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Petronas-Yamaha rüstet sich aktiv für möglichen Rossi-Rücktritt

Petronas und Yamaha sprechen mit Nachfolger(n), um sich auf Valentino Rossis möglichen MotoGP-Rücktritt vorzubereiten - "Erste Wahl" ist einer aus KTM-Lager

(Motorsport-Total.com) - Dass Valentino Rossi mit seinem im Winter vollzogenen Wechsel aus dem Yamaha-Werksteam ins werksunterstützte Petronas-Yamaha-Team die schlechteste Saison seiner langen und erfolgreichen Karriere in der Motorrad-WM einleiten würde, hatte sich der neunmalige Weltmeister sicher nicht gedacht.

Valentino Rossi

Ist die laufende Saison 2021 für Valentino Rossi die letzte als MotoGP-Pilot? Zoom

Fakt aber ist: Nach sechs Rennen der MotoGP-Saison 2021 liegt Rossi nur an 19. Stelle der Gesamtwertung. Seine beste Rennplatzierung ist P10, die er am vergangenen Wochenende bei seinem Heimrennen in Mugello eingefahren hat. Dazu sei gesagt, dass das Erreichen der Top 10 durch den einen oder anderen Ausfall im Feld begünstigt wurde.

Im dritten Freien Training am laufenden Barcelona-Wochenende gab es für Rossi einen Aufwärtstrend, indem er erstmals seit dem Saisonauftakt den direkten Q2-Einzug geschafft hat. Ungeachtet dessen bereitet man sich bei Petronas-Yamaha derzeit schon aktiv auf den möglichen Fall vor, dass "The Doctor" seine MotoGP-Karriere mit Ablauf der Saison 2021 beendet.

Raul Fernandez

Gelingt es Petronas und Yamaha, Raul Fernandez aus dem KTM-Vertrag zu holen? Zoom

"Die erste Wahl ist Raul Fernandez", offenbart ein Mitglied des Petronas-Yamaha-Teams, das nicht genannt werden möchte, gegenüber der spanischen Edition von 'Motorsport.com'. Allerdings heißt es gleichzeitig, dass es "an eine 'Mission Impossible' grenzt", Fernandez von KTM loszueisen.

Der 20-jährige Spanier fährt für Ajo-KTM derzeit seine Rookie-Saison in der Moto2-Klasse. Von seinen ersten sechs Rennen hat er schon zwei gewonnen und liegt aktuell an zweiter Stelle der Gesamtwertung hinter Teamkollege Remy Gardner, der in dieser Woche als MotoGP-Rookie für 2022 bei Tech-3-KTM präsentiert wurde.

Im Lager von KTM ist es üblich, dass den Piloten Strafen im Vertrag eingebaut werden, sollte es zu einer vorzeitigen Vertragsauflösung kommen. Trotzdem hat es am laufenden Barcelona-Wochenende laut Informationen von 'Motorsport.com' Treffen zwischen Fernandez und Razlan Razali, dem Teamchef des von Petronas gesponserten Sepang Racing Teams (SRT), sowie Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis gegeben.

Lin Jarvis, Razlan Razali

Lin Jarvis und Razlan Razali (Archivbild) haben sich bereits mit Fernandez getroffen Zoom

Wenngleich es derzeit noch nicht offiziell bestätigt ist, so gilt eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Petronas SRT und Hersteller Yamaha mittlerweile als sicher. Aber Fernandez ist nicht der einzige, den man bei Petronas und Yamaha als möglichen Rossi-Nachfolger auf der Liste hat.

Auch Xavi Vierge und Jake Dixon, die derzeit im Moto2-Team von Petronas (mit Kalex-Bikes) fahren, gelten als Kandidaten. Außerdem gilt Joe Roberts, der im Moto2-Team von Italtrans für Erfolge sorgt, als ein möglicher Rossi-Nachfolger. All diese Szenarien würden in Erwägung gezogen, sollte der 42-jährige Rossi seinen Helm tatsächlich zum Jahresende an den Nagel hängen, um sich künftig voll auf sein in die MotoGP-Klasse aufsteigendes VR46-Team zu kümmern.

Während Rossi in seinem Vertrag bei Petronas-Yamaha eine Option für 2022 besitzt, die aber mit gewissen Leistungszielen verbunden ist, läuft der Vertrag von Teamkollege Franco Morbidelli bis Ende 2022. Allerdings verfügt der 26-jährige Italiener über eine Ausstiegsklausel, sollte er ein Angebot von einem Werksteam der Konkurrenz erhalten.

Franco Morbidelli

Franco Morbidelli würde Rossis Werks-Bike erhalten, wenn er bleibt - so sieht es aus Zoom

Für den Fall, dass sich Rossi nach einem Jahr von Petronas-Yamaha verabschiedet und Morbidelli dem Team erhalten bleibt, würde Morbidelli die M1 in der aktuellen Werksspezifikation erhalten, die derzeit von Rossi gefahren wird.

Morbidelli selbst müht sich derzeit mit einer von der Basis her zwei Jahre alten M1 ab, verzeichnet damit aber immer wieder Achtungserfolge, wie etwa den dritten Platz beim Grand Prix von Spanien in Jerez oder zwei Trainingsbestzeiten am laufenden Barcelona-Wochenende.

"Ich weiß noch nicht, welches Bike ich nächstes Jahr fahren werden, aber ich werde für Petronas fahren", offenbart Morbidelli im Gespräch mit der spanischen Edition von 'Motorsport.com' und lässt damit anklingen, dass es ein Angebot aus einem konkurrierenden Werksteam bislang nicht gegeben hat.

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