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"Brutal und schnell": Valentino Rossi blickt auf sein 500er-Debüt zurück

Als "mythisch" beschreibt Valentino Rossi die Honda NSR500, mit der er im Jahr 2000 seine erste Saison in der Königsklasse bestritt - Witzige Erinnerung an ersten Test

(Motorsport-Total.com) - Ob Valentino Rossi seine aktuell im 26. Jahr befindliche aktive Karriere in der Motorrad-Weltmeisterschaft über 2021 hinaus fortsetzen wird, ist weiterhin offen. Die kommenden Tage könnten diesbezüglich eine Entscheidung bringen.

Valentino Rossi auf der Honda NSR500

Zwei Jahre verbrachte Rossi auf der Honda NSR500 und ist noch heute beeindruckt Zoom

Gut möglich, dass sich Rossi bei der Rückkehr aus der MotoGP-Sommerpause zu seinen Zukunftsplänen äußern wird. Das erste Rennwochenende nach der Sommerpause ist das kommende Wochenende (6. bis 8. August) anlässlich des Grand Prix der Steiermark in Spielberg.

Während Rossis Zukunftsentscheidung derzeit noch auf sich warten lässt, kann er sich an eine andere Entscheidung noch sehr gut erinnern: seinen Aufstieg in die Königsklasse. Die war damals, als Rossi sie im Jahr 2000 betrat, noch nicht die MotoGP-Klasse, sondern die 500er-Klasse.

Witzige Erinnerung an ersten 500er-Test

"Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Test. Das war im November 1999 in Jerez", sagte Rossi vor einigen Wochen gegenüber 'Sky Sport Italia' und weiter: "Ich hatte damals gerade mit Aprilia den 250er-Titel gewonnen und gerade bei HRC unterschrieben. Ich hatte mit einer Honda-mäßigen Ankunft mit jeder Menge Autos und Leuten gerechnet."

Schließlich übernahm Rossi als Rookie in der 500er-Klasse damals im Honda-Werksteam die Crew von keinem Geringeren als Mick Doohan. Der Australier hatte seine Karriere nach seinem schweren Unfall im Qualifying zum Grand Prix von Spanien 1999 in Jerez beenden müssen. In den fünf Jahren zuvor hatte er jeweils den WM-Titel errungen.

Jeremy Burgess, Valentino Rossi, Mick Doohan

Als 500er-Rookie übernahm Rossi die Crew um Jeremy Burgess von Mick Doohan Zoom

Nun fand Rossis erster 500er-Test fand ausgerechnet in Jerez statt. Doch statt des erwarteten Großaufgebots mit vielen Autos und Leuten von Honda fand der junge Italiener zu seiner Überraschung etwas anderes vor.

"Jeremy Burgess kam zusammen mit Bernard, einem Mechaniker aus Belgien, der noch heute für mich arbeitet. Sie trugen normale Klamotten, aber das waren ganz fürchterliche Pullover und enge Jeans", lacht Rossi und weiß noch: "Die 500er-Honda hatten sie in einem gemieteten Kleintransporter dabei."

Erster Test mit NSR500 beeindruckender als mit RC211V

"Am nächsten Tag probierte ich das Motorrad zum ersten Mal aus und es war ein unvergessliches Gefühl", erinnert sich Rossi und schildert seine zweite Überraschung: "Es war einfach ein richtig brutales und schnelles Bike. Einfach nur geradeaus zu fahren fiel schon extrem schwer, weil die Strecke auf einmal viel enger wirkte als auf einer 250er."

Valentino Rossi auf der Honda NSR500

Die NSR500 beeindruckte Rossi vom ersten Tag an (Foto: Phillip Island 2000) Zoom

"Am ersten Tag hatte ich große Mühe, weil das Bike so extrem schnell war. Am zweiten Tag aber kam ich besser zurecht und fuhr gute Rundenzeiten", denkt Rossi zurück. Und nach mittlerweile über 25 Jahren im Geschäft hat "The Doctor" keinen Zweifel daran, welches der Klassenumstieg war, der für ihn die größte Herausforderung darstellte.

"Ich darf mich glücklich schätzen, denn ich bin ein Fahrer, der sowohl die 500er- als auch die MotoGP-Klasse kennt. Ich muss aber sagen, dass ich bei meinem ersten 500er-Test damals in Jerez wesentlich mehr beeindruckt war als bei meinem ersten MotoGP-Test mit der RC211V von Honda."

Erstes 500er-Rennen endet für Rossi mit Sturz

Bevor Rossi zur Saison 2002, der ersten der heutigen MotoGP-Ära, auf die RC211V umstieg, absolvierte er zwei Saisons in der 500er-Klasse. Sein Renndebüt in dieser Klasse gab er am 19. März 2000 beim Grand Prix von Südafrika in Welkom und damit auf jener Strecke, auf der er vier Jahre später bei seinem Yamaha-Debüt den, wie er selbst sagt, größten Sieg seiner Karriere eingefahren hat.

Valentino Rossi bei seinem 500er-Debüt in Welkom 2000 vor Alex Criville und Alex Barros

Bei seinem 500er-Debüt lag Rossi gut im Rennen, hier vor Alex Criville und Alex Barros Zoom

In Welkom 2000 ging Rossi mit der gelben NSR500 des Honda-Satellitenteams Nastro Azzurro vom fünften Startplatz ins Rennen. "Ich hatte einen ziemlich schlechten Start und fand mich dann mit etwas Rückstand hinter einer Gruppe von fünf oder sechs anderen Bikes wieder", erinnert sich Rossi im Gespräch mit 'MotoGP.com'.

"Es gelang mir aber aufzuholen. Ich fuhr die schnellste Rennrunde und konnte den Anschluss an die Gruppe wiederherstellen. Leider bin ich genau in diesem Moment gestürzt", sagt Rossi und meint mit Verweis auf den 2000er-Weltmeister Kenny Roberts jun. rückblickend: "Schade, denn weil ich auch beim zweiten Rennen (Sepang; Anm. d. Red.) gestürzt bin, habe ich direkt zu Beginn viele Punkte auf Kenny verloren. Am Saisonende lag ich gar nicht mal so viele Punkte zurück. Deshalb war das ein bisschen schade, aber es war okay."

Faszination der 500er-Ära bis heute existent

Trotz der zwei frühen Stürze gelangen Rossi in seiner Rookie-Saison in der 500er-Klasse zwei Siege. Den ersten feierte er am 9. Juli beim Grand Prix von Großbritannien in Donington, wo er Suzuki-Pilot Roberts jun. auf den zweiten Platz verwies.

Valentino Rossi feiert seinen ersten 500er-Sieg in Donington 2000 mit Kenny Roberts jun.

Seinen ersten 500er-Sieg feierte Rossi im Sommer 2000 in Donington Zoom

Später siegte Rossi auch beim Grand Prix von Rio auf der heute nicht mehr existenten Jacarepagua-Rennstrecke in Brasilien. Es war das Rennen, bei dem Roberts jun. den WM-Titel unter Dach und Fach brachte. Auf einen weiteren Weltmeister musste Suzuki anschließend 20 Jahre warten, bis man im Jahr 2020 von Joan Mir mit dem MotoGP-Titel erlöst wurde.

Für Rossi jedenfalls hat die 500er-Ära, in der er in der Saison 2001 Weltmeister wurde damit den letzten 500er-Titel der Geschichte errang, noch heute einen ganz besonderen Platz im Herzen. "Die 500er ist das Motorrad mit dem größten Kultcharakter. Jeder wollte so ein Bike fahren. Ich würde es als mythisch bezeichnen. Denn als es den Umstieg auf die Viertakter gab, entstand bei vielen Leute eine große Nostalgie für die 500er-Zweitakter."

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