powered by Motorsport.com
  • 09.04.2017 01:24

  • von Maria Reyer & David Emmett

"Nicht so schlecht": Vinales schlägt Rossi um 0,05 Sekunden

Die Yamaha-Werkspiloten Maverick Vinales und Valentino Rossi holen im Qualifying in Argentinien die Ränge sechs und sieben - Rossi strauchelt, Vinales zufrieden

(Motorsport-Total.com) - 1,7 Sekunden betrug der Abstand zwischen Pole-Mann Marc Marquez und dem schnellsten Yamaha-Piloten Maverick Vinales im Qualifying zum Grand Prix von Argentinien. Bei wechselhaften Bedingungen konnte das Yamaha-Werksteam keinen Gegenschlag gegen den Weltmeister ausführen.

Titel-Bild zur News: Valentino Rossi

Valentino Rossi muss sich Maverick Vinales ganz knapp geschlagen geben Zoom

Nachdem der Katar-Sieger am trockenen Freitag noch dominant wirkte, büßte Vinales dies im Nieselregen ein. Mit Platz sechs am Ende ist er dennoch zufrieden. Teamkollege Valentino Rossi mühte sich indes bereits in Q1 ab, um schließlich nur 0,054 Sekunden hinter Vinales über die Ziellinie zu fahren. Platz sieben für den "Doktor" ist "nicht so schlecht".

Vinales fuhr am Samstag in Termas de Rio Hondo zum ersten Mal im Nassen mit seiner M1. Trotz Respektabstandes in den Trainings und im Zeittraining am Samstag bestätigt er seine starke Form: "Ich habe mich gut gefühlt im Nassen und hatte viel Vertrauen in die Front und in schnellen Kurven." Allerdings haderte er vor allem an den Kurvenausgängen. "Die waren dafür nicht so gut, ich weiß nicht warum. Als ich das Bike aufrichten wollte, bin ich immer gerutscht. Sogar auf den Geraden bin ich gerutscht", rätselt der 22-Jährige.

Vinales: Hätte noch eine Sekunde schneller gekonnt

Auch der Reifenpoker ging nicht wie erwünscht auf: Vinales zog im Gegensatz zu allen anderen Piloten im Q2 den weicheren Regen-Hinterreifen von Michelin auf: "Ich hätte eine bessere Rundenzeit mit dem Medium-Hinterreifen geschafft. Ich habe den Soft gewählt, da wir nicht so viele Informationen hatten. Nach drei Kurven war der Reifen allerdings schon hinüber. Mit einem neuen Medium wäre ich bestimmt eine Sekunde schneller gefahren." Mit nur 0,7 Sekunden Rückstand wäre er im Bereich von Karel Abraham, der sensationell Zweiter wurde, gelegen. "Damit wäre ich ziemlich zufrieden gewesen."

Maverick Vinales

Maverick Vinales blickt zuversichtlich auf das Rennen am Sonntag Zoom

Für das Rennen am Sonntag zeigt er sich entspannt: "Ich weiß, wenn alle Full-wets aufziehen und es für alle gleich ist, kann ich mithalten." Der Grip sei nämlich auch im Nassen sehr gut, bestätigt er. Im Warm-up am Sonntagvormittag werde er über seinen Rennreifen entscheiden. "Allerdings könnte es für Verwirrung sorgen, weil es noch ziemlich frisch sein wird, das Rennen hingegen bei warmen Temperaturen stattfinden könnte", merkt er an.

Vinales hat viele Konkurrenten im Blick, vor allem Aspar-Pilot Abraham könnte eine Gefahr werden. Der Tscheche könnte von der Topspeed-Stärke der Ducati profitieren. "Es wird ziemlich schwierig sein, Abraham zu überholen. Wenn er einen guten Start erwischt, kann er wegfahren. Ich werde es ganz entspannt angehen und von Runde zu Runde schauen. Ich weiß, dass ich eine gute Pace habe. Ich muss am Beginn nicht zu viel Risiko gehen. Natürlich muss ich Positionen aufholen, aber nicht wie verrückt versuchen, Erster zu sein", erklärt der Yamaha-Werkspilot seine Taktik.

Rossi selbstkritisch: "Bin nicht so stark wie im Vorjahr"

Aber auch Marquez und Crutchlow hat er auf der Rechnung: "Marc hat ein gutes Bike und hat das Potenzial. Cal kann auch mithalten. Er ist eine gute Runde gefahren, zwar nicht so konstant, aber er kann mitfahren. Es gibt viele Fahrer, die morgen vorne sein können. Natürlich auch Valentino", schmunzelt er. Der hauchdünne Vorsprung gegenüber "Regenmeister" Rossi beflügelt den Youngster umso mehr.

Der Altmeister selbst findet versöhnliche Worte nach einem schwierigen Trainingsauftakt am Freitag. Er schaffte nur den 17. Platz und kämpfte in Q1 bis zur letzten Runde um den Einzug. In Q2 schaffte er schließlich die Verbesserung auf Platz sieben. "Der siebte Platz ist nicht so schlecht, wenn man meine Pace bedenkt. Ich weiß nicht, ob ich im Trockenen das auch schaffen kann. Am Vormittag konnten wir das Bike etwas verbessern, leider aber nur bei einem Versuch. Im Nassen war es ein bisschen besser. In Q1 ist mir am Ende noch eine gute Runde gelungen vor Dovi. Das war sehr wichtig."


Fotos: Valentino Rossi, MotoGP in Termas de Rio Hondo


Trotzdem fühlt sich der "Doktor" noch nicht wohl auf der neuen Yamaha: "Auch im Nassen fühle ich mich nicht wohl. Ich bin nicht so stark wie im Vorjahr. Das bedeutet, dass wir an der Balance des Bikes arbeiten müssen." Die Probleme seien sowohl im Trockenen als auch im Nassen vorhanden, bestätigt der 38-Jährige. "Ja, ich habe das gleiche Gefühl beim Kurveneingang. Im Vorjahr war ich stärker. Mit dem alten Bike konnte ich natürlicher fahren. Bei diesem Bike muss ich mich mehr anstrengen, es ist schwieriger. Aber wir können uns verbessern, wenn wir an der Balance und an der Abstimmung arbeiten", betont der Sieger von 2015.

Der Startplatz aus Reihe drei sei dennoch "ziemlich gut". Nun wartet Rossi die Bedingungen, die sich für den Renntag wieder bessern sollten, ab. "Ich hoffe, dass es entweder total trocken oder total nass ist - und nicht halb, halb. Im Warm-up sollte es schon trocken sein. Die Reifenwahl wird ebenso wichtig. Das hängt sehr von den Temperaturen ab", weiß der erfahrene Pilot. Ob ihm bei seinem 350. Start ein Podium gelingen wird?

Folgen Sie uns!

Anzeige

Folge uns auf Twitter

Folge uns auf Instagram

Folge uns jetzt auf Instagram und erlebe die schönsten und emotionalsten Momente im Motorsport zusammen mit anderen Fans aus der ganzen Welt