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Überholen jetzt schwieriger? Das sagen die MotoGP-Piloten

Wird das Überholen in der modernen MotoGP immer schwieriger? Viele, wenn auch nicht alle Fahrer, beantworten diese Frage mit Ja und liefern diverse Gründe dafür

(Motorsport-Total.com) - Beim Grand Prix von Spanien am vergangenen Wochenende blieb die Reihenfolge im Spitzenfeld nach dem Start bis in die Schlussrunden unverändert. Erst mit Anbruch der letzten fünf Runden wurde es in der Verfolgergruppe um Aleix Espargaro (Aprilia), Marc Marquez (Honda) und Jack Miller (Ducati) nochmal spannend.

Jack Miller, Aleix Espargaro

Jack Miller und Aleix Espargaro im Duell beim Grand Prix von Spanien in Jerez Zoom

Insgesamt blieben die Überholmanöver aber überschaubar. Zwischen Francesco Bagnaia (Ducati) und Fabio Quartararo (Yamaha), die dem Feld vorauseilten, kam es zu keiner einzigen Attacke, auch wenn die beiden im Ziel nur knapp drei Zehntel trennten.

Auf die Frage, ob das Überholen in der MotoGP angesichts der Leistungsdichte und der zunehmenden technischen Verbesserungen immer schwieriger wird, sagt Quartararo: "Dem würde ich zustimmen. Natürlich gibt es am Start immer Möglichkeiten, wie Alex in Portimao gezeigt hat. Das war wirklich unglaublich."

Quartararo: Start ist komplizierter geworden

Damit spricht der aktuelle WM-Leader die beeindruckende Aufholjagd von Suzuki-Pilot Alex Rins an, der beim Grand Prix von Portugal vom vorletzten Startplatz noch auf Rang vier vorfuhr. Trotzdem wendet Quartararo ein: "Wenn man die vergangenen drei Jahre nur mal den Start vergleicht: Früher drückten wir einen Kopf für die Launch-Control und es ging los, jetzt musst du viele verschiedene Dinge tun."

"Natürlich gewinnst du etwas mehr Zeit, aber alles ist viel komplizierter. Letzten Endes geht es da jedem ähnlich. Aber ich würde schon sagen, dass es allgemein schwieriger geworden ist zu überholen", hält er fest und findet Zustimmung bei Aleix Espargaro.

Der Spanier ergänzt: "Mit all der Aerodynamik und den Flügeln ist es auch schwieriger, das Motorrad richtig abzubremsen, wenn man komplett hinter einem anderen Motorrad fährt. Gleichzeitig, nicht nur wegen der Aerodynamik, sondern auch wegen des Niveaus der Kategorie, bremst jeder Fahrer wirklich am Limit."

"Es ist also schwierig, einen Unterschied zu machen, weil auch Fabio sehr, sehr spät bremst. Das ist der Grund, warum es etwas schwieriger ist, aber man kann trotzdem überholen. Die letzten drei Runden von Fabio und Marc in Amerika sind auch ein Beispiel dafür." Dort duellierten sich beide rundenlang um Platz sechs.


MotoGP: Grand Prix von Spanien (Jerez) 2022

Gewiss spielt bei den Überholmöglichkeiten auch die Streckencharakteristik eine Rolle. Doch Espargaro findet: "Die Strecken, auf denen wir fahren, sind groß genug, um sauber zu überholen. Also ja, es ist ein bisschen schwieriger, aber ich denke, dieser Sport ist immer noch fantastisch und die Kämpfe sind gut."

Miller: Verlorene Positionen nur schwer aufzuholen

Ducati-Pilot Miller betont: "Die Motorräder sind mittlerweile so konkurrenzfähig. Da ist es wirklich schwer, zu überholen, erst auf Strecke wie Portimao. Das Gleiche gilt für Argentinien und Texas - es ist im Moment allgemein nicht einfach, zu überholen."

"Wenn man also einen Fehler macht oder sich selbst ein paar Positionen kostet, kann das einen großen Einfluss auf den Ausgang des Rennens haben, denn es ist nicht mehr so wie früher, dass man diese Positionen zurückerobern kann - insbesondere für uns Ducati-Fahrer." Denn der Topspeed-Vorteil ist so gut wie weg.

Konnten die Ducatis ihre Gegner noch im Vorjahr auf den Geraden oft ziemlich einfach überholen, ist das jetzt keine Selbstverständlichkeit mehr. Das bemerkt auch VR46-Fahrer Luca Marini: "Wenn man diesen Vorteil auf den Geraden hat, ist es einfacher zu überholen. Selbst wenn man von weiter hinten startet, kann man auf jeder Geraden einen Fahrer überholen. Jetzt aber ist das wirklich schwierig."

"Jeder hat einen sehr hohen Topspeed und guten Grip in der Beschleunigung. Zwar beschwert sich jeder über den Grip, aber jeder hat Grip. Es ist eine schwierige Ära in der MotoGP", sagt der Italiener. Ist dafür auch das "Ride Height Device" verantwortlich?

"Wenn man das Device bei allen streichen würde, wäre es dasselbe", glaubt Marini. "Im Moment nutzt es ja jeder. Es würde sich nicht viel ändern. Alle Motorräder sind so schnell. Die Reifen sind wirklich gut und bauen nicht großartig ab. Man kann von der ersten bis zur letzten Runde schnell fahren. Das macht das Überholen schwierig."

Francesco Bagnaia

Francesco Bagnaia fuhr in Portimao vom letzten Startplatz noch auf Rang acht Zoom

Markenkollege Bagnaia hingegen glaubt nicht, dass das Überholen in der MotoGP schwieriger geworden ist. "In Argentinien bin ich als 13. gestartet und wurde Fünfter. In Portimao hatte ich das Glück, dass ein paar Fahrer gestürzt sind, konnte aber auch einige überholen. Und Rins fuhr von ganz hinten los und wurde Vierter. Es kommt also drauf an", erinnert er an die jüngsten Aufholjagden.

"Bist du schnell, kannst du auch überholen. Mit demselben Material ist es natürlich schwieriger. Aber wenn du schneller bist als andere, kommst du schneller aus den Kurven und bist in einer besseren Position, um zu überholen. Für mich hat sich die Situation also nicht wirklich verändert", resümiert der Ducati-Pilot.

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