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  • 01.04.2024 10:57

  • von Roland Hildebrandt

Vergessene Studien: Opel Astra OPC X-treme (2001)

Die seligen Zeiten von OPC sind bei Opel schon länger vorbei - Vor über 20 Jahren zeigte die Marke den krassesten Astra OPC

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Erinnern Sie sich noch an den Opel Astra G von 1998? Ein millionenfach gebauter, solider Kompaktwagen, meist ohne hervorstechende Reize. Dafür qualitativ ein Sprung nach vorne, anfangs war der G sogar vollverzinkt. Aber es durchaus reizvolle Varianten wie das Cabrio und Coupé, beide von Bertone entworfen. Und den bis zu 200 PS starken OPC.

Titel-Bild zur News:

Opel Astra OPC X-treme (2001) Zoom

Doch es gab noch ein viel heißeres OPC-Eisen, das leider ein Einzelstück blieb. Auf der IAA 2001 überraschte Opel mit dem Astra OPC X-Treme. Eine 326 kW (444 PS) starke Flügeltürer-Studie mit 530 Nm Drehmoment, die eine Spitzenbeschleunigung von null auf 100 km/h in 3,9 Sekunden versprach. Halleluja.

Der Astra OPC X-Treme sah nicht nur wie ein DTM-Rennwagen mit Straßenzulassung aus, er war es praktisch auch. Der voll fahrfähige, handgefertigte Prototyp basierte nicht auf dem serienmäßigen Astra Coupé, sondern auf dem Chassis und Antriebsstrang eines in der DTM eingesetzten Opel Astra V8 Coupé der Saison 2000. Ungefähr die Hälfte der Teile soll aber geändert worden sein.

Damals wurde Opel mit Manuel Reuter Vize-Meister, bis 2003 war die Marke mit dem Astra in der DTM aktiv. Mit der beim Opel Performance Center (OPC) entwickelten Studie wollte Opel die Synergie zwischen Motorsport und Serie aufzeigen: "Mit diesem Hightech-Sportler wollen wir mal zeigen, was wir wirklich können." wird Volker Strycek zitiert.

Der vorne eingebaute 4,0-Liter-V8 des Astra OPC X-treme stammte vom Cadillac-Northstar-Motor ab und trieb die Hinterräder an. Das sequenzielle, unsynchronisierte Sechsganggetriebe war an der Hinterachse (Transaxle) platziert und mit dem Differential in einem Gehäuse vereint. Die Karosserie bestand aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und saß auf einem Gitterrohrrahmen. Stoßdämpfer und Stabilisatoren des Fahrwerks waren einstellbar, die Räder vorne und hinten einzeln an Doppelquerlenkern aufgehängt.

Änderungen gegenüber dem DTM-Rennwagen betrafen vor allem die mit Bremsscheiben aus kohlenstofffaserverstärktem Verbundmaterial und Sechskolbensätteln ausgestatteten Bremsen, außerdem hatte der Astra OPC X-treme eine modifizierte Abgasanlage mit Schalldämpfern. Frontspoiler und Heckflügel wurden für die straßenzugelassene Version ebenfalls angepasst. Ein Antiblockiersystem oder Fahrdynamikregelung (ESP) gab es nicht.

Das Interieur bestand aus Alcantara und gebürstetem Aluminium. Als einzige Komponente aus dem Großserien-Programm von Opel wurde das Airbag-Lenkrad aus dem Opel Speedster übernommen. Anders als in der DTM hatte der X-treme Räder in der Dimension 9×20 und 11×20 mit Reifen der Größe 265/30 ZR 20 und 305/25 ZR 20.

Opel Astra OPC X-treme (2001)

Opel Astra OPC X-treme (2001) Zoom

Die Höchstgeschwindigkeit liegt, abhängig von der gewählten Übersetzung, zwischen 310 und 330 km/h, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h bei 3,9 Sekunden. Der Verbrauch sollte bei "deutlich unter zwanzig Liter" liegen.

Nach der Premiere gab es laut Opel zehn Blindbestellungen sowie viele Kundenanfragen. Eine Million D-Mark sollte der Wagen kosten - lebenslange Wartung inklusive. Doch es kam anders. Der erste Pressetag der IAA 2001 war der 11. September. Plötzlich geriet die Weltwirtschaft in den Krisenmodus, auch Opel stellte Projekte wie den X-Treme auf den Prüfstand. Inzwischen ist sogar das Kürzel OPC Geschichte: Sportlichster Astra ist zur Zeit der GSe mit 225 PS starkem Plug-in-Hybrid.


Fotostrecke: Opel Astra OPC X-treme (2001)

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Quelle: Opel

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