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  • 21.05.2012 · 10:55

Hoffnungsträger Bradl macht Lust auf mehr

Mit seinem fünften Platz in Frankreich hat Stefan Bradl das nächste Ausrufezeichen gesetzt: Nie holte ein deutscher MotoGP-Pilot ein besseres Ergebnis

(Motorsport-Total.com/SID) - Nach seiner Glanzleistung im Regen von Le Mans blühte bei Stefan Bradl der Flachs. "Jetzt hab' ich dich eingeholt!", rief er gut gelaunt dem früheren MotoGP-Piloten Alex Hofmann zu, der mittlerweile als TV-Reporter in der Boxengasse unterwegs ist. Beim Großen Preis von Frankreich hatte Bradl das bis dato beste Ergebnis eines Deutschen in der MotoGP-Klasse eingestellt.

Stefan Bradl

Stefan Bradl ist nach vier Rennen endgültig in der Königsklasse angekommen

Wieder Platz fünf, wieder Regen in Le Mans - was für Hofmann vor fünf Jahren der Glanzpunkt seiner Karriere in der Motorrad-Königsklasse war, soll für Moto2-Champion Bradl nur eine Durchgangsstation sein. Nach vier Top-Ten-Platzierungen in vier Rennen ist der Rookie endgültig angekommen und macht Hoffnung auf mehr.

"Es war ein tolles Rennen, ich habe mich einfach wohlgefühlt", sagt der 22-Jährige, obwohl das Feld von Beginn an widrigen Bedingungen trotzen musste. Viel Wasser auf der Straße, immer wieder Regenschauer - doch Bradl behielt den Durchblick. "Der Start war gut. Es war verdammt schwierig, weil wir sehr viel Gischt hatten", sagt er.


Fotos: Stefan Bradl, MotoGP in Le Mans


Nur von Position 13 gestartet, arbeitete sich der Honda-Pilot vor. "Ich habe gleich am Anfang ein paar gute Leute überholt", sagt Bradl nicht ohne Stolz. Stürze des Briten Cal Crutchlow und des Italieners Andrea Dovizioso (beide Tech-3-Yamaha) spülten ihn bis auf Rang fünf. Zwei "geschenkte Plätze", wie Bradl sagt, aber "so was gehört halt auch dazu".

Bei schwierigen Sichtverhältnissen orientierte sich der Neuling bei seinem vierten Rennen zeitweise sogar an einem der Spitzenpiloten. "Ich hatte eine gute Referenz mit Dani Pedrosa, dem ich eine Zeit lang auch folgen konnte", erzählt Bradl über sein zaghaftes Duell mit dem WM-Dritten aus Spanien.

Helmut Bradl: Außergewöhnliche Leistungen

Die steile Lernkurve des Zahlingers erfüllt auch Vater Helmut Bradl, selbst 1991 Vize-Weltmeister, mit Stolz. "Diese Leistungen sind schon außergewöhnlich", sagt der 50-Jährige: "Man darf den Umstieg auf die MotoGP-Klasse nicht unterschätzen. Andere Piloten haben dafür deutlich länger gebraucht." Anpassungsprobleme sucht man bislang in der Tat vergeblich. Nach vier Rennen liegt Bradl mit 35 Punkten auf Rang sieben der Gesamtwertung, vor erfahrenen Piloten wie dem früheren Weltmeister Nicky Hayden aus den USA.

Stefan Bradl

Nach dem Rennen wurde Stefan Bradl mit einer Champagner-Dusche empfangen Zoom

Angesichts dieses Aufstiegs stellt sich die Frage, wo das eigentlich noch hinführen soll mit Bradl, der anscheinend in jedem Rennen dazulernt. "Das ursprüngliche Fernziel hat Stefan ja schon nach vier Rennen erreicht", sagt Bradl senior, der dennoch bemüht ist, die Erwartungen zu bremsen: "Natürlich will er sich weiter verbessern. Aber bis zu den Spitzenfahrern wie Casey Stoner fehlt sicher noch etwas. Vor allem die Erfahrung kann man nicht so schnell aufholen."

In zwei Wochen macht die Motorrad-WM Station in Spanien, für Bradl der nächste Schritt in der Königsklasse. "Barcelona ist ein sehr flüssiger Kurs, ich freue mich darauf", sagt der Bayer. Langsam, aber sicher muss Hofmann um einen weiteren Meilenstein bangen: 2007, in seiner stärksten Saison, holte der damalige Ducati-Pilot 65 WM-Punkte. Viel fehlt nicht mehr, dann kann Bradl auch hinter diese Marke einen Haken machen.

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