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  • 08.10.2007 01:57

Prost: "Mein Vater ist immer für mich da"

Nicolas Prost im Interview über seine Pläne als Rennfahrer und sein Verhältnis zu seinem Vater, dem vierfachen Formel-1-Weltmeister Alain Prost

(Motorsport-Total.com) - Der nächste Weltmeistersohn ist auf dem Weg in die höheren Kategorien des internationalen Motorsports: Nicolas Prost, 26-jähriger Sohn des vierfachen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost, bestreitet in diesem Jahr die spanische Formel-3-Meisterschaft - und liegt nach einem Sieg und einem dritten Platz zuletzt in Valencia momentan auf dem dritten Gesamtrang.

Nicolas Prost

Nicolas Prost ist der Sohn des vierfachen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost Zoom

Der Franzose, der Teilzeit bei einer Bank arbeitet und gemeinsam mit seinen Eltern und seinem Bruder Sacha in Nyon lebt, gilt nicht unbedingt als kommender Superstar, aber in diesem Jahr hat er zumindest einige Achtungserfolge erreicht. Neben seinen Formel-3-Einsätzen fuhr er unter anderem die 24 Stunden von Le Mans für das ORECA-Team und er testete zuletzt für das französische A1GP-Team, das ihn für die Rookiesessions nominiert hat.#w1#

Platz drei in der Spanischen Formel 3

Frage: "Nicolas, wie läuft deine Formel-3-Saison?"
Nicolas Prost: "Insgesamt recht gut. Ich fühle mich in Adrian Campos' Team recht wohl, alle unterstützen mich. Bis jetzt hatte ich eine sehr gute Saison. Ich habe mich immer für die Top 4 qualifiziert und meine Resultate waren konstant. Ich bin jetzt Dritter in der Meisterschaft. In Sachen schierer Performance bin ich auf dem gleichen Level wie die zwei Tec-Auto-Fahrer, aber leider hatte ich am Saisonbeginn etwas Pech. Das kostete mich einige Punkte."

"Ich möchte ein paar mehr Pole Positions einfahren und noch das eine oder andere Rennen gewinnen." Nicolas Prost

Frage: "Was sind deine Ziele für den Rest der Meisterschaft?"
Prost: "Ich möchte unter den ersten Drei bleiben, ein paar mehr Pole Positions einfahren und noch das eine oder andere Rennen gewinnen. Jerez und Barcelona sind Strecken, die mir sehr liegen, daher hoffe ich, dass ich dort um den Sieg mitkämpfen kann."

Frage: "Ist die Formel 3 die beste Schule für höhere Formelklassen?"
Prost: "Schwer zu sagen, aber ich weiß, dass ich große Fortschritte gemacht habe, seit ich in die Formel 3 eingestiegen bin. In so einem Auto kann man jede Menge über das Setup und das Fahren lernen. Außerdem ist das Niveau in der Spanischen Formel-3-Meisterschaft sehr hoch - man muss wirklich pushen, um die letzten drei Zehntelsekunden zu finden. Nur so macht man Fortschritte."

Frage: "Du bist dieses Jahr auch erstmals die 24 Stunden von Le Mans gefahren..."
Prost: "Das war eine unglaubliche Erfahrung, ein wirklich tolles Rennen! Die Strecke ist schwierig und man muss mit Bescheidenheit an die Sache herangehen. Zu Beginn der 24 Stunden nahm ich kein Risiko, denn wir mussten Fehler um jeden Preis vermeiden."

Zufrieden mit dem Le-Mans-Auftritt

"Ich setzte mich selbst gewaltig unter Druck. Das Team hatte monatelang hart gearbeitet und wir mussten ins Ziel kommen, um ihnen etwas zurückzuzahlen. Trotzdem war ich rasch dazu in der Lage, die Pace zu erhöhen - und ich fuhr am Ende den gleichen Rhythmus wie der Erste der GT1-Klasse. Es war also eine sehr positive Erfahrung."

"Ich möchte die 24 Stunden von Le Mans eines Tages unbedingt gewinnen." Nicolas Prost

Frage: "Würdest du nächstes Jahr gerne an die Sarthe zurückkehren, vielleicht in einer anderen Klasse?"
Prost: "Ja, das würde ich. Ich möchte die 24 Stunden von Le Mans eines Tages unbedingt gewinnen. In einer der GT-Klassen zu fahren, ist schon eine echte Freude, da kann ich es mir kaum vorstellen, wie es sein muss, in einem Werks-Audi oder einem Werks-Peugeot zu sitzen! Man kann nur davon träumen, in so einem Prototypen Rennen zu fahren."

Frage: "Hilft dir dein Vater sehr?"
Nicolas: "Ja, er ist immer für mich da und hilft mir sehr. Er gibt mir Ratschläge in jedem Bereich, damit ich mich laufend weiterentwickeln kann. Er ist jetzt auch schon entspannter als früher, wenn er zu meinen Rennen kommt. Das werte ich als gutes Zeichen!"

Frage: "Wie würdest du deine Herangehensweise ans Rennfahren beschreiben?"
Prost: "Ich halte mich für einen sehr methodischen und konzentrierten Rennfahrer. Ich höre viel zu und möchte mich immer verbessern. Es ist mir sehr wichtig, mich mit meinem Renningenieur gut zu verstehen. Was meinen Fahrstil angeht, nennen sie mich einen Spätbremser. Meine Tendenz ist, dass ich in den Kurven zu stark attackiere."

Kurzauftritte in der A1GP-Serie

Frage: "Du hast kürzlich für das französische A1GP-Team getestet und man hat dir den Rookiestatus für 2007/08 gegeben. Ist das eine neue Herausforderung?"
Prost: "Ja. Es war eine großartige Erfahrung. Das Auto macht Spaß beim Fahren und das Team hat mich gleich ins Herz geschlossen. Beim Test in Silverstone kam ich schnell auf gute Zeiten."

"Priorität hat natürlich, dass das Team Frankreich um den Titel mitfährt." Nicolas Prost

"Ich werde diese Saison die Freitagssessions nutzen, um Referenzpunkte zu finden und dem Team dabei zu helfen, das Setup zu optimieren. Ich hoffe, dass ich bald auch ein paar Rennen fahren darf, aber Priorität hat natürlich, dass das Team Frankreich um den Titel mitfährt."

Frage: "Denkst du bereits an nächste Saison?"
Prost: "Im Moment konzentriere ich mich auf das Ende meiner Formel-3-Saison wie auch auf die A1GP, denn ich möchte in beiden Programmen gut abschneiden. Für nächstes Jahr schaue ich mich nach verschiedenen Optionen um. Ich spreche darüber viel mit meinem Vater."

"Die GP2 ist eine Möglichkeit, aber eine Saison in dieser Meisterschaft kostet halt sehr viel Geld. Mich würden auch Langstreckenrennen interessieren, denn diese Autos sind außergewöhnlich zu fahren. Sollte sich die Möglichkeit ergeben, dann würde ich gerne mit Prototypen fahren."

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