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Ezpeleta: Volle Unterstützung für CR-Teams

Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta legt sich mit den großen Herstellern an - Die volle Unterstützung und Aufmerksamkeit liegt auf den Claiming-Rule-Teams

(Motorsport-Total.com) - Der Motorradsport steht am Scheideweg. Prinzipiell geht dem Sport das Geld aus. Das Yamaha-Werksteam hat Ende 2010 als amtierender Weltmeister keinen Hauptsponsor gefunden. Bei Honda stand im Vorjahr das Sponsoring von Repsol ebenfalls auf der Kippe. Schließlich konnte der spanische Ölkonzern zum Weitermachen überredet werden. Honda hatte bei der Suche nach einem Ersatz aber auch Probleme. Bleibt noch Ducati, wo der große Geldgeber nicht einmal auf den Motorrädern zu lesen ist.

Titel-Bild zur News: Start in Indianapolis

Die Claiming-Rule-Motorräder sollen die Zukunft der MotoGP sein

Und sonst? Bei Suzuki ist das künftige Engagement noch nicht bestätigt. Gresini und LCR haben Sponsoren aus Italien. Pramac finanziert sich das Team selbst, wird aber auf ein Motorrad zurückrüsten. Die reiche Abraham-Familie finanziert das MotoGP-Abenteur des Sohnes, während ein Energydrink das Tech-3-Team sponsert. Große Neueinsteiger gibt es nicht. In den vergangenen Jahren hat Rechtevermarkter Dorna die Kundenteams finanziell unterstützt.

Das ist nun vorbei, denn Carmelo Ezpeleta will den Sport verändern, billiger machen und eine bessere Show bieten. In Zukunft bekommen nur noch die Claiming-Rule-Teams finanzielle Unterstützung. Deutlich wurde diese Veränderung bei der Aspar-Mannschaft. Teamchef Jorge Martinez wird im kommenden Jahr keine Ducati leasen, sondern zwei CRT-Motorräder einsetzen.

Aufgrund der wirtschaftlichen Situation bezeichnet Ezpeleta die Leasinggraten der Hersteller als verrückt. Die neuen 1.000er Motorräder werden in der kommenden Saison noch teurer werden. Eine Honda RC213V soll für geschätzte drei Millionen Euro zu haben sein. Alleine das neue Getriebe kostet geschätzte 650.000 Euro. Es stellt sich dabei immer die Frage, was der Fan auf der Tribüne von so einem Getriebe hat. Die Moto2 zeigt im Gegensatz vor, wie spannender Motorsport zu leistbaren Konditionen funktioniert.

Aktuelle Prototypen viel zu teuer

"Ich mag persönlich nichts an einem aktuellen MotoGP-Motorrad", wird Ezpeleta von der 'AS' zitiert. "Wir haben eine Serie, in der Honda verrückt ist." Wenn ein Privatteam ein Motorrad von Honda, Yamaha oder Ducati least, muss es am Saisonende zurückgegeben werden. Ein CR-Motorrad wäre dagegen im Besitz des Teams.

"Es wird im kommenden Jahr kein Geld mehr von uns geben, um diese Motorräder zu leasen", spricht Ezpeleta die Umverteilung der finanziellen Unterstützung auf die CR-Teams an. "Am Ende wird es im Jahr 2013 vielleicht nur zwei dieser Honda-Motorräder geben." Die hohen Preise haben auch den Aufstieg zahlreicher Moto2-Spitzenfahrer verhindert.

"Es ist lächerlich, dass ein Fahrer wie Stefan Bradl zweieinhalb Millionen Euro Sponsorgeld von Vissmann hat, aber er kann nicht in die MotoGP wechseln, weil er fünf Millionen braucht", nennt Ezpeleta ein Beispiel. "Ich werde jetzt Maßnahmen ergreifen. Prinzipiell geht es um die Unterhaltung und nicht um das Technologie-Rennen." Wenn es nur sechs Werksmotorräder geben würde, dann wäre es "perfekt. Dann sind sie Weltmeister, aber ich werde mich auf die anderen 16 Motorräder in der Startaufstellung kümmern."

Claiming-Rule soll die Zukunft sein

Die Absicht von Ezpeleta ist klar: Claiming-Rule-Motorräder sollen die Zukunft des Sports sein und die teuren Werksteams sollen mehr und mehr aus dem Sport verdrängt werden. Der Spanier legt sich mit mächtigen Gegenspielern wie Honda an. "Es ist mir egal was sie sagen, aber ich erkläre ihnen nicht den Krieg."

"Es geht um die Verantwortung. Ein CRT-Motorrad kostet eine Million Euro pro Saison, im Gegensatz zu den Leasinggraten von drei Millionen. Außerdem müssen die Teams die Motorräder nicht zurückgeben." Seit einigen Jahren gibt es die Diskussionen zwischen der Dorna und den Herstellern, dass die Preise gesenkt werden müssen. Da es nun teuer wird, forciert die Dorna die CRT-Teams.