• 12.07.2014 12:11

"Ich geb Gas": So wird ein Erdgas-Rennwagen betankt

Von der mobilen Tankstelle in den Kraftstoff-Behälter: Wie ein Erdgas-Rennwagen betankt wird und warum umweltfreundliche Antriebe immer relevanter werden

(Motorsport-Total.com) - Tankdeckel auf, Zapfhahn rein und volltanken. So macht das jeder Autofahrer. Und auch auf der Rennstrecke muss Kraftstoff nachgefüllt werden. Mal mit Hightech-Anlagen, wie sie bis 2009 in der Formel 1 verwendet wurden, mal mit Tankkannen, wie sie die meisten Breitensport-Rennserien oder auch NASCAR einsetzen. Es geht aber auch ganz anders. Das zeigt der Volkswagen Scirocco-R-Cup.

Titel-Bild zur News: Scirocco, Gazprom, Erdgas

Mobile Tankstelle: Hier erhalten die Autos des Scirocco-Cups ihre Erdgas-Tankfüllung Zoom

Die 230 PS starken Fahrzeuge dieser Meisterschaft verfügen über einen umweltfreundlichen Antrieb: Als Kraftstoff dient ihnen das Erdgas vom russischen Energiekonzern Gazprom. Dieses Erdgas verfügt über einen speziellen Methan-Gehalt und ist damit perfekt auf die Volkswagen-Motoren unter der Scirocco-Motorhaube abgestimmt. Doch der Weg des Kraftstoffs in den Motor ist ungewöhnlich.

Nicht etwa die Mechaniker sorgen für die Betankung der Fahrzeuge. Und sie tun es auch nicht in der Boxengasse. Denn im Fahrerlager findet sich ein mobiler Tanklastwagen. Dort wird der umweltfreundliche Kraftstoff mit einem Druck von 200 bar in die Tanks der Autos gepumpt. Ein Tankvorgang dauert so nur eine Minute. Und schon ist das nächste Auto dran.

3,5 Tonnen Erdgas für ein komplettes Starterfeld

Insgesamt 3,5 Tonnen Erdgas führt der Tanklastwagen an jedem Rennwochenende des Volkswagen Scirocco-R-Cup mit sich. Diese Menge reicht aus, um das komplette Starterfeld von über 20 Fahrzeugen mit Kraftstoff zu versorgen. Genau wie an diesem Wochenende auf dem Moscow Raceway unweit der russischen Hauptstadt. Für Gazprom sind die Rennen dort also das "Heimspiel".

Doreen Seidel, Scirocco, Gazprom

Playmate Doreen Seidel posiert im Cupauto an der mobilen Gazprom-Erdgas-Tankstelle Zoom

"Die Russen lieben Motorsport. Und der Bedarf an alternativen Kraftstoffen wird weiter steigen", sagt Mirco Hillmann von Gazprom Germania. "Wir freuen uns, das weltweit einzige Erdgas-Marken-Rennen auf dem Moscow Raceway präsentieren zu dürfen. Das Rennen im populären Umfeld der DTM bietet uns eine attraktive Plattform, um das Thema Erdgas-Mobilität weiter voranzubringen."

Dass sich Volkswagen und Gazprom damit am Puls der Zeit bewegen, zeigen die jüngsten Zahlen aus des Kraftfahrt-Bundesamts: 2013 wurden demnach 50 Prozent mehr Erdgas-Fahrzeuge zugelassen als im Jahr davor. Und alleine im ersten Quartal 2014 absolvierten 2.100 neue Erdgas-Autos ihre ersten Fahrten auf deutschen Straßen. Dies entspricht einem Zuwachs von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Trend, der anhalten wird, blickt Hillmann voraus. Er sagt: "Wir gehen fest davon aus, dass der Bedarf an umweltschonenden Kraftstoffen weiter steigen wird." So baut Gazprom sein Tankstellennetz aus und plant bis Ende 2015 den Betrieb von mehr als 35 Erdgastankstellen in Deutschland. Der Volkswagen Scirocco-R-Cup will genau das unterstreichen. Oder wie es Ex-Skispringer und Scirocco-Gastpilot Sven Hannawald ausdrückt: "Diese Rennserie zeigt, dass sich Leistungsstärke, Umweltfreundlichkeit und Emotionen nicht ausschließen."


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