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  • 17.07.2022 · 11:10

  • von Roland Hildebrandt

Oldtimer: Die 10 beliebtesten Modelle 2022

Der Bestand von Pkw mit H-Kennzeichen ist 2022 um 10 Prozent gestiegen - Die Marke Mercedes dominiert, eine Baureihe überholt sogar den Käfer

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Immer mehr Oldtimer bevölkern unsere Straßen: In Deutschland waren am 1. Januar 2022 rund 648.000 Pkw mit H-Kennzeichen oder mit der Emissionsklasse 0098 angemeldet. Das ergab eine aktuelle Auswertung des Oldtimer-Bestandes in Deutschland durch den Verband der Automobilindustrie (VDA) und die BBE Automotive GmbH auf Grundlage von Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA).

Mercedes-Benz hat bei den Oldtimer-Zulassungszahlen klar die Nase vorn

Mercedes-Benz hat bei den Oldtimer-Zulassungszahlen klar die Nase vorn Zoom

Damit stieg der Bestand von Pkw mit H-Kennzeichen sowie Emissionsklasse 0098 im Vergleich zum 1. Januar 2021 um rund 10 Prozent von 584.476 auf 648.365 Einheiten. Doch eine Altblech-Lawine droht nicht: Nur gut ein Prozent des Bestandes sind alte Autos.

Zwar ist ein Mindestfahrzeugalter von 30 Jahren Voraussetzung für ein H-Kennzeichen, doch nicht alle Autos, die älter als 30 Jahre sind, tragen tatsächlich ein solches. Die Quote beläuft sich zum Stichtag 1. Januar 2022 auf 57,3 Prozent. Damit ist die H-Kennzeichen-Quote - obgleich die absolute Zahl der Einheiten gestiegen ist - gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken (seinerzeit 59,4 Prozent).

Ein Grund: Immer jüngere Autos aus den 1980er-Jahren erobern die Gunst des Oldtimer-Nachwuchses. Je nach Hubraum lohnt sich dort oft kein H-Kennzeichen, zumal mit werksseitigem Katalysator. Zugleich zeigt die Top 10, dass bisherige Evergreens wie der VW Käfer ihre Fan-Basis ausgereizt haben. Die "Generation Golf" lässt grüßen.

Die KBA-Daten beinhalten rund 56.000 Fahrzeugtypen. Bei den Einzelmodellen führt die Rangliste der Fahrzeuge mit H-Kennzeichen dennoch weiterhin mit Abstand der VW Käfer mit 43.193 Fahrzeugen an. Kein Wunder bei über 21 Millionen gebauten Exemplaren. Zudem erlangte der Käfer recht schnell Kultstatus. Doch die weiteren Zahlen zeigen deutliche Verschiebungen zugunsten jüngerer Modelle. Und zwar alle von deutschen Marken.

In der Zusammenführung aus den Fahrzeugtypen ergeben sich die Top 10 wie folgt: Die Liste führen die Mercedes-Benz Limousinen (W 123, E-Klasse) mit 43.562 Fahrzeugen (H-Kennzeichenquote 61 Prozent) an. Sie liegen damit knapp vor dem VW Käfer mit 43.193 Fahrzeugen (H-Kennzeichenquote 78 Prozent). Die reinen Mercedes-Modelle vom Typ W 123 betragen rund 17.000 Pkw, der Anteil der neueren Limousinen stellt also die Mehrheit dar.


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Auch das wundert nicht, ist doch der W 123 mit gut 2,7 Millionen Exemplare das meistgebaute Modell der Marke. Zudem war auch er schon früh ein Publikumsliebling der Altblech-Fraktion.

Es folgen auf dem dritten Platz die allgegenwärtigen VW Busse mit 29.238 Fahrzeugen (H-Kennzeichenquote: 59 Prozent). Fast gleichauf liegen die Mercedes-Benz SL mit 29.210 Fahrzeugen (H-Kennzeichenquote 81 Prozent) auf Rang 4. Auf Platz 5 liegt der Porsche 911 (911/964/993) mit 21.774 Fahrzeugen und einer H-Kennzeichenquote von 84 Prozent.

Dicht dahinter finden sich die Mercedes-Benz S-Klasse mit 21.060 Fahrzeugen (80 Prozent mit H) und der VW Golf mit 20.483 Fahrzeugen und einer H-Quote von 26 Prozent. Hier sieht man gut: Großen alten Motoren nutzt das H-Kennzeichen, kleinen neuen Aggregaten nicht so sehr.

Die Top 10 komplettieren: die BMW 3er-Reihe mit 15.744 Fahrzeugen (H-Kennzeichenquote 38 Prozent), der Mercedes-Benz W 201 mit 13.861 Fahrzeugen (H-Kennzeichenquote 38 Prozent) und der Mercedes Strich-8 mit 8.599 Fahrzeugen. Er hat eine H-Kennzeichenquote von 83 Prozent.

Hinsichtlich der Marken führt in der Auswertung der mit H-Kennzeichen registrierten Fahrzeuge Mercedes-Benz mit 158.843 Einheiten. Das entspricht einem Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es folgen Volkswagen mit 125.438 Fahrzeugen (+ 10 Prozent), Porsche mit 43.261 Fahrzeugen (+ 13 Prozent), BMW mit 37.006 Fahrzeugen (+ 19 Prozent) und Opel mit 27.370 Fahrzeugen (+ 8 Prozent).

Bei der Betrachtung der Hersteller zeigt sich: 68 Prozent der Autos mit H-Kennzeichen tragen die Marke eines deutschen Herstellers, insgesamt rund 440.000 Einheiten. Das entspricht einem Plus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es folgen sehr deutlich dahinter Oldtimer aus den USA (8 Prozent) sowie aus England und Italien, die jeweils 7 Prozent am Bestand der Pkw mit H-Kennzeichen ausmachen.

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VDA-Präsidentin Hildegard Müller: "Der VDA setzt sich dafür ein, dass Oldtimer gleichberechtigt mit Nicht-Oldtimern auf öffentlichen Straßen unterwegs sein dürfen. Das muss - insbesondere in Anbetracht des Anteils von rund 1 Prozent am Fahrzeugbestand und der in der Regel sehr geringen Jahreslaufleistung - auch künftig möglich sein."

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