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Briscoe schlägt Danica Patrick - de Silvestro mit Feuerunfall

Ryan Briscoe und Danica Patrick feierten in Texas ihre sportliche Wiederauferstehung - Simona de Silvestro nach Feuerunfall leicht verletzt

(Motorsport-Total.com) - Das Firestone 550k auf dem Texas Motor Speedway war vor allem für zwei bisher völlig unter Wert geschlagene IndyCar-Piloten eine Reise wert: Ryan Briscoe (Penske) gewann in der Nacht von Samstag auf Sonntag sein erstes Saisonrennen 2010, und die zuletzt viel gescholtene Danica Patrick (Andretti) gab als hervorragende Zweite wieder einmal ein kräftiges Lebenszeichen von sich.

Ryan Briscoe

Ryan Briscoe holte sich Samstagnacht in Texas seinen ersten Saisonsieg Zoom

Mehr noch: Der 28-jährige US-Superstar bot in Texas die mit Abstand beste Vorstellung in der bis dato so schwierigen IndyCar-Saison. Lediglich der ebenfalls nicht gerade vom Glück gezeichnete Briscoe war - völlig verdient - in der Lage, Patrick vom zweiten Karriere-Erfolg abzuhalten. In Runde 193 von 228 übernahm der Australier entschlossen das Kommando und gab seine Führung bis zum Ende nicht mehr ab.#w1#


Fotos: IndyCars in Texas


Marco Andretti rang im Finale den Ganassi-Dallara von Scott Dixon (4.) nieder und holte sich binnen einer Woche zum zweiten Mal in Folge Platz drei. Indy-500-Sieger Dario Franchitti wiederum reichte ein fünfter Rang zur IndyCar-Tabellenführung, weil Penske-Pilot Will Power (14.) in die Nachwirkungen eines Feuerunfalls von Simona de Silvestro verwickelt wurde und am Ende einen Benzinpoker verlor.

Doch die Siegesfeier stand ganz im Zeichen von Briscoe und dessen Chefstrategen Roger Penske, die sich gemeinsam über den Texas-Triumph freuen konnten: "Das war extrem wichtig", sagte der Australier. "Nicht nur wegen des Erfolgs, sondern auch deswegen, weil wir damit endlich unsere Meisterschaft in Schwung gebracht haben." Erst zum zweiten Mal in sieben Saisonrennen schaffte Briscoe den Sprung auf das IndyCar-Podest. Und: Damit haben alle drei Penske-Piloten ein Saisonrennen für sich entscheiden können.

Feuerunfall von de Silvestro

Start in Texas

Der Start in Texas: Polesitter Ryan Briscoe führt vor Dario Franchitti Zoom

Polesitter Briscoe sah sich zu Rennbeginn zunächst dem starken Druck von Franchitti ausgesetzt. Erst als sein Teamkollege Will Power den Schotten überholen konnte, war der Australier in der Lage, etwas Distanz zwischen sich und die Konkurrenz zu schaffen. Das gelang dem Penske-Piloten jedoch nur bis zur Runde der ersten Boxenstopps, bei denen Briscoe bis auf Platz fünf zurückfiel. Der neue Spitzenreiter hieß Franchitti.

In Runde 97 sorgte dann Simona de Silvestro für eine heftige Schrecksekunde. Die 21-jährige Schweizerin kämpfte bereits einige Zeit mit einem stark übersteuernden Dallara-Honda, was ihr ausgangs Turn 2 schließlich zum Verhängnis wurde. Zu allem Überfluss versagten bei ihrem Unfall die Feuerschutzmechanismen und das Auto fing Feuer.

De Silvestro trug dabei leichte Verbrennungen an ihrer rechten Hand davon. "Ich hatte schon zuvor ein paar Mal Probleme, das Auto in Kurve 2 wieder einzufangen", lautete die Analyse der HVM-Pilotin. "In diesem Fall hatte ich keine Chance mehr und traf die Mauer. Das Auto fing Feuer und die Feuerlöscher versagten." Es war erst ihr drittes Oval-Rennen. Ihr Texas-Fazit: "Nun weiß ich, was es heißt, ein übersteuerndes Auto zu haben."

Einer der Leidtragenden ihres Unfalls war auch IndyCar-Spitzenreiter Will Power, der sich ein paar Trümmerteile auffing und wiederholt an die Box zu einigen Reparaturstopps kommen musste. Das warf den Australier natürlich weit zurück, der später im Rennen alles auf eine Karte setzte und einen Benzinpoker initiierten musste. Dieser ging mangels Gelbphasen schief, Power landete mit Rundenrückstand nur auf Platz 14 und verlor die Tabellenführung.

Castroneves und Moraes crashen

Danica Patrick

Platz zwei: Danica Patrick zeigte in Texas eine hervorragende Vorstellung Zoom

In Runde 129 krachten dann die beiden Brasilianer Helio Castroneves (Penske) und Mario Moraes (KV) zusammen. Castroneves erlebte bis dato einen sehr schwierigen Texas-Tag und war mit Handlingproblemen und ohne Bordfunk ins Mittelfeld zurück gefallen. Bei einem Überholversuch auf der Start-/Zielgerade kam er mit dem Moraes-Dallara ins Gehege, als unbeteiligter Dritter wurde auch Bertrand Baguette (Conquest) in die Karambolage verwickelt.

"Ich habe meinen Spotter nicht gehört", erklärte Moraes den Unfallhergang. "Ich wusste also nicht, dass außen jemand daherkam. Ich dachte, ich wäre alleine, dann traf mich jemand und ich drehte mich." Castroneves übte dennoch Kritik: "Auf so einem schnellen Speedway darfst du dich nicht alleine auf deinen Spotter verlassen. Du musst schon auch selber in den Spiegel schauen und sehen, ob die Linie auch wirklich frei ist. Ganz ehrlich: Wir haben Glück gehabt."

In der folgenden Gelbphase begann der erfolglose Spritpoker Powers, der wie Alex Tagliani (FAZZT) nicht zum Tanken an die Box fuhr. Hinter diesem Duo lagen zunächst Franchitti und sein Ganassi-Teamkollege Scott Dixon, die jedoch in den folgenden Runden beide zurückfielen. Im Fall Franchitti ging es sogar ziemlich schnell und ziemlich weit nach hinten, denn der Schotte wurde bis auf Platz 13 durchgereicht, während nun Ryan Briscoe und vor allem Danica Patrick viel Boden gut machen konnten.

Es entwickelte sich ein schönes Duell: Die 28-Jährige ging eine Runde vor Briscoe zum letzten Mal an die Tankstelle und übernahm kurzfristig die Führung. Als der Australier nach seinem Stopp wieder auf das 1,5 Meilenoval fuhr, setzte er zur Jagd auf Patrick an und überholte sie entschlossen und mit Hilfe des Push-to-Pass-Buttons. "Wenn ich sie dort nicht kassiert hätte, dann bin ich mir nicht sicher, ob ich es überhaupt noch einmal geschafft hätte", verriet Briscoe nach dem Rennen. "Das war entscheidend und genau deswegen ging ich so aggressiv zu Werke." Im Überrundungsverkehr erarbeitete sich der Australier dann am Ende 1,4 Sekunden Vorsprung.

Viermal Andretti in den Top 7

Takuma Sato

Wieder Pech für Takuma Sato: Das frühe Texas-Aus in Runde 56 Zoom

Auch zwischen Marco Andretti und Scott Dixon entwickelte sich ein Zweikampf um Platz drei, in dem der Andretti-Pilot ebenfalls knapp die Oberhand behielt. Rang fünf ging an den zweiten Ganassi-Dallara von Dario Franchitti. Wie gut Andretti Autosport im Rennen wieder einmal aufgestellt war, verdeutlichten Tony Kanaan (6.) und Ryan Hunter-Reay (7.): Alle vier Andretti-Piloten kamen also unter die Top 7!

"Wir sind im Verkehr sehr gut, aber wenn wir alleine fahren, dann haben wir einfach nicht den nötigen Speed", erklärte Hunter-Reay, der in dieser Woche eine kleine Operation an seinem linken Daumen über sich ergehen lassen musste. Auch bemerkenswert: Alex Lloyd (8.) holte für das kleine Dale-Coyne-Team das zweite Top-10-Resultat binnen einer Woche vor Dan Wheldon (Panther; 9.) und Vitor Meira (Foyt; 10.).

Doch in Texas gab es auch Verlierer: Für Takuma Sato entpuppt sich seine IndyCar-Debütsaison zunehmend als ein waschechtes Desaster. Vermutlich mit einem Aufhängungsschaden landete der Japaner bereits in Runde 56 in der Mauer. Lediglich in einem von sieben IndyCar-Saisonrennen sah der 33-Jährige bislang die Zielflagge.

In der Gesamtwertung liegen Dario Franchitti, Will Power und Scott Dixon nun dicht zusammen und lediglich durch elf Punkte getrennt. Helio Castroneves, Ryan Briscoe und Ryan Hunter-Reay folgen mit einem kleinen Respektabstand. In 14 Tagen gastieren die IndyCars auf dem einzigen Short-Track-Oval des Kalenders in Iowa.

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25.01. 21:15

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