzen. Die Werke sind sauer - und nicht zu knapp. Der "Shitstorm" der vergangenen Tage hat deutlich gemacht, dass die WEC-Fans dringend eine kostenfreie Lösung brauchen.

In den vergangenen Jahren hatte nicht nur die WEC selbst einen kostenlosen Livestream angeboten, sondern auch Audi versorgte die Fans mit entsprechenden Inhalten auf der eigenen Motorsport-Webseite. Dies ist nun vorbei. Die Ingolstädter mussten plötzlich feststellen, dass sie den Stream nicht mehr anbieten dürfen, weil die WEC die Rechte an den Livebildern verkauft hat. "Um die Exklusivität zu gewährleisten, müssen wir für die anderen Kanäle Geld nehmen", sagt Neveu auf Nachfrage.


Das Qualifying aus Silverstone

Zu Beginn des Jahres hatte sich ein solches Szenario aus Sicht der Hersteller angedeutet, aber die Signale waren im April doch wieder andere. Auf konkrete Anfrage eines Herstellers, ob es auch 2014 einen kostenlosen Stream für Fans geben werde, bekam man am 3. April die Antwort: Ja, der kostenfreie Stream wird auch in diesem Jahr auf der WEC-Webseite zu sehen sein. Nun ist aber doch alles ganz anders. Warum? Weil WEC-Macher, IMG und Co. mit der aufstrebenden Serie schnelles Geld verdienen wollen.

Eine weitere Entwicklung, die den Werken übel aufgestoßen ist: Kurz vor Veröffentlichung der neuen App bot man den Herstellern für schlappe 250.000 Euro ein Branding an, damit diese das Tool als eigene WEC-App vertreiben können. Alle LMP1-Verantwortlichen lehnten erstaunt und entschieden ab. Mit den neuen Bezahlinhalten haben sich die Promoter nun den Zorn der Hersteller eingehandelt. Audi, Porsche und Toyota werden nicht lockerlassen, bis die WEC-Fans wieder kostenfrei Rennen schauen können. Nur so ist es möglich, den aktuellen Aufschwung der Serie auch mit einer Erweiterung der Fanbase zu verbinden.

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