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Renault 20/30 (1975-1984): Kennen Sie den noch?

Doppelt gemoppelt: 1975 brachte Renault die Typen 20 und 30 auf den Markt - Sie unterschieden sich nur beim Motor - Heute sind beide Autos fast vergessen

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Man kennt Sie. Und irgendwie auch wieder nicht. Die Rede ist nicht von den eigenen Nachbarn, sondern von Autos, die so unauffällig blieben, dass sie heute nur eingefleischte Fans noch kennen. Solche Modelle müssen nicht zwangsläufig zu Lebzeiten Flops gewesen sein.

Aber sie liefen unter dem Radar des gewöhnlichen Autokäufers. In unregelmäßiger Folge wollen wir ab sofort unter dem Titel "Kennen Sie den noch?" Old- und Youngtimer aus dem Nebel des Vergessens holen.

Als Flop können der Renault 20 und 30 nicht betrachtet werden. Zwischen 1975 und 1984 entstanden insgesamt 782.734 Fahrzeuge, wobei der Löwenanteil auf den 20er entfiel. Und trotzdem wären beide Modelle heutzutage perfekte Fluchtfahrzeuge, weil sie sich kaum ins Gedächtnis einbrennen.

Biedere Erscheinung, großzügiger Kofferraum

Werfen wir einen Blick zurück: Vor 45 Jahren kommen der Renault 20 und der Renault 30 auf den Markt. Beide teilen sich eine 4,52 Meter lange Karosserie mit Schrägheck, was zwar zeitgeistig ist, aber zumindest in der oberen Mittelklasse ungewöhnlich wirkt. Die Wahl eines solchen Designs mag darauf zurückzuführen sein, dass der Renault 20 dem R 16 nachfolgt, der das Schrägheck mit Erfolg populär machte.

Renault 20

Renault 20 Zoom

Doch 1975 bleibt das Auge nirgendwo mehr hängen, spontan fühlt man sich an den VW Passat oder den späteren Audi 100 Avant erinnert. Noch am auffälligsten sind die unten in der Griffmulde montierten Klapptürgriffe.

Dabei bieten der Renault 20 und 30 praktische Qualitäten: Eine große Heckklappe, eine längs verschiebbare Rückbank und bis zu 1.550 Liter Kofferraum. Doch äußerlich deutet beim Renault 30 wenig auf einen "Wagen für viel fahrende Manager und Unternehmer" hin, wie die deutsche Pressemappe vollmundig verkündet.

Ölkrise macht aus V8 einen V6

Lediglich die Doppelscheinwerfer und mehr Chrom heben ihn vom Renault 20 ab. Inklusive sind zudem elektrische Fensterheber vorne, die Servolenkung und eine Zentralverriegelung.

Und sein Motor: Als erstes Serienmodell der Firmengeschichte bekommt der Renault 30 einen V6-Benziner mit zunächst 131 PS. Beim ab 1978 verfügbaren Einspritzer sind es 143 PS. Das 2,7-Liter-Aggregat geht als "PRV-Motor" in die Annalen ein.

Als Gemeinschaftsentwicklung von Peugeot, Renault und Volvo (daher die Buchstaben) war ein V8 geplant, der nach der Ölkrise 1973 zwei Zylinder verliert. Bis 1998 wird der kompakte V6 gebaut, er kommt auch in Fahrzeugen wie dem DeLorean DMC-12 zum Einsatz.

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Weitaus profaner sind die Vierzylinder des Renault 20: Sie reichen von 1,7 Liter und 90 PS bis zu 115 PS aus 2,2 Liter Hubraum. 1979 debütiert im R 20 der erste Pkw-Diesel von Renault (man ließ sich viel Zeit ...) mit 64 PS Leistung. 1982 wird Renault hingegen zum Vorreiter. In der 20/30-Baureihe gibt es den weltweit ersten Turbodiesel mit Ladeluftkühler in einem Pkw. Dieser kommt auf 85 PS.

Ebenfalls im Jahr 1982 landet der unauffällige Renault 20 einen weiteren Coup: Die Brüder Masseau gewinnen mit einem R 20 Turbo 4x4 die Rallye Paris-Dakar. Etwa zur gleichen Zeit tröpfeln in Rumänien eine Handvoll der großen Fließheck-Fahrzeuge vom Band. Als Dacia 2000 machen sie die kommunistischen Top-Funktionäre inklusive Diktator Ceausescu mobil.

Gut 75.000 Renault 20 und 30 schafften es in die Bundesrepublik. Übrig geblieben sind kaum welche: Gerade einmal drei (!) Exemplare listet eine bekannte Gebrauchtwagenbörse auf. Die Automobilgeschichte kann manchmal sehr ungnädig sein.

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