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MotoGP-Zukunft: Jeder Hersteller mit einem Kundenteam?

Trotz Überraschung in Assen haben die Privatteams einen schweren Stand - Promoter Dorna wünscht sich von jedem der sechs Hersteller ein Kundenteam

(Motorsport-Total.com) - Der turbulente Grand Prix von Assen brachte mit Jack Miller (Marc VDS) einen Überraschungssieger hervor. Zum ersten Mal seit zehn Jahren gewann ein Fahrer aus einem Privatteam ein Rennen der Königsklasse. Dazu stand mit Scott Redding ein weiterer Fahrer aus einem Kundenteam auf dem Podest. Realistisch gesehen war dieses Rennen eine große Ausnahme, denn aus eigener Kraft haben die Kundenteams kaum eine Chance auf vordere Platzierungen. Das neue Reglement mit der Einheitselektronik brachte das MotoGP-Feld zwar näher zusammen, in der Regel sind aber die Werksteams vorne.

Jack Miller

Vor Millers Sensationssieg kam Marc VDS mit Tito Rabat erst einmal in die Top 10 Zoom

"Früher waren nur zwei Werke vor uns und wir konnten unter Umständen ums Podium kämpfen", blickt Tech3-Teamchef Herve Poncharal auf die jüngere Vergangenheit zurück. Vor allem 2012 waren Cal Crutchlow und Andrea Dovizioso regelmäßig auf dem Podium zu finden. Seither hat sich die Königsklasse verändert. Ducati ist wieder stärker, Suzuki ist zurückgekehrt und auch Aprilia entwickelt mit Hochtouren. Im nächsten Jahr beginnt KTM das MotoGP-Abenteuer.

"Nun liegen vier Werke vor uns. Wir kämpfen also um neunte Plätze", betont Poncharal. "Mit sechs Werken würden wir um Platz 13 kämpfen, wenn die Werke ihre Ressourcen richtig nutzen. Dann wäre es etwas merkwürdig, im Parc Ferme als bestes Privatteam für Platz 13 ausgezeichnet zu werden. Doch dafür kann man niemandem die Schuld geben." Für die Privatteams wäre es ein Kampf um die letzten Punkteplatzierungen.


Fotos: MotoGP in Assen, Girls


Die Kundenmotorräder sind sehr nahe an der Spezifikation der Werksmaschinen. Da Details über Sieg und Niederlage entscheiden, sind die Werksteams im Vorteil. Mehr Personal kümmert sich um die Reifen und die Elektronik. Es ist oft zu erkennen, dass die Werksteams im Laufe des Wochenendes stärker werden, während die Fortschritte der Privatfahrer stagnieren. Im Rennen ist in der Regel die Hackordnung klar.

Yonny Hernandez, Valentino Rossi

Ein seltenes Bild: Ein Kundenfahrer führt vor den großen Stars Zoom

Die Verteilung der Kundenmotorräder ist derzeit nicht gleich verteilt. Honda rüstet drei Fahrer aus, Yamaha zwei und Suzuki sowie Aprilia keinen. Ducati stemmt mit älteren Motorrädern den Großteil des Feldes. Pramac, Avintia und Aspar setzen alle auf die Desmosedici. Schon seit längerer Zeit wünscht sich Promoter Dorna, dass jeder Hersteller ein Kundenteam mit zwei Fahrern ausrüstet. Bei sechs Herstellern wären das die gewünschten 24 Motorräder in der Startaufstellung.

"Unsere Wunschvorstellung ist es, sechs Hersteller mit jeweils vier Maschinen zu haben", betonte Carmelo Ezpeleta in Assen. "Das ist aber etwas, dass wir nicht festschreiben können. Wir streben an, Regeln zu entwerfen, die dieses Szenario vorschreiben. Momentan sind wir aber mit dem bestehenden Reglement zufrieden. Die Teams haben durch das neue Reglement die Wahl, von welchem Hersteller sie das Material beziehen möchten."

Auch wenn Suzuki hinter den Kulissen die Möglichkeiten evaluiert, schon im nächsten Jahr Kundenmotorräder einzusetzen, werden die Chancen dafür gering eingeschätzt. Die Kundenteams werden wohl auch im nächsten Jahr mit ihren derzeitigen Partnern weitermachen. Viel wird auch davon abhängen, welche Fortschritte Aprilia mit der RS-GP erzielt und wie konkurrenzfähig sich die neue KTM RC16 präsentieren wird.

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