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  • 07.04.2017 23:39

  • von Juliane Ziegengeist & David Emmett

"Ich bin weit weg": Valentino Rossi sucht nach seiner Pace

Als 16. im Freitagstraining muss Valentino Rossi um den Q2-Einzug bangen: In Argentinien plagen den MotoGP-Star alte Probleme - Gefühl für die Front fehlt

(Motorsport-Total.com) - Noch am Donnerstag hatte Valentino Rossi gehofft, nach seinem Überraschungspodium beim Saisonauftakt an das zuletzt gute Gefühl in Katar anzuknüpfen, wenn die MotoGP ins Rennwochenende von Argentinien startet. Doch am Freitag suchte der Italiener seine Pace vergeblich. Zwar steigerte sich der Yamaha-Pilot am Nachmittag im Vergleich zum ersten Freien Training um fast acht Zehntelsekunden. Seine Bestzeit (1:40.531 Minuten) reichte am Ende aber nur für Platz 16.

Titel-Bild zur News: Valentino Rossi

Valentino Rossi und seine neue M1 sind auch in Argentinien noch keine Freunde Zoom

"Wir haben uns ein besseres Gefühl erhofft, so wie es zuletzt im Rennen war", gibt Rossi enttäuscht zu. "Aber das Gefühl war mehr so wie im Training in Katar und bei den Tests. Wir haben viele Probleme, mit diesem Bike schnell genug in die Kurve hineinzufahren. Ich fühle mich nicht wohl." Besonders frustrierend: Teamkollege Maverick Vinales fährt auf demselben Motorrad allen davon.

Am Freitag war der Spanier in beiden Trainings Schnellster. Rossi fehlte eine gute Sekunde auf die Spitze. Auch die beiden privaten Yamahas von Jonas Folger (8.) und Johann Zarco (12.) setzten sich vor den Routinier. Er muss fürchten, sich am Samstag durch Q1 kämpfen zu müssen. Denn die Zeichen stehen auf Regen, sodass im dritten Freien Training kaum große Sprünge möglich sein werden.

Rossi gibt zu: Q2-Einzug wird sehr schwer

"Mir fehlt eine Sekunde, aber das Problem ist, dass alle eng beisammen sind. Viele verschiedene Fahrer sind sehr schnell", weiß Rossi und fürchtet, dass es selbst bei trockenen Bedingungen schwierig werden wird. Nach der Trainingspleite gesteht er: "Wir hoffen, dass wir morgen gutes Wetter haben und wir uns direkt für Q2 qualifizieren können, aber das wird schwer, denn alle sind nah zusammen und ich bin weit weg."

Noch immer vermisst der 38-Jährige das nötige Gefühl für das Vorderrad. Er hatte all seine Hoffnung in einen neuen Vorderreifen von Michelin gesetzt, der mit einer härteren Karkasse ausgestattet ist und es den Fahrern ermöglichen soll, das Limit besser zu finden. Doch weil er am Freitag noch nicht verfügbar war, konnte ihn Rossi auch noch nicht testen und plagte sich folglich mit denselben Problemen wie in Katar.


MotoGP in Termas de Rio Hondo

Dabei geht es nicht nur um das Gefühl für die Front, wie Yamaha-Teammanager Massimo Meregalli im Interview mit 'Eurosport' betont: "Er leidet unter sehr viel Bewegung im Motorrad. In den Kurven verhält es sich noch nicht so, wie er es gerne hätte." Insbesondere am besagten Kurveneingang habe Rossi zu kämpfen. "Ich kann die M1 nicht gut fahren und bin in so ziemlich jedem Sektor der Strecke langsam", sagt er selbst.

Sonntagsfahrer: Vinales schreibt Rossi nicht ab

Die 2017er-Yamaha sei sehr anders als das Modell aus dem Vorjahr, ergänzt Rossi. "Im vergangenen Jahr hat es sich natürlicher angefühlt. Aber man sieht, dass Vinales schnell ist, er fährt immer an der Spitze. Das heißt, das Bike ist gut. Wir müssen versuchen, es zu verstehen." Vinales schreibt seinen Teamkollegen indes nicht ab: "Valentino beginnt das Wochenende mit Problemen und plötzlich ist er am Sonntag wieder zur Stelle."

Daran klammert sich Rossi auch in Argentinien. Ein Lichtblick sei seine Performance auf den harten Reifen: "Damit war ich konstant unterwegs, aber es fehlt noch immer etwas. Morgen müssen wir Veränderungen vornehmen, um uns zu steigern. Ich denke, die Strecke ist in einem besseren Zustand als vor einem Jahr, aber es gibt viele Schlaglöcher. Das macht es schwer, insbesondere im ersten Teil der Strecke", verrät der Yamaha-Star.


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