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WSBK Portimao: Rea in eigener Welt, Bradl stürzt

Jonathan Rea fährt am Samstag einem ungefährdeten Sieg entgegen - Stefan Bradl wirft mögliches Spitzenergebnis weg - Leon Camier scheitert knapp am Podium

(Motorsport-Total.com) - Weltmeister Jonathan Rea entschied den ersten Lauf in Portimao klar für sich. Vom Start weg war der Sieg des WM-Leaders nicht gefährdet. Ducati-Pilot Chaz Davies kämpfte sich von Startplatz neun auf Position zwei vor und kassierte 20 wichtige Punkte für den Kampf um den Vizetitel. Markenkollege Marco Melandri rettete Platz drei und hielt sich MV-Agusta-Pilot Leon Camier vom Leib, der knapp am Podium scheiterte.

Jonathan Rea

Jonathan Rea war selbst überrascht, wie dominant er in Portimao ist Zoom

Der insgesamt 17. WSBK-Lauf auf dem Kurs an der Algarve war zumindest an der Spitze keine spannende Angelegenheit. Rea setzte sich beim Start gegen die beiden Milwaukee-Aprilias von Eugene Laverty und Lorenzo Savadori durch und enteilte dem Feld binnen weniger Kurven. Nach der ersten Runde betrug Reas Vorsprung 2,2 Sekunden.

Hinter der Kawasaki mit der Startnummer 1 folgten nach dem ersten Umlauf Laverty, Savadori, Davies und Melandri. Honda-Pilot Stefan Bradl folgte hinter Xavi Fores (Barni-Ducati) auf Position sieben und mischte in der Startphase gut mit. Doch in Runde zwei war das Rennen des Deutschen vorzeitig beendet.

Bradl erneut Opfer der Elektronik?

Stefan Bradl

Aus in Runde zwei: Honda-Pilot Stefan Bradl sah die Zielflagge nicht Zoom

"Wir haben noch nicht die Daten ausgewertet. Ich hatte einen guten Start und ein gutes Gefühl. Ich war aggressiv unterwegs, aber aus irgendeinem Grund ist es mir hinten ausgebrochen und hat sich nicht mehr gefangen. Es war ein merkwürdiger Sturz, als ob das Hinterrad immer weiter durchgedreht hat", wundert sich Bradl im Gespräch mit 'ServusTV'.

"Es ist sehr, sehr schade, weil es gut gelaufen ist und ich gut mithalten konnte. Es war trotzdem eine ganz gute Anfangsphase, die ich schon lange nicht mehr so hatte. Von daher müssen wir das Positive mitnehmen. Gott sei Dank gibt es morgen noch eine zweite Chance", so Bradl.

Rea wie auf Schienen

An der Spitze drehte Rea einsam seine Runden und nahm etwas Tempo raus. Davies kämpfte sich binnen weniger Umläufe auf Position zwei vor und setzte sich vom restlichen Feld ab. In der Verfolgergruppe steigerte Melandri den Druck auf Laverty und zog schlussendlich vorbei. Dahinter zog Camier mit seiner MV Agusta in die Top 5 ein.

In der Yamaha-Box mussten die Mechaniker und Manager mit ansehen, wie Alex Lowes die Kontrolle über seine R1 verlor und ein gutes Ergebnis wegwarf. Teamkollege Michael van der Mark behielt die Nerven und durfte sich über ein Top-5-Ergebnis freuen. Die beiden Aprilias von Laverty und Savadori verloren im finalen Renndrittel viel Zeit und wurden durchgereich. Ioda-Aprilia-Pilot Leandro Mercado stürzte und rutschte aus den Punkten.

An der Spitze waren die Positionen bezogen. Camier setzte Melandri unter Druck, konnte den Routinier aber nicht mehr einfangen. Rea feierte den zehnten Saisonsieg und baute den Vorsprung auf 95 Punkte aus, da Teamkollege Tom Sykes verletzungsbedingt nicht an den Start gehen konnte.

Zehnter Saisonsieg und 95 Punkte Vorsprung

Jonathan Rea

Klarer WM-Leader: Titelverteidiger Rea ist weiterhin voll auf WM-Kurs Zoom

"Das Wochenende war bisher insgesamt sehr positiv. Wir haben das Motorrad im Vergleich zum Test kaum verändert. Ich konnte an mir arbeiten. Das war positiv", berichtet Rea. "Ich hatte einen sehr guten Start. Ich holte das Maximum aus den Reifen heraus. Nachdem ich fünf Sekunden Vorsprung hatte, wollte ich das Rennen verwalten. Selbst gegen Rennende hatten wir noch etwas in Reserve."

"Das Fahren macht hier so viel Spaß. Mir ist bewusst, dass das nicht normal ist", betont Rea, der in der Meisterschaft nun kaum noch einzuholen ist. Um Platz zwei wird es aber noch spannend, denn Davies holte 20 Punkte auf Sykes auf und hat nun nur noch 15 Punkte Rückstand auf seinen Landsmann.

Davies rätselt trotz Platz zwei

Chaz Davies

Chaz Davies ist mit sich und seiner Ducati Panigale unzufrieden Zoom

"Es war das Maximum, was heute möglich war", bedauert der Ducati-Werkspilot. "Johnnys Zeiten waren am kompletten Wochenende unerreichbar. Er kontrollierte das Rennen an der Spitze. Ich konnte nur noch ums Podium kämpfen. Ich rechnete nicht damit, dass ich mich so schnell vom restlichen Feld absetzen konnte."

"Ich freue mich über das Podium, aber ich hatte das Gefühl, nicht alles aus mir und aus dem Motorrad herausholen zu können", berichtet Davies. "Ich habe meinen Stil angepasst, doch es hat sich nicht auf die Rundenzeiten ausgewirkt. Wir müssen uns das für das morgige Rennen anschauen."

Melandri wirkte nach dem Rennen erschöpft. "Es war richtig schwierig, weil ich zu Beginn kaum Haftung hatte", erklärt der Italiener. "Das Motorrad war sehr instabil, weil wir so wenig Haftung hatten. Ich versuchte, härter zu bremsen, doch dadurch wurde es noch schlimmer. Ich hatte das Gefühl, nicht hart genug zu pushen, doch jedes Mal, wenn ich härter pushte, unterlief mir ein Fehler."

Der zweite Lauf in Portimao wird am Sonntag um 16:00 Uhr gestartet.

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