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Menzel und der Kampf um die "Grüne Hölle"

Normalerweise kämpft Rennfahrer Christian Menzel in der "Grünen Hölle" gegen andere Kollegen, doch mittlerweile muss er abseits um die Rennstrecke kämpfen

(Motorsport-Total.com) - Die Zukunft des Nürburgrings ist weiterhin unklar. Ob, an wen und in welchem Umfang die Traditionsstrecke in der Eifel verkauft werden wird, steht derzeit noch in den Sternen. Zwar sollen schon einige Konzepte von potenziellen Käufern eingegangen sein, doch endgültig abgeschlossen wurde das Bieterverfahren noch nicht. Von Capricorn bis hin zu Bernie Ecclestone sind viele Namen zu hören, die den Ring übernehmen könnten, doch weiterhin regt sich großer Widerstand gegen einen Verkauf der Rennstrecke.

Titel-Bild zur News: Christian Menzel

Christian Menzel blickt skeptisch auf die Pläne zum Verkauf des Nürburgrings Zoom

Eine relativ junge Kampagne namens "Wir sind Nürburgring" stemmt sich gegen die Verkaufspläne und möchte die Menschen und Politiker in der Region noch einmal wachrütteln. Unter ihnen befindet sich auch Rennfahrer Christian Menzel, der angesichts der aktuellen Entwicklungen nur mit dem Kopf schütteln kann: "Ein Nürburgring in privater Hand wird für die Region katastrophale Folgen haben", sagt er. Mit der Initiative soll dieses Szenario auf jeden Fall verhindert werden.

"Unser Ziel lautet ganz klar: Der Nürburgring muss in Landeshand bleiben! Ein zukünftiger Investor soll wissen, dass er mit der Region kein 'Spielchen' mehr treiben kann, so wie es andere schon ansatzweise versucht haben", erklärt der ehemalige DTM-Pilot. "Der Ring hat, ohne die Region mit einzubinden, keine Chance auf Erfolg!" Um diese Message auch nach außen hin zu verbreiten, muss einiges getan werden: Gespräche mit Politikern und Demonstrationen sind nur zwei Beispiele der Aktionenliste.

Menzel ist auf jeden Fall davon überzeugt, dass seine Initiative Wirkung zeigt, und ein Verkauf des Nürburgrings letzten Endes noch abgewendet werden kann. "In Wahrheit gibt es doch kaum Interessenten. Die erkennen doch auch mehr und mehr, dass es am Ring keine heile Welt gibt", erklärt er. "Wie sagte doch ein Demonstrant zu mir: 'Wie kann sich nur so viele Probleme kaufen wollen?'"

An sich sei die Strecke aber ein funktionierendes Unternehmen mit guten Mitarbeitern und guter Organisation, das sich am Ende rechnen würde. "Das Minus resultiert doch aus Missmanagement und die hohen F1 Antrittsgelder", so der Nürburgring-Veteran. "Stellen Sie sich vor, hier kommt eine 'Heuschrecke' und spekuliert mit dem Ring! Die Landesregierung wäre gut beraten, die Rennstrecken in Landeshand zu belassen."

Christian Menzel, Emmanuel Collard, Emmanuel Collard, Hans Guido Riegel

Der Deutsche liefert sich lieber Duelle auf der Strecke als abseits von ihr Zoom

Mittlerweile weiß selbst EU-Kommissar Günther Oettinger um die Fehde am Ring Bescheid. Dem CDU-Politiker konnte man vor kurzem aus eigener Hand über die eigenen Ängste und Probleme bezüglich des Rings berichten. Bei "Wir sind Nürburgring" ist man stolz, dass man so selbst die Spitze der Politik erreicht hat und glaubt, dass man so auch Druck auf Landesebene ausüben kann. "Die Beschwerden von 'Ja zum Nürburgring', aber auch vom ADAC sind nicht unbegründet, dazu noch der Druck aus der Region - das hat eine neue Qualität!"