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  • 18.01.2022 · 12:41

  • von Khalil Bouguerra

Vergessene Studien: Der Bugatti von Walter de Silva (1999)

Im Jahr 1999 begann Bugatti mit der Arbeit an seinem ersten Hypercar - Neben anderen Projekten wurde auch dieses kuriose Konzept in Betracht gezogen.

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Heute ist Bugatti der Inbegriff von Luxus und Geschwindigkeit. Die Hypercars der französischen Marke werden von VIPs aus aller Welt begehrt, die sich sogar darum bewerben, ein Modell in limitierter Auflage oder ein Einzelstück in ihrer Garage zu haben.

Bugatti by Walter de Silva (1999)

Bugatti by Walter de Silva (1999) Zoom

Im Jahr 1998 war die Situation etwas anders. Damals war das Unternehmen gerade in den Orbit des Volkswagen-Konzerns eingetreten und wusste noch nicht, welche Zukunft es in den kommenden Jahren erwarten würde.

Eine neue Identität

Die ersten Früchte der neuen Ausrichtung von Bugatti waren zwei Konzepte. Das erste war der EB 118, der auf dem Pariser Autosalon 1998 vorgestellt wurde. Einige Monate später, auf dem Genfer Autosalon 1999, wurde dann der EB 218 präsentiert. Beide Studien waren superstarke Flaggschiff-Limousinen mit futuristischen Linien. Aber die beiden Projekte wurden schnell auf Eis gelegt.

Das Management von Bugatti änderte seinen Kurs zugunsten von ultrasportlichen Modellen mit Mittelmotor. Mit dieser Idee im Hinterkopf bat Hartmut Warkuss (seinerzeit VW-Kreativchef) seine Designer, sich die Bugattis der Zukunft vorzustellen. Im Nachhinein könnte man sagen, dass die Ergebnisse dieses Denkprozesses die wahren "Vorläufer" des Veyron und des Chiron waren.

Die Ursprünge des Veyron

Auf der Frankfurter IAA 1999 wurde dann die Studie EB 18/3 Chiron vorgestellt, die aus der Zusammenarbeit zwischen dem Volkswagen-Designstudio und ItalDesign entstanden ist. Der EB 18/4 Veyron wurde ein halbes Jahr später in Genf vorgestellt. Dabei handelte es sich um eine stilistische Weiterentwicklung des vorherigen Prototyps und die Mutter des Veyron.


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Eine Zeit lang konkurrierte der von Warkuss selbst entworfene EB 18/4 aber mit Modellen von Giugiaro und Walter de Silva (damals Designer bei Seat). Erst ein paar Jahre später veröffentlichte eine italienische Zeitschrift Skizzen und Renderings von de Silvas Version.

Dieses Konzept unterschied sich wesentlich von dem des EB 18/4 und wies noch rundere Linien auf. Die Idee des Designers war es, sich von den ikonischen Bugattis aus den 1930er-Jahren inspirieren zu lassen und den Kühlergrill und die Leuchten modern zu interpretieren. Die Proportionen und die charakteristische "C"-Silhouette der Seiten wurden jedoch als Schlüsselelement des Projekts beibehalten.

Wie die Geschichte zeigt, wurden diese Entwürfe nie verwirklicht. Denn de Silva hatte mehr Erfolg mit den Konzepten Audi Pikes Peak Quattro und Audi Le Mans Quattro - den Vorläufern des Q7 und des R8. Was aber wäre passiert, wenn Bugatti einen anderen Designvorschlag bevorzugt hätte? Wahrscheinlich werden wir nie eine wirkliche Antwort auf diese Frage erhalten.

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