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  • 16.03.2022 · 13:09

  • von Roland Hildebrandt

10 Modelle ohne Nachfolger: Einzigartige Flops

Was haben der Audi A2 und der Opel Karl gemeinsam? Beide gab es nicht in einer zweiten Generation - Wir zeigen weitere Beispiele aus den letzten Jahren

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Im Brennpunkt des öffentlichen Interesses stehen bei Autokunden meist die bekannten und beliebten Baureihen. Ob VW Golf, BMW 5er-Reihe oder Fiat 500: Sie gibt es gefühlt schon ewig und fahren millionenfach herum. Doch es gibt genügend Modelle, die in der Gunst des Publikums unterhalb des Radars existieren. Mal sind sie zu extravagant, mal zu speziell oder zu wenig erfolgreich. Oder alles zusammen.

10 Autos ohne Nachfolger Zoom

Kein Wunder also, dass diese Modelle sang- und klanglos aus den Verkaufsräumen verschwinden. Wir zeigen Ihnen 10 Autos, die keinen direkten Nachfolger bekamen und ohne zweite Generation eingestellt wurden. Die Liste ist noch viel länger: Seat Exeo, Suzuki Kizashi, Volvo C30 oder Fiat Multipla, um nur einige Beispiele zu nennen.

Alfa Romeo MiTo

Ist ein Kleinwagen von Alfa Romeo eine gute Idee? Im Jahr 2008 war man der Meinung "Ja" und brachte den MiTo auf den Markt. Benannt nach "Milano" (Mailand) und "Torino" (Turin) basierte der 4,06 Meter lange MiTo auf dem Fiat Grande Punto. Serienmäßig gab es sogar eine Fahrdynamikregelung, aber auch nur drei Türen. Ein Fünftürer kam nie auf den Markt.

Optisch durchaus gelungen und auf Wunsch mit bis zu 170 PS unter der Haube wurde der MiTo bis 2018 gebaut. Exakt 293.428 Exemplare liefen in dieser Zeit vom Band. Einen direkten Nachfolger gibt es bis heute nicht, als künftiger Einstiegs-Alfa ist ein SUV namens Brennero im Gespräch.

Audi A2

Seiner Zeit weit voraus war der Audi A2. Für Aufsehen (und einen hohen Preis) sorgte seine Aluminium-Karosserie. Dank ihr wog der schwerste A2 nicht einmal 1,1 Tonnen. Ebenso durchdacht war das Raumkonzept, während der 3L mit 61-PS-Diesel und noch extremeren Leichtbau besonders sparsam war.

Die Optik des 3,83 Meter kurzen A2 blieb gewöhnungsbedürftig, dennoch produzierte Audi von 1999 bis 2005 immerhin 176.377 Exemplare, davon 6.450 3L. Indirekter Nachfolger, aber deutlich konventioneller war ab 2010 der A1, im Jahr darauf zeigte man die Studie A2 Concept. Inzwischen hat der A2 eine treue Fangemeinde und erzielte hohe Gebrauchtpreise.

Fiat Barchetta

Ohne Zweifel war er der schönste Fiat der 1990er-Jahre: Mit der Barchetta ("kleines Boot") reagierte die Marke 1995 auf den vom Mazda MX-5 losgetretenen Roadster-Boom. Für die Qualität des Designs spricht die Tatsache, dass die Barchetta ohne größere Änderungen bis 2005 in Produktion blieb. Einziger Motor war ein Benziner mit 131 PS Leistung.

Nach exakt 57.521 Exemplaren fiel der letzte Vorhang. Erst 2016 hievte Fiat mit dem 124 Spider, einem modifizierten MX-5, wieder einen Roadster ins Programm. Er verabschiedete sich bereits 2020.

Mercedes R-Klasse

Was sollte dieses Auto sein? Ein Kombi? Ein Van? Eine Mischung aus allem, weshalb die Mercedes R-Klasse optisch recht seltsam wirkte. Die Baureihe 251, wie sie intern hieß, gab es als 4,92 Meter lange Normalversion und 5,16 Meter messende Langversion. Das sorgte für ein enormes Kofferraumvolumen von bis zu 2.001 respektive 2.436 Liter.

Von 2005 bis 2012 gab es die R-Klasse in Europa und den USA, in China war sie beliebter und wurde dort noch bis 2017 angeboten. Bereits 2010 erfolgte eine große Modellpflege, die wir auf dem Foto sehen. Insgesamt entstanden nur 118.808 Exemplare der R-Klasse.

Mini Paceman
Nicht jede extravagante Idee der Marke Mini war ein Erfolg. Mit dem dreitürigen SUV Paceman schielte man vermutlich auf den dreitürigen Range Rover Evoque. Gewisse optische Parallelen sind jedenfalls erkennbar. Die Nachfrage hielt sich beim Paceman aber in Grenzen: Gut 50.000 Exemplare baute man von 2013 bis 2016, eine zweite Generation wie beim eng verwandten Countryman gab es nicht.

Opel Karl

Mitte der 2010er-Jahre war Opel so kreativ und verpasste neuen Modellen die Vornamen der Opel-Gründerväter. Den Anfang machte der Adam, 2015 folgte der Karl. Der Name war aber schon der aufregendste Aspekt am Karl. Eigentlich handelte es sich bei dem Cityflitzer um einen wenig veränderten Chevrolet Spark, wie dieser lief der Karl bei GM Daewoo in Südkorea vom Band.

Nachdem Opel von PSA gekauft wurde, war das Ende für den Karl besiegelt, Ende 2019 lief er aus, ebenso der Adam und der Cascada. Damit hat Opel gleich drei Baureihen ohne Nachfolger beerdigt. Immerhin gut 230.000 Exemplare des Opel Karl alias Vauxhall Viva in Großbritannien wurden gebaut. Komplett tot ist der Karl übrigens nicht: Bis Ende 2022 wird er in Vietnam noch als VinFast Fadil angeboten.

Renault Avantime

Avantime. Ein Kofferwort aus "Avant" und "Time". Und seiner Zeit voraus war dieses Auto allemal. Der Renault Avantime wurde zwischen 2001 und 2003 produziert wurde und fand nie sein Publikum. Es wurden nur 8.545 Einheiten produziert. Eigentlich hatte man gehofft, schon im ersten Jahr 15.000 Fahrzeuge zu verkaufen.

Doch das Design war zu extravagant, zudem blieb offen, wer eine Art dreitürigen Espace überhaupt kaufen sollte. Renault selbst sprach von "Coupéspace", dem Kofferwort für "Coupé" und "Espace". Der Flop des Avantime besiegelte zugleich das Aus für die Automobilsparte von Matra, die von Pininfarina übernommen wurde.

Renault Wind

Da wir bereits bei eigenwillig geformten Renault-Modellen sind: Auch die Schönheit des Wind erschloss sich nicht jedem. Auf Basis der zweiten Generation des Twingo schwamm die Marke zwischen 2010 und 2013 auf der Welle der kleinen Klappdach-Cabrios mit.

Doch der Renault Wind geriet seltsam unproportioniert, zudem bot er entgegen seines Modellnamens mehr eine Targa-Öffnung als großzügigen Frischluft-Spaß. Einziges Highlight war das sich um 180 Grad ins Heck faltende Dach. Insgesamt entstanden 14.370 Exemplare des Wind.

Smart Roadster

Im Jahr 2003 traute sich Smart was und knüpfte an die Tradition kleiner britischer Roadster wie den Austin-Healey Sprite an. Das Resultat hieß schlicht Smart Roadster, beziehungsweise Roadster-Coupé mit Glaskuppel auf dem Heck. Gerade einmal 3,43 Meter war der Frischluft-Flitzer lang und wog zwischen 790 und 852 Kilogramm.

So reichten 61, 82 und 101 PS für ansprechende Fahrleistungen. Geschmälert wurde das puristische Fahrvergnügen durch ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe. Bis 2005 entstanden 43.000 Exemplare, zum Ende der Produktion sollen angeblich 11.000 Fahrzeuge auf Halde gestanden haben.

VW Phaeton

Selten lagen Größenwahn und Genialität so nahe beieinander wie beim VW Phaeton. Die Luxuslimousine beeindruckte mit aufwendiger Technik, doch optisch wirkte sie wie ein zu groß geratener Passat. Hinzu kam der Markenname VW, der nicht so recht in die Liga von S-Klasse und Co. passte.

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Ende 2001 startete die Produktion des Phaeton, für Aufsehen sorgten V10 TDI und W12 unter der Haube. Das größte Facelift erfolgte 2010. Doch trotz aller Bemühungen stagnierten die Verkäufe: Bis März 2016 liefen nur 84.235 Fahrzeuge vom Band. Einen direkten Nachfolger gibt es nicht. Der in China angebotene Phideon ist zwar ungefähr gleich groß, spielt aber in einer anderen Liga.

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