powered by Motorsport.com

Zu groß für die MotoGP: Baz löst Größendebatte aus

Ab wann ist ein Fahrer zu groß für die MotoGP? Loris Baz erhielt beim Aspar-Team nicht die Chance auf einen Vertrag, da er mit 1,93 Meter nicht auf die Honda passt

(Motorsport-Total.com) - Loris Baz wird in der kommenden MotoGP-Saison nicht für das Aspar-Team an den Start gehen - weil er zu groß ist. Der Franzose, der in der Superbike-WM aktuell auf Rang fünf liegt, misst stolze 1,93 Meter und könnte daher nur dann auf einer Honda Platz nehmen, wenn man diese vorher gewaltig umbauen würde. In der MotoGP hat das eine Diskussion ausgelöst.

"Leider passt Baz nicht auf die RCV1000R", erklärt Gino Borsoi von Aspar gegenüber 'GPOne.com' und ergänzt: "Er ist wohl der größte Fahrer, den ich je gesehen habe. Er ist 1,93 Meter groß, noch einmal sieben Zentimeter größer als Leon Camier, und selbst der hatte schon Probleme damit, sich an Haydens Motorrad anzupassen."

"Wir mussten für Leon jetzt bereits den Sitz anheben und vergrößern, die Fußrasten anpassen und die Gewichtsverteilung ändern. Für Loris wäre selbst das nicht genug: Wir müssten ihm einen neuen Rahmen bauen, denn sein Körper ist sehr lang. Wir müssten auch den Auspuff anpassen. Außerdem bräuchten wir eine andere Sitzstütze. Und Honda müsste das alles nur für ihn machen", begründet Borsoi die Absage.

Kleinere Piloten immer im Vorteil?

Aktuell ist Leon Camier mit 1,88 Meter der größte MotoGP-Fahrer. "Ich denke, dass ich mich am Limit befinde", sagt der Nicky-Hayden-Ersatz und erklärt: "Sein Problem wäre sein Körper. Irgendwann kann man mit dem Lenker nicht mehr weiter nach vorne gehen. Ich bin da schon am Limit und ich denke, er hätte Probleme."

Loris Baz

Aktuell geht Loris Baz für Kawasaki in der Superbike-WM an den Start Zoom

Eine Einschätzung die auch Tech-3-Pilot Bradley Smith teilt. "Wenn da anfängst, die Fußrasten, den Lenker oder den Sitz zu verstellen, dann wirst du nie die beste Performance bekommen", sagt der Brite und ergänzt: "Ganz egal, was du tust, du bist dann limitiert. Aber im Rennsport war das schon immer so. Es war immer etwas für kleinere Piloten. Wir haben noch nie einen Weltmeister gesehen, der zwei Meter groß war."

Allerdings schränkt der Brite ein: "Wenn du eine Honda fahren willst, dann ist es ein Nachteil. Die Yamaha wurde für etwas größere Piloten erstellt: Valentino und auch Colin (Edwards; Anm. d. Red.) früher. Da passt es also." Tatsächlich zählen Dani Pedrosa (1,60 Meter) und Marc Marquez (1,68) zu den kleinsten Piloten im Fahrerfeld, während Valentino Rossi (1,82) zu den größten gehört.

"Ich denke, dass ich mich am Limit befinde." Leon Camier

Smith ergänzt: "Es kann zwar funktionieren, aber trotzdem wird man nie so gut sein, wie ein kleinerer Fahrer. Denn du musst dich anpassen und in diesem Sport geht es nicht darum, sich anzupassen. Es geht darum, ein Produkt zu erschaffen, und eine schnelle Person auf dieses Produkt zu setzen. Wenn Honda ein Motorrad für Loris Baz, Leon Camier und Scott Redding entwickeln würde, dann wäre es ganz anders als das für Dani Pedrosa und Marc Marquez."

Rossi: Es geht um das Gewicht

Auch Rossi selbst findet: "Es ist ein sehr, sehr großer Nachteil. Es ist gut, wenn man Basketball spielen will, aber in der MotoGP ist es ein großes Problem. Ich bin ziemlich groß, aber ich habe Glück, denn mein Gewicht ist nicht so hoch. Aber ich muss immer aufpassen, dass ich nicht zunehme, denn wenn man fünf Kilo mehr auf den Rippen hat, dann verliert man pro Runde ein Zehntel."


Fotos: MotoGP in Misano


"Wenn man trotzdem auf dem gleichen Level fahren will, muss man das in einem anderen Bereich wieder ausgleichen. Ich denke, dass ich bereits am Limit bin. Aber Baz hat mit seinen 1,93 - genau wie Camier - einen großen Nachteil. Das gilt auch für den Sprit. Wenn du größer bist und mehr wiegst, dann verbrauchst du auch mehr Sprit."

"Wenn man fünf Kilo mehr auf den Rippen hat, dann verliert man pro Runde ein Zehntel." Valentino Rossi

Jorge Lorenzo, mit 1,73 Meter im Mittelfeld der aktuellen Piloten, sieht es nicht so tragisch und erklärt: "Vielleicht sollten sie ihm (Baz) eine Chance geben." Der Spanier erklärt: "Wenn er sehr talentiert ist, dann kann er das, was er bei der Beschleunigung verliert, wieder gutmachen." Das beweist in dieser Saison regelmäßig Scott Redding, der nach Camier mit 1,85 Meter der zweitgrößte Pilot im aktuellen Fahrerfeld ist.

Auch Camier lieferte bereits ordentliche Leistungen ab. Somit scheint auch in der MotoGP der bekannte Spruch zu gelten, dass es nicht nur auf die Größe ankommt. Loris Baz hilft das allerdings aktuell wenig, wenn er in der kommenden Saison in die Königsklasse wechseln will, muss er sich wohl nach einem anderen Arbeitgeber umsehen.

Motorsport-Total.com auf Facebook

Werde jetzt Teil der großen Community von Motorsport-Total.com auf Facebook, diskutiere mit tausenden Fans über den Motorsport und bleibe auf dem Laufenden!

Anzeige

Folgen Sie uns!

Neueste Diskussions-Themen

Motorrad-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen täglichen und/oder wöchentlichen Motorrad-Newsletter von Motorsport-Total.com!