powered by Motorsport.com

NASCAR-Clash in Los Angeles vorverlegt: Auftakt ins Rennjahr 2024 ist Geschichte

Wetterbedingt von Sonntag auf Samstag nach vorn verlegt, ist punkteloser NASCAR-Clash im L.A. Memorial Coliseum mit Sieg für Denny Hamlin zu Ende gegangen

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich hätte das NASCAR-Rennjahr 2024 erst am Sonntagabend eröffnet werden sollen. Doch die dritte Auflage des Clash im Los Angeles Memorial Coliseum ist wetterbedingt kurzerhand einen Tag nach vorn verlegt worden. Somit ging das wie üblich nicht zur Meisterschaft der NASCAR Cup Series zählende Rennen diesmal schon am Samstag über die Bühne.

Titel-Bild zur News: NASCAR-Clash im Los Angeles Memorial Coliseum

Im Los Angeles Memorial Coliseum wurde der NASCAR-Clash vorgezogen (Foto: 2023) Zoom

Die Entscheidung zur Vorverlegung des Busch Light Clash 2024 auf dem temporären 0,25-Meilen-Oval im Los Angeles Memorial Coliseum wurde von NASCAR erst am Samstag, gut vier Stunden vor der neuen Startzeit, verkündet. Warum? Für Sonntag, den ursprünglich geplanten Renntag, wird in Los Angeles mit ergiebigen Regenfällen und sogar Überflutungen gerechnet. Von den lokalen Behörden wurde eine Unwetterwarnung herausgegeben.

Und so kam es, dass die dritte Auflage eines NASCAR-Clash im Olympiastadion in Los Angeles letztlich 24 Stunden früher als geplant und vor extrem spärlich besetzten Rängen stattgefunden hat. Gewonnen wurde das traditionell punktelose Rennen diesmal nach 150 Runden mit acht Gelbphasen von Denny Hamlin (Gibbs-Toyota).

Aufgrund des komplett über den Haufen geworfenen Zeitplans für das Wochenende gab es gar kein Qualifying. Die Startaufstellung wurde anhand des am Samstag ausgetragenen Freien Trainings ermittelt. Dabei wurde das Feld von 36 auf 23 Autos verkleinert.

Alle Quali-Rennen gestrichen - Hauptrennen einen Tag früher

Eben dieser Cut von 36 Autos (alle mit Charter-Vertrag 2024) auf lediglich 23m Autos, die für das Rennen startberechtigt sind, hätte ursprünglich über fünf separate Qualifying-Rennen vollzogen werden sollen. Am Samstag hätten vier Heat-Races stattfinden sollen, am Sonntag ein Last-Chance-Qualifying-Race.

Weil aber gleich alle fünf Quali-Rennen gestrichen wurden, hat man die Gruppe der 36 angereisten Cup-Piloten kurzerhand auf die 22 schnellsten (des Freien Trainings) plus einen "Provisional" (anhand der finalen Gesamtwertung der Saison 2023) verkleinert.

Ausgerechnet der amtierende Champion Ryan Blaney (Penske-Ford) war derjenige, der den "Provisional" in Anspruch nehmen musste, also nur über die Punktewertung des Vorjahres gerade so als Letzter noch ins 23-köpfige Starterfeld gerutscht ist.

Denny Hamlin führt beim Start - und auch im Ziel

Zu den 13 Nicht-Qualifikanten zählten unter anderem Stewart/Haas-Neuzugang Josh Berry sowie Daniel Suarez (Trackhouse-Chevrolet), Austin Dillon (Childress-Chevrolet), Erik Jones (Legacy-Toyota), Chris Buescher (RFK-Ford), Austin Cindric (Penske-Ford) und auch Christopher Bell (Gibbs-Toyota), der in der Saison 2023 die meisten Poles aller Fahrer erzielte hatte.

Beim Start des Clash mit 23 Autos auf dem ultrakurzen Stadion-Oval (400 Meter Rundenlänge) führte Denny Hamlin als der Schnellste des Freien Trainings das Feld an. Direkt in der ersten Runde übernahm Joey Logano (Penske-Ford) die Führung.

Hamlin holte sich nach wenigen Runden per Bump-and-Run die Spitzenposition zurück, während Logano gleich noch hinter Ty Gibbs (Gibbs-Toyota) zurückfiel. Und der junge Ty Gibbs, Rookie des Jahres 2023, nahm noch vor Ende des ersten Rennsegments (75 Runden) seinem routinierten Teamkollegen Denny Hamlin die Führung ab, verlor sie aber wenig später an Logano.

In die beim Clash in L.A. traditionelle Halbzeitpause (geplante Rotphase mitsamt Konzert) ging es in der Reihenfolge Joey Logano, Kyle Larson, Ty Gibbs, William Byron, Kyle Busch. Indes rangierte der von P1 gestartete Denny Hamlin bei Hälfte der 150-Runden-Distanz nur auf dem sechsten Rang.

Ty Gibbs nach langer Führung umgedreht

Im zweiten Rennsegment führte lange Zeit Ty Gibbs. Bei einem Restart zehn Runden vor Schluss aber schlug Denny Hamlin zurück und holte sich seine anfängliche Führung zurück. In der letzten Runde stand der junge Gibbs - inzwischen ans Ende der Top 5 zurückgefallen - dann plötzlich entgegen der Fahrtrichtung. Er wurde umgedreht von Kyle Larson (Hendrick-Chevrolet) und schloss nur auf P18 ab.

So gab es einen letzten Restart. Bei diesem gab Denny Hamlin das Tempo vor. Und die letzten zwei Runden unter Grün überstand der Gibbs-Routinier auch noch. So holte sich Hamlin den insgesamt vierten Clash-Sieg seiner Karriere, aber den ersten im Los Angeles Memorial Coliseum. Seine anderen drei Clash-Siege (2006, 2014, 2016) hat er allesamt auf dem Daytona-Oval errungen.


NASCAR 2024: Clash in Los Angeles

Die Highlights vom punktelosen Auftakt ins NASCAR-Jahr 2024, dem Busch Light Clash at The Coliseum in Los Angeles!

Grund für die acht Gelbphasen des Abends in Los Angeles waren (abgesehen von der Halbzeitpause mit zweimal Gelb) nacheinander Dreher von: Todd Gilliland (Front-Row-Ford), John Hunter Nemechek (Legacy-Toyota), Bubba Wallace (23XI-Toyota), Ross Chastain (Trackhouse-Chevrolet), Michael McDowell (Front-Row-Ford) und eben Ty Gibbs.

Ryan Blaney macht 20 Positionen gut

Im Endergebnis hinter Sieger Denny Hamlin klassierten sich Kyle Busch (Childress-Chevrolet) und der erstaunliche Ryan Blaney auf den Plätzen zwei und drei. Blaney, der vom letzten Startplatz (P23) kam, zeigte damit klar den größten Vorwärtsdrang.

Ryan Blaney

Der aktuelle NASCAR-Champion Ryan Blaney fuhr vom 23. Startplatz bis auf P3 Zoom

Penske-Pilot Joey Logano, der 2022 die Erstauflage eines NASCAR-Clash im Los Angeles Memorial Coliseum gewonnen hatte, kam diesmal nach Start aus der ersten Reihe und einigen Führungsrunden auf dem vierten Platz ins Ziel. Für Vorjahressieger Martin Truex Jr. (Gibbs-Toyota) wurde es diesmal P9.

Übrigens: Für Brad Keselowski war es am Samstag im dritten Anlauf die erste Rennteilnahme im Los Angeles Memorial Coliseum. Bei den ersten beiden Auflagen eines NASCAR-Clash in Los Angeles war der NASCAR-Champion von 2012 jeweils an der Quali-Hürde gescheitert. Keselowski kam am Samstagabend direkt vor Truex Jr. auf P8 ins Ziel.

Der offizielle Auftakt in die NASCAR Cup-Saison 2024, nämlich das erste der 36 Punkterennen, ist das Daytona 500 am Sonntag, den 18. Februar.

Vorab gibt es auf dem Daytona International Speedway am Mittwoch (14. Februar) das Pole-Qualifying, in dem im Einzelzeitfahren die erste Startreihe ermittelt wird. Am Donnerstag (15. Februar) sind die Duels geplant, die beiden Qualifying-Rennen für die übrigen 38 der insgesamt 40 Startplätze. (Übersicht: Fahrer, Teams und Fahrerwechsel für die NASCAR-Saison 2024)