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  • 07.07.2022 · 13:28

  • von Roland Hildebrandt

90 Jahre Auto Union: Die Geburtsstunde der vier Ringe

Fast jeder kennt die vier Ringe als Markenzeichen von Audi: Doch ihre Wurzeln reichen noch viel länger zurück - Wir erzählen ihre Historie

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Es gehört im Automobilbereich zu einem der bekanntesten Markenzeichen: die vier Ringe von Audi. Doch wo liegt sein Ursprung und was bedeutet es überhaupt? Zum 90. Geburtstag des Logos werfen wir einen Blick zurück in die Vergangenheit.

90 Jahre Auto Union und Vier Ringe Zoom

1932 schließen sich am 29. Juni auf Initiative der Sächsischen Staatsbank die damaligen Audiwerke AG, die Horchwerke AG und die Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG (DKW) zur Auto Union AG zusammen. Gleichzeitig wird mit der Wanderer Werke AG ein Kauf- und Pachtvertrag zur Übernahme der Wanderer Automobilabteilung abgeschlossen; Sitz des neuen Konzerns ist Chemnitz, die Verwaltung befindet sich bis 1936 im DKW-Werk Zschopau.

Die Auto Union AG wird mit ihrer Gründung der zweitgrößte Kraftfahrzeugkonzern in Deutschland. Das Firmensignet zeigt vier ineinander verschlungene Ringe, die für die unauflösbare Einheit der vier Gründerfirmen stehen. Die Markennamen Audi, DKW, Horch und Wanderer behält das neue Unternehmen bei.

Autounion verfolgte damals schon Volkswagen-Strategie

Jede der vier Marken verantwortet innerhalb des Konzerns ein bestimmtes Marktsegment: DKW ist im Bereich Motorräder und Kleinwagen aktiv, Wanderer baut und vertreibt Automobile der Mittelklasse, Audi bringt Automobile im gehobenen Mittelklassesegment auf den Markt und Horch steht für die automobile Luxus- und Oberklasse.


Fotostrecke: 90 Jahre Auto Union: Die Geburtsstunde der vier Ringe

Damit greift die damalige Auto Union in gewisser Weise schon damals das heutige Konzept des Volkswagen-Konzerns auf. Die Werke der Auto Union befinden sich allesamt in Sachsen, die vier Marken gehen nach Kriegsende 1945 in unterschiedlichen neuen Betrieben auf. 1948 wird in Chemnitz die alte Auto Union AG gelöscht, ehemalige Mitarbeiter gründen in Westdeutschland die neue Auto Union GmbH.

In Düsseldorf und Ingolstadt geht es für die Marke DKW mit Motorrädern, Lieferwagen und Autos weiter. Doch im Laufe der 1950er-Jahre sinkt der Motorrad-Absatz rapide, auch die zweitaktenden Pkw verlieren an Zuspruch. 1958 wird die Zweirad-Produktion abgestoßen, ein Jahr später wird Daimler-Benz alleiniger Eigentümer der Auto Union. Der Auto Union 1000 wird zum einzigen Personenwagen, der je als "Auto Union" verkauft wird.

Recht schnell verliert Daimler-Benz das Interesse an der lahmenden Auto Union, deren letzter Zweitakt-Hoffnungsträger DKW F 102 floppt. Zum Jahreswechsel 1964/65 übernimmt Volkswagen die Regie in Ingolstadt und verpasst dem F 102 als erste Amtshandlung einen Viertakt-Motor. Das Resultat ist der "Audi", womit quasi nur noch einer der vier Ringe übrig ist.

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Endgültig gerettet wird Audi durch den 1968 vorgestellten 100, 1969 kommt die Marke NSU als inoffizieller "fünfter Ring" zur neuen Audi NSU Auto Union AG. Auch dank der Hilfe ehemaliger NSU-Ingenieure gerät der erste Audi 80 von 1972 mit seinem Frontantrieb zur Blaupause für VW Passat, Golf und Co., 1985 wird das Unternehmen zur schlichten "Audi AG".

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