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  • 15.01.2019 09:17

Vergessene Studien: Das Renault Concept 900 (1959) vertauschte vorne und hinten

Ende der 50er-Jahre arbeitete Renault an einem Familienauto mit verbesserter Alltagstauglichkeit. So entstand das Concept 900 - mit einem V8-Motor im Heck

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Ende der 50er-Jahre suchte Renault nach einem Nachfolgemodell für die Frégate, eine Limousine der oberen Mittelklasse, die es damals bereits seit fast zehn Jahren gab. Es entstanden mehrere originelle Lösungen, darunter das Concept 900, den wir dieses Mal in unserer Reihe "Vergessene Studien" vorstellen.

Name: Renault Concept 900
Premiere: 1959
Besonderheit: Durch das Vertauschen von vorne und hinten wurde der Einbau eines V8 möglich.

Der Konstrukteur, Fernand Picard, wollte die drei Jahre zuvor entstandene Designstudie der Dauphine weiterentwickeln. Er hatte ein Familienauto mit möglichst großem Innenraum im Sinn. So konzipierte er den Wagen als Kombi und vertauschte dann vorne und hinten. Vor allem platzierte Picard den Motor im Heck. Der 90-Grad-V8 hatte einen Hubraum von nur 1,7 Liter und entwickelte gerade mal 80 PS. Im V des Aluminium-Motors befanden sich sowohl die Ansaugrohre als auch die Abgasauslässe. Der Doppelvergaser kam von Solex oder Weber.

Der Motor wurde bei den beiden hergestellten Prototypen unterschiedlich platziert. Beim ersten Exemplar wurde er im hinteren Überhang eingebaut, davor befand sich der Kofferraum. Um die Alltagstauglichkeit zu verbessern, konnte man die Rückbank zum Einladen des Gepäcks verschieben. Der zweite Prototyp übernahm die Heckantriebs-Lösung der Dauphine, bei der der Motor hinter den Rücksitzen oberhalb des Getriebes platziert war, während sich der Kofferraum im hinteren Überhang befand.

Aber nicht nur das Konzept war einzigartig, auch die Plattform war es. Obwohl der Wagen von der Dauphine inspiriert war, wurde das Chassis eigens für das Concept 900 entwickelt. Wegen der verschiedenen Motorpositionen gab es mehrere Karosserieversionen. Die erste stammte vom Turiner Karosseriebauer Ghia, die zweite vom französischen Designer André Daniel. Schließlich konzipierte Robert Barthaud noch eine dritte Version, einen Fastback mit einem viel stärker geneigten Heckfenster.

Das Auto ist in vielerlei Hinsicht innovativ. Es hat eine Aluminiumkarosserie, die ein Gewicht von etwa einer Tonne ermöglicht. Die Lenksäule ist verstellbar, wodurch der Fahrer beim Einsteigen mehr Platz hat. Trotz aufwendiger Erprobung im Testzentrum in Lardy (30 Kilometer südlich von Paris) gelang es Renault nie, das Concept 900 sicher genug zu machen. Das lag vor allem daran, dass sich die Vordersitze direkt über der Vorderachse befanden.

Die Studie wurde von Designern erdacht, denen es vor allem um etwas Innovatives ging. Von der Serienproduktion hatten sie keine genauen Vorstellungen und sie besaßen auch kein Lastenheft. So ging die Entwicklung nie über die Designstudie hinaus. Schließlich konzipierte Renault die Estafette, den ersten Lieferwagen der Marke.

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