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  • 09.08.2022 · 13:00

  • von Roland Hildebrandt

Auto-Neuheiten 1982: Ein besonderer Jahrgang

Vor 40 Jahren erblickten einige Autos das Licht der Welt, die den Markt revolutionierten und noch heute ziemlich modern wirken

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Die Jury beim "Auto des Jahres" 1983 dürfte keinen einfachen Job gehabt haben. Zu viele höchstmoderne Modelle waren im Vorjahr auf den Markt gekommen. Am Ende setzte sich der Audi 100 vor dem Ford Sierra und dem Volvo 760 durch. Wir blicken zurück auf 10 besondere Neuheiten von einst, die jetzt 40 Jahre alt werden.

Auto-Neuheiten 1982

Auto-Neuheiten 1982 Zoom

Audi 100 (C3)

Bereits das erste Fahrzeug aus unserer 1982er-Liste sorgte damals für Aufsehen. Die dritte Generation des Audi 100 unterschied sich vom Vorgänger so sehr wie Helmut Kohl von Helmut Schmidt. Große Glasflächen wie bei Kohls Brille und bündig eingepasste Scheiben sorgten bei der Basisversion des C3 für einen cW-Wert von nur 0,30.

Los ging es mit braven 75 und 90 PS, richtig Laune machten die Fünfzylinder ab 115 PS. Sie befeuerten auch die optisch modifizierte Topversion 200. Bis 1991 lief der C3 vom Band, gegen Ende seiner Karriere sorgte der 2.5 TDI für Aufsehen.

BMW 3er (E30)

Satte 2,34 Millionen Exemplare der zweiten 3er-Generation liefen zwischen 1982 und 1994 bei BMW vom Band. Dafür verantwortlich war die endlich vorhandene Vielfalt innerhalb der Baureihe: Limousine mit vier Türen, Kombi alias "Touring", Cabriolet, Motoren vom 316 bis zum M3 und sogar Diesel.

Sein zeitloses Design und der Kultfaktor durch die DTM-Rennwagen machen den E30 zum beliebten und inzwischen nur noch bedingt günstigen Oldtimer.

Cadillac Cimarron

So unbeholfen wie die deutsche Mannschaft bei der Fußball-WM 1982 wirkte der Cadillac Cimarron. Mit 4,51 Metern ungewöhnlich klein für US-Verhältnisse, steckte unter dem Blech ein Opel Ascona C. Kein Witz.

Der Cimarron war der erste Cadillac mit Vierzylindermotor seit 1914 und der erste mit serienmäßigem Schaltgetriebe seit 1953. Unter der Haube bemühte sich ein 1,8-Liter-Vierzylinder mit nur 89 PS. Dazu kam Frontantrieb. Mit dabei war ab Werk eine manuelle (!) Viergang-Schaltung, die jedoch oft durch eine Dreigang-Automatik ersetzt wurde.

Recht bald zeigten die Verkaufszahlen, wie sehr sich Cadillac verkalkuliert hatte, obgleich der Grundgedanke nicht verkehrt war. Mit knapp 26.000 Exemplaren war 1982 noch das beste Jahr des Cimarron, insgesamt entstanden bis 1988 exakt 132.499 Exemplare.

Chevrolet Camaro III

Nach 12 Jahren brachte Chevrolet 1982 einen neuen Camaro auf den Markt. Wie bei vielen US-Autos jener Tage zog auch hier beim Design eine kantige Sachlichkeit ein. Im Nachgang der zweiten Ölkrise wurde der Bruder des Pontiac Firebird (beide nutzten die gleiche F-Body-Plattform) kürzer und vor allem leichter.

Hinzu gesellte sich ein klar verbessertes Fahrwerk. Basismotorisierung war ein 2,5-Liter-Vierzylinder mit 90 SAE-PS. Darüber rangierten V6-Maschinen mit 2,8 und 3,1 Liter sowie zwei V8 mit 5,0 und 5,7 Liter Hubraum. Bis 1993 blieb die dritte Generation durchaus erfolgreich im Programm. Unser Foto zeigt das Pace Car der "Indy 500" anno 1982.

Citroen BX

Die einen setzten vor 40 Jahren auf Rundungen, während Citroen mit dem BX eines der eckigsten Autos des Jahrzehnts präsentierte. 1977 hatte die Entwicklung begonnen, das Design lieferte Marcello Gandini, zuvor bei Bertone tätig. Seit 1980 selbständig, hatte er einige seiner früheren Entwürfe für den BX wieder aufgegriffen.

Trotz vieler Gleichteile mit Peugeot begeisterte der BX mit seiner stets serienmäßigen Hydropneumatik. Motorenseitig punkteten besonders die Diesel, selten blieb der BX 4TC als Grundlage für eine Rallye-Version. 1985 ergänzte ein noch kantigerer Kombi das Programm, 1992 wurde der Xantia als Nachfolger gezeigt. Noch bis 1994 baute Citroen den BX, insgesamt entstanden über 2,3 Millionen Exemplare.

Ford Sierra

Ein bisschen Frieden? Nicht bei den arrivierten Ford-Taunus-Kunden, die mit dem fast futuristisch anmutenden Sierra als Nachfolger fremdelten. Er war optisch ein Quantensprung gegenüber dem recht biederen Vorgänger. Im Angebot waren zunächst Dreitürer, Fünftürer und Kombi. Erst zum großen Facelift 1987 schob Ford eine Stufenheck-Limousine nach.

Bei den Motoren reichte das Programm von schütteren 60 PS aus 1,3 Liter Hubraum für gewisse Exportmärkte bis hin zu V6-Motoren, die bereits ab 90 PS im Angebot waren. Jener 2.0 und auch der 2.3 entfielen aber bereits 1984. Neu zum Facelift war der 2.0 DOHC-Vierzylinder mit 120 PS. Bis zur Ablösung durch den Mondeo wurden global gut 2,7 Millionen Exemplare gebaut.

Mercedes 190 (W 201)

1982 sorgte die Neue Deutsche Welle für eine musikalische Revolution, bei Mercedes schockte der "Baby-Benz" 190 das Establishment. Chrom-verwöhnte Kunden monierten den allzu schmucklosen Auftritt der Baureihe 201. Ihre Entwicklung begann in den 1970er-Jahren, um ein verbrauchsärmeres Modell im Programm zu haben. Auch den US-Markt nahm Mercedes mit dem 190er ins Visier.

Das ungewöhnliche hohe Heck half der Aerodynamik, die Motorenpalette reichte bei den Benzinern von 90 bis zu 235 PS im wilden 2.5-16 Evo II. 1985 zwängte man im 2.6 sogar einen Sechszylinder in den engen Motorraum.

Nicht selten nagelte dort aber der OM 601-Diesel mit maximal 75 PS. Solide Qualität und wie beim 3er-BMW eine erfolgreiche DTM-Karriere machten den 190 berühmt. Bis 1993 entstanden 1,8 Millionen Stück der ausschließlich viertürigen Limousine. Dann kam die erste Mercedes C-Klasse.

Mitsubishi Starion

Turbo ist die dufte Sache der Achtziger, gleichzeitig drängen japanische Marken immer stärker auf den europäischen Markt. Um sich zu profilieren, bieten Nissan, Toyota und Co. fast allesamt auch Sportwagen an. Sie zeigen, was man in Fernost technisch drauf hat. Und das ist eine ganze Menge.

Nehmen wir etwa den Mitsubishi Starion, der die Themen Turbo, Japaner und feine Technik gekonnt miteinander kombiniert. Vor 40 Jahren kommt er auf den Markt, heute ist der Starion selbst unter Fans nicht sehr bekannt.

Optisch wirkt der keilformige und kantige Sportwagen wie aus einem Science-Fiction-Zeichentrick wie "Sable Rider" entsprungen. Der Name ist übrigens ein Kofferwort aus "Star of Arion", was sich wiederum auf griechische Mythik bezieht.

Opel Corsa A

Was lange währt, wird endlich gut: Jahre nach dem Ford Fiesta und dem VW Polo brachte Opel 1982 endlich seinen ersten Kleinwagen heraus. Trotz der Verspätung wurde der Corsa zum Erfolg. Extra für den neuen Kleinwagen baute man ein Werk dort, wo man die meiste Kundschaft erwartete: im spanischen Zaragoza. Nebenbei ließ sich der Corsa dort auch günstig produzieren.

Im April 1985 ergänzte Opel die Corsa-Palette um einen Fünftürer und den ungewöhnlichen TR mit Stufenheck. Die kleine Limousine war vor allem für Südeuropa gedacht, wo man sie auch heute noch manchmal sieht. Auf der IAA 1987 zeigte Opel den heißesten Corsa A: Der GSi holte 100 PS aus einem 1,6-Liter-Einspritzmotor. Klingt nicht viel, aber ein Corsa wog damals unter 800 Kilogramm.

Wie sein Rivale VW Polo lebte auch der Opel Corsa A länger als gedacht. Beide Modelle bekamen 1990 ein Facelift und verkauften sich auch dank der neuen Nachfrage in Ostdeutschland weiterhin gut. Erst Anfang 1993, nach rund 3,1 Millionen gebauten Exemplaren, fuhr der Corsa A in Rente.

Volvo 760

Mit dem 1982 eingeführten 760 gelang Volvo endgültig der Aufstieg in den kleinen Kreis der Hersteller feiner Prestigefahrzeuge. Und das, obwohl das hausintern entstandene Design wegen seiner Kantigkeit als "Swedish Brick" (schwedischer Ziegelstein) bezeichnet wurde. Aber gerade die Amerikaner, die jenes Bonmot prägten, griffen beim 760 fleißig zu.

Als besonders repräsentative Langversion diente der Volvo 760 sogar in verschiedenen Ländern als Staatslimousine, bekanntestes Beispiel war die DDR. 1985 stellte Volvo den 760 Kombi vor, wie die Limousine gab es auch ihn mit dem "Euro-V6" und 2,8 Liter Hubraum. Noch exklusiver war das im selben Jahr präsentierte Coupé Volvo 780.

Dagegen wurde der 1984 lancierte, vergleichsweise preiswerte Volvo 740 zum populärsten Typ der Volvo 700-Familie. Als Limousine und als Kombi war er zwischen den Baureihen 240 und 760 positioniert. Insgesamt liefen bis 1992 über 1,2 Millionen Fahrzeuge der 700er-Serie vom Band, dann übernahmen die Weiterentwicklungen Volvo 940 und Volvo 960 die Flaggschiff-Funktion bei Volvo.

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