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Was Johann Zarco zur Kritik von KTM-Boss Stefan Pierer sagt

Johann Zarco antwortet auf die Kritik von KTM-Chef Stefan Pierer und kann sie nachvollziehen - Und warum er Jean-Michel Bayle als neuen Berater engagiert hat

(Motorsport-Total.com) - KTM-Chef Stefan Pierer hat Johann Zarco jüngst offen für dessen bisherige Leistung in der MotoGP-Saison 2019 kritisiert. Die Performance des Franzosen sei "nicht akzeptabel" und seine Probleme seien eine "psychologische Sache", so Pierer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Als neuen Berater hat Zarco Ex-Rennfahrer Jean-Michel Bayle engagiert. Der 50-Jährige soll ihm dabei helfen, am Rennwochenenden den Kopf freizubekommen.

Johann Zarco

Bisher hat Johann Zarco nicht die Erwartungen der KTM-Bosse erfüllt Zoom

Vor seinem Heimrennen in Le Mans äußerte sich Zarco auch über die Aussagen von Pierer: "Ich konnte noch nicht mit ihm sprechen, aber ich hatte eine gute Konversation mit Pit Beirer. Ich habe verstanden, warum er das gesagt hat. Am Freitag in Jerez war ich mach meinem Sturz aufgebracht und habe keine schönen Dinge über das Motorrad gesagt, das ich entwickeln muss. Ich muss die Performance akzeptieren und mich unter Kontrolle halten."

"Als er danach gefragt wurde, konnte er nur so antworten, denn er investiert viel Geld in dieses Projekt. Stefan hat einen starken Charakter. Wenn man ihn fragt, wird er dir eine Antwort geben", so Zarco. "Das ist Teil der Herausforderung. Wir wissen, dass wir leidenschaftlich sein und dieses Projekt weiterentwickeln müssen. Das wird Zeit brauchen, aber wir müssen uns unter Kontrolle halten. Nachdem ich seine Kommentare gelesen habe, war ich nicht traurig, weil ich das verstanden habe."

Johann Zarco

Sieben WM-Punkte hat Johann Zarco in den ersten fünf Rennen erobert Zoom

Für den Bugatti-Circuit hofft Zarco auf einen Aufschwung. Einerseits liegt ihm die Strecke und andererseits hat KTM zwischen Austin und Jerez einen Test in Le Mans eingelegt. "Mein Nachteil ist hier etwas geringer, weil ich hier schon vor Jerez zwei Tage getestet habe. Das sollte mir helfen, schneller zu sein und einen geringeren Rückstand zu haben. Ich hoffe, dass ich darauf ein gutes Wochenende aufbauen kann und ein gutes Ergebnis hole."

Wie Jean-Michel Bayle helfen soll

Neu in seiner Box ist Bayle, der von 1993 bis 1995 in der 250er-Klasse aktiv war und von 1996 bis 1999 in der 500er-Klasse gefahren ist. 2002 bestritt Bayle außerdem zwei MotoGP-Rennen. Große Erfolge hatte er in der Motorrad-WM nicht. Zweimal startete der Franzose in der Königsklasse von der Pole-Position, erreichte aber nie das Podest. Besser lief es in der Langstrecken-WM, wo er das Bol d'Or und die 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnte.

"Ich habe ihn schon im Vorjahr kontaktiert und wir haben uns unterhalten", sagt Zarco über die Kontaktaufnahme mit seinem neuen Berater. "Es hat aber etwas gedauert, damit ich sehe, was ich brauche. Bisher wurde ich eng von meinem Ex-Coach beraten. Es geht um die mentale Seite, damit man auf dem Motorrad nicht zu viel nachdenkt, sondern einfach nur fährt. Die Dinge, die ich in den vergangenen fünf Monaten erlebt habe, waren recht schwierig, aber ich habe viel gelernt."

"Wir müssen an mir arbeiten, was wiederum für die Arbeit mit dem Team hilfreich ist. Wichtig ist, dass man die Mission nicht aus den Augen verliert. Man muss am Rennwochenende als Rennfahrer das Beste herausholen, und nicht als Testfahrer. Beim Training haben wir schon gute Ergebnisse gesehen, dass ich sofort schneller werde, wenn mein Kopf frei ist. Diesen freien Kopf will ich auch am Rennwochenende haben, wenn es mit dem Motorrad schwierig ist. Das ist das Ziel mit Jean-Michel, dass ich die pure Performance aus mir heraushole."

Die Trendwende will Zarco nun beim fünften MotoGP-Rennen auf heimischem Boden schaffen. Trotz der schwierigen Situation weiß er seine Fans im Rücken: "Selbst wenn es für mich ein schwieriger Saisonbeginn war, spüre ich die positive Energie der Fans. Sie stehen hinter mir und sagen, dass sie mir vertrauen und ich es schaffen kann." Und die negativen Schlagzeilen der vergangenen Wochen will er auf der Strecke korrigieren: "Ich hoffe, dass wir an diesem Wochenende eine gute Antwort geben können."

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