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Crutchlow: "Es war eine harte Saison"

Der Brite Cal Crutchlow blickt auf eine schwierige Saison zurück, in der er aber Potenzial erkannt hat - Es gibt für den Briten weiterhin noch viel zu lernen

(Motorsport-Total.com) - Die Debüt-Saison von Cal Crutchlow war von Höhen und Tiefen gezeichnet. Zu Saisonbeginn zeigte der Brite auf Anhieb seinen Speed und mischte in der Verfolgergruppe gut mit. Je länger das Jahr aber dauerte, desto größer wurden die Probleme. Es unterliefen dem 26-Jährigen zahlreiche Fehler. Ausgereichnet beim Heimrennen in Silverstone brach sich Crutchlow ein Schlüsselbein und konnte den Grand Prix nicht starten. Anschließend musste er in Assen mit Reifenproblemen an die Box fahren und in Mugello gab der Tech-3-Pilot überhaupt auf. Im letzten Saisondrittel wurden die Leistungen wieder etwas besser.

Titel-Bild zur News: Cal Crutchlow

Der Brite Cal Crutchlow zieht ein gemischtes Fazit nach seiner Rookie-Saison

Beim Saisonfinale in Valencia eroberte Crutchlow mit Platz vier sein bestes Resultat und sicherte sich damit die Auszeichnung des besten Neulings des Jahres. "Es war eine harte Saison, aber mit viel Potenzial. Ich musste zehn Strecken und das Motorrad lernen. Es gab nicht viel Positives, aber ich bin deswegen nicht niedergeschlagen", wird Crutchlow von 'Motor Cycle News' zitiert. "Ich gebe mein Bestes. Der größte Unterschied war, dass ich mich an das Motorrad gewöhnen musste."

"Gegen Saisonmitte bin ich einige Male gestürzt und es war eine harte Zeit. MotoGP-Motorräder sind ganz anders, als ich es gewohnt war. Niemand kann dir lernen, wie man damit fährt. Man muss es selbst herausfinden. Ich glaube, ich habe meinen Naturspeed gezeigt. Im nächsten Jahr brauche ich aber mehr Konstanz." In den vergangenen Jahren sind einige Fahrer von der Superbike-WM in die MotoGP gewechselt.

Die Erfolgsausbeute war bislang dürftig, denn Troy Bayliss und Chris Vermeulen haben je ein Rennen gewonnen, sind aber sonst kaum an der Spitze gewesen. Colin Edwards hat noch nie einen Sieg gefeiert. Einzig Ben Spies mischte in seinem zweiten MotoGP-Jahr regelmäßig vorne mit. Crutchlow hat in den vergangenen beiden Jahren jeweils das Motorrad des Texaners übernommen und ist beeindruckt von den Fähigkeiten des US-Amerikaners.

Crutchlow von Spies beeindruckt

"Was Ben im Vorjahr gezeigt hat, war phänomenal. Man könnte argumentieren, dass er ein Werksmotorrad hatte, speziell gegen Ende der Saison, als er für das Werksteam unterschrieben hatte. Niemand hat das geschafft. Bayliss stand in seinem ersten Jahr einige Male auf dem Podium, aber es ist nicht leicht", sagt Crutchlow. "Man muss sich nur die Jungs ansehen, die vor Kurzem von den Superbikes gekommen sind. Checa musste aufgeben, weil seine Arme geschmerzt haben. Auch Fabrizio gab wegen Schmerzen in den Armen auf."

Fabrizio und Checa sind zwei sehr erfahrene Piloten. Speziell der Spanier hat mit dem Superbike-WM-Titel in der abgelaufenen Saison seine Klasse bewiesen. Darum ist es verwunderlich, dass jemand wie Checa, der Ende der Saison 2010 einige Rennen für Pramac gefahren ist, große Probleme hatte. Auch John Hopkins musste in Sepang aufgrund seiner Fingerverletzung passen, die ihm auf dem Superbike aber kaum Probleme bereitet hatte.

In der MotoGP geht es nicht um körperliche Kraft

Wie anstrengend sind die MotoGP-Motorräder zu fahren? "Die Motorräder sind körperlich anstrengend zu fahren, aber ich könnte mit Dani Pedrosa oder Casey Stoner Armdrücken machen und würde gewinnen", meint Crutchlow. "Es geht also um die Technik und wie man das Motorrad fährt, und nicht um die reine Kraft. Ich kam zu Strecken die ich kannte, bin aber schlecht gefahren, weil ich wie mit einem Superbike unterwegs war. Das funktioniert aber nicht. Ich habe meinen Fahrstil stark geändert, aber es wartet noch ein langer Weg auf mich. Ich freue mich auf die Herausforderung."

Nach der Yamaha R1 (2010) und der Yamaha M1 mit 800 Kubikzentimetern Hubraum (2011) steigt Crutchlow im kommenden Jahr erneut auf ein neues Motorrad. Im Tech-3-Team wird der Brite die neue M1 mit 1.000 Kubik fahren. In Valencia hat er sie bereits getestet. "Ich glaube, die 1.000er wird mir etwas besser liegen. Man wird sich mehr Fehler erlauben können. Wenn einem mit der 800er ein Fehler unterlaufen ist, konnte man das nie wieder gutmachen."

"In 80 oder 90 Prozent der Rennen hat der Fahrer gewonnen, der nach der zweiten Runde in Führung lag, weil man die Zeit nicht mehr aufholen konnte. Die Bremswege und alles war genau gleich. Wir wollen wieder spannende Rennen sehen und ich glaube, dass wir das mit der 1.000er bekommen werden. Bei der 800er ging es nur um den Grip in der Kurvenmitte. Es werden zwar immer noch die gleichen Jungs vorne sein, aber hoffentlich sind die Verfolger näher dran."

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