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Schwantz bewertet Roberts und Beaubier: "Gibt keine Ausreden mehr"

Ex-Weltmeister Kevin Schwantz verfolgt mit Interesse die Entwicklung von Roberts und Beaubier - Er glaubt, dass die USA wieder viele Talente hervorbringt

(Motorsport-Total.com) - Die USA dominierte einst mit Kenny Roberts, Freddie Spencer, Eddie Lawson, Wayne Rainey und Kevin Schwantz die Motorrad-WM. Seit Nicky Haydens Weltmeistertitel im Jahr 2006 herrscht Ebbe. In der MotoGP-Ära (seit 2002) hat die USA nur vier Siege erreicht.

Joe Roberts

Joe Roberts fährt für das Weltmeisterteam Italtrans Zoom

Mit Joe Roberts und Cameron Beaubier sind derzeit zwei US-Fahrer in der Moto2-Klasse vertreten. Beaubier wagte in diesem Jahr den "Sprung über den großen Teich". In den vergangenen Jahren hat er fünfmal die MotoAmerica Superbike-Meisterschaft gewonnen.

Roberts bestreitet seine vierte volle Grand-Prix-Saison. Im Vorjahr eroberte er in Brünn mit Rang drei seinen ersten Podestplatz. Roberts fährt für Italtrans. Das italienische Team hat im vergangenen Jahr mit Enea Bastianini den Weltmeistertitel gewonnen.

"Für Joe gibt es keine Ausreden mehr", findet Suzuki-Legende Schwantz im Podcast 'Tank Slappers' der englischen Edition von 'Motorsport.com'. "Er fährt jetzt im Meisterteam vom vorigen Jahr. Es ist interessant, ihn auf diesem Motorrad zu sehen."

Bisher konnte Roberts noch nicht an der absoluten Spitze mitmischen. "Ich hatte mir ein bisschen mehr von Joe erhofft in dieser Saison, aber das haben wir noch nicht gesehen", findet Schwantz. Trotzdem gibt es Gerüchte, dass Roberts im nächsten Jahr für Aprilia MotoGP fahren könnte.

Beaubier hatte als Teamkollege von Marquez "Pech"

Beaubier hat in den ersten sieben Rennen 20 WM-Punkte gesammelt. Ein achter und ein neunter Platz sind seine besten Ergebnisse. Er fährt für das Team American Racing von Eitan Butbul. Zu Beginn der Saison gab es eine wesentliche Personaländerung.

"Cameron hat jetzt Stuart Shenton als Crewchief. Stuart war mein Crewchief ab 1992, inklusive meines Titeljahres, bis ich 1995 aufgehört habe", sagt Schwantz, der 1993 500er-Weltmeister war. "Er hat da jemanden, der wirklich gut darin ist, ein Motorrad zu modifizieren."

Cameron Beaubier

Mit fünf MotoAmerica-Titeln wechselte Cameron Beaubier in die Moto2 Zoom

"Damit der Fahrer das Gefühl bekommt, das er braucht. Es ist toll, zwei Amerikaner dort zu sehen. Und Cameron scheint die Lücke zur Spitze von Wochenende zu Wochenende weiter zu schließen." Beaubier ist regelmäßig in der Gruppe rund um Platz zehn zu finden.

Im Jahr 2009 fuhr Beaubier eine Saison in der 125er-Klasse. Er war im KTM-Werksteam der Teamkollege eines gewissen Marc Marquez. Dieser schaffte einen dritten Platz und wurde WM-Achter. Beaubier sammelte nur drei WM-Punkte und wurde 29.

Somit gab es keinen Verbleib im Grand-Prix-Sport. "Er hatte das Pech, Marc Marquez als Teamkollegen zu haben", findet Schwantz. "Er hat nicht so sehr geglänzt." Deshalb kehrte Beaubier in die USA zurück und baute sich dort eine Karriere auf.

Schwantz glaubt: Es gibt in den USA viele Talente

Schritt für Schritt betreten wieder US-Fahrer die Weltmeisterschaft. Schwantz glaubt, dass da in naher Zukunft noch mehr passieren wird: "Ich glaube, wir haben genau so viele gute junge Talente wie damals, als Wayne, Eddie, ich und alle hier in Amerika groß wurden."

"Das Schwierige ist jetzt, dass es ohne die Beteiligung der Hersteller aus der Werksperspektive keine Möglichkeit gibt, die Kids in den Grand-Prix-Sport oder in die Superbike-WM zu bringen - außer mit dem Scheckbuch des Vaters. Und es gibt nicht viele von ihnen hier, die diese finanziellen Möglichkeiten haben."


Fotostrecke: Alle Motorrad-Weltmeister aus den USA

Umgekehrt wird die MotoAmerica für europäische Fahrer attraktiv. Toni Elias wurde 2017 Meister und besiegte damals Beaubier. Aktuell ist Elias Riding-Coach des US-Amerikaners. Die beiden ehemaligen Rivalen sind freundschaftlich vereint.

"In der MotoAmerica haben wir jetzt Loris Baz und Hector Barbera", sagt Schwantz. "Wir haben also ein paar frühere Fahrer aus der WM, was es spannend macht. Die Strecken sind unterschiedlich, die Motorräder sind unterschiedlich, die Reifen sind unterschiedlich."

"Aber ich denke, wir sollten von diesen Jungs große Dinge erwarten. Und das ist ein guter Maßstab, etwas Gutes, um das Feld auch hier in Amerika zu beurteilen." Baz will sich mit Erfolgen für eine Rückkehr in die Superbike-WM empfehlen.

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