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St. Petersburg: Auftaktsieg für Will Power

Will Power (Penske-Chevrolet) entscheidet den IndyCar-Saisonauftakt in den Straßen von St. Petersburg nach einem kontroversen Restart für sich

(Motorsport-Total.com) - Nach mehr als fünf Monaten Winterpause ließen es die IndyCar-Piloten beim Auftaktrennen der Saison 2014 vergleichsweise ruhig angehen. Die 110 Rennrunden des Firestone Grand Prix of St. Petersburg wurden über weite Strecken unter Grüner Flagge zurückgelegt. Gelb wurde nur einmal - in Runde 75 nach einem Ausrutscher von Charlie Kimball - geschwenkt.

Will Power

Penske-Pilot Will Power setzte sich in den Straßen von St. Petersburg durch Zoom

Das Ende der einzigen Gelbphase im Rennen (Runde 82) markierte dann auch den größten Aufreger des Rennsonntags in Florida. Der zu diesem Zeitpunkt an der Spitze liegende Will Power (Penske-Chevrolet) führte das Feld extrem langsam aus Kurve 14 heraus zum Restart. Die Folge: Sekundenbruchteile, nachdem die Grüne Flagge geschwenkt wurde, braute sich hinter Power Unheil zusammen.

Das gesamte Feld musste aufgrund der niedrigen Gangart des Spitzenreiters stark verzögern. Im Mittelfeld verlor IndyCar-Rookie Jack Hawksworth (Herta-Honda) seinen Boliden aus der Kontrolle und drehte sich nach rechts in Richtung Boxenmauer weg. Auf dem Weg dorthin wurde er von Marco Andretti (Andretti-Honda) erwischt. Beide Boliden krachten in die Boxenmauer. Sowohl für den jungen Briten Hawksworth, der bis dahin ein tadelloses IndyCar-Debüt gezeigt hatte, als auch für den Sohn von Andretti-Autosport-Besitzer Michael Andretti war das Rennen beendet. Es waren die beiden einzigen Ausfälle eines ansonsten ereignisarmen Saisonauftaktrennens Der Rennverlauf in der Chronologie.


Fotos: IndyCars in St. Petersburg


Nach dem missglückten Restart in Runde 82 klappte der zweite Anlauf in Runde 87 reibungslos. Will Power verteidigte die Spitze und brachte den Sieg beim Saisonauftakt vor Ryan Hunter-Reay (Andretti-Honda) und Helio Castroneves im zweiten von drei Penske-Chevys sicher nach Hause. "Ich bin mental ziemlich fertig. Es gab ja nur eine Gelbphase", so der Kommentar von Power im Ziel. "Großartige Leistung des Teams. Als des darauf ankam, haben sie mich am schnellsten abgefertigt", sprach der Australier die letzte Runde der Boxenstopps kurz vor dem verhängnisvollen Restart an.

Powers Penske-Teamkollege Castroneves hatte in den Runden vor dem Boxenstopp unter Gelb massiv Boden gutgemacht, weil der "Spiderman" zu diesem Zeitpunkt anders als der "Aussie" auf den weichen Firestone-Reifen (Reds) unterwegs war. Als Charlie Kimball (Ganassi-Chevrolet) mit einem Verbremser in Kurve 1, bei dem er den Motor absterben ließ, die einzige Gelbphase des Rennens auslöste, kam Power direkt vor Castroneves an die Box. Für einen kurzen Moment sah es beim Herausfahren aus der Boxengasse nach einem Beschleunigungsduell Seite an Seite aus, doch Power konnte sich mit mehr Schwung schließlich durchsetzen.

Kontroverser Restart von Sieger Will Power

Will Power

Nach Houston und Fontana 2013 der dritte Rennsieg in Folge für Will Power Zoom

Dann folgte der kontroverse Restart, beim dem Castroneves als Zweitplatzierter eine Logenposition hatte. "Ich werde mir ihn gleich schnappen", so die erste Reaktion des Brasilianers, nachdem er dem Cockpit seines Penske-Chevy mit der Startnummer 3 entstiegen war. Die Ansage war natürlich in Richtung Power und dessen Restart-Praktik gerichtet. Doch Castroneves trug dabei einmal mehr sein typisches Grinsen im Gesicht und wollte seinem Teamkollegen nicht voreilig die Schuld geben: "Will hat da ein bisschen herumgespielt. Ich muss mir das noch einmal anschauen."

Powers Kommentar zum Restart: "Ich war überrascht, dass so schnell Grün geschwenkt wurde. Ich habe die Bremse aber definitiv nicht berührt. Was hinter mir passiert ist, keine Ahnung." Penske-Teampräsident Tim Cindric sah es ähnlich und diktierte unmittelbar nach der strittigen Szene in die Mikrofone der US-Kollegen von 'ABC': "Will wurde wohl auf dem falschen Fuß erwischt. Die Grüne Flagge kam früher heraus als er dachte."

Der Hintergrund: Am Rande der Trainingsaktivitäten in St. Petersburg hatten die IndyCar-Offiziellen bekanntgegeben, dass es in dieser Saison auf Stadt- und Straßenkursen sowie beim Indy 500 keine Double-File-Restarts mehr gibt. Diese Regeländerung nahm Power offenbar etwas zu wörtlich und dachte, dass der Spitzenreiter ab sofort allein bestimmt, wann und mit welchem Tempo das Feld wieder auf die Reise geht. Die IndyCar-Offiziellen im Starterturm kamen ihm dabei mit dem Schwenken der Grünen Flagge zuvor.

Hunter-Reay und Castroneves komplettieren das Podium

Ryan Hunter-Reay

Ryan Hunter-Reay war so schnell wie Power, aber eben nicht schneller Zoom

Hunter-Reay nahm es dem Sieger nicht krumm. Beim reibungslos verlaufenen Restart in Runde 78 setzte sich der Andretti-Pilot in Kurve 1 innen neben Castroneves und löste diesen damit in der Rolle des ersten Verfolgers von Spitzenreiter Power ab. An ein Vorbeikommen im Verlauf der letzten 32 Runden war aber nicht zu denken. "Am Ende reihten Will und ich Qualifying-Runde an Qualifying-Runde. Ich war so schnell wie er, aber eben nicht schneller", konstatierte Hunter-Reay nach 1,9 Sekunden Rückstand im Ziel und blickte umgehend voraus: "Ein guter Start in die Saison für uns. Jetzt freuen wir uns auf Long Beach."

Während es für Will Power nach Houston und Fontana 2013 nun der dritte Rennsieg in Folge und der zweite St.-Pete-Triumph nach 2010 war, kam Hunter-Reay auf dem 2,9 Kilometer langen Stadtkurs zum zweiten Mal nach 2009 auf Platz zwei ins Ziel. Derweil musste sich Helio Castroneves musste nach drei St.-Pete-Siegen in den Jahren 2006, 2007 und 2012 diesmal mit Platz drei begnügen. "Mit abgefahrenen Reds war es schwierig. Alles in allem aber ein guter Start in die Saison - Platz eins und drei für Team Penske", so das Fazit des "Spiderman", der die Konversation mit Teamkollege Power dennoch suchen wird...

Sato nach Pole-Position und langer Führung nur Siebter

Takuma Sato

Takuma Sato (Foyt-Honda) blieb im zweiten Stint zu lange mit alten Reifen auf der Piste Zoom

Hinter den Top 3 kam der amtierende IndyCar-Champion Scott Dixon (Ganassi-Chevrolet) auf Platz vier ins Ziel. Tony Kanaan, der neue Teamkollege des Neuseeländers, beendete sein erstes Rennen im Ganassi-Team auf Platz sechs hinter Simon Pagenaud (Schmidt-Honda). Für Polesitter Takuma Sato (Foyt-Honda) reichte es nach langer Führung in der ersten Rennhälfte schließlich nur zu Platz sieben. Im Zuge der zweiten Runde der Routinestopps unter Grün war der Japaner mit den Firestone-Blacks am längsten von allen auf der Strecke geblieben und hatte so wertvolle Zeit auf die bereits wieder frisch bereiften Will Power und Co. verloren.

Im Windschatten von Sato kreuzte Dale-Coyne-Speerspitze Justin Wilson die Ziellinie. Das Finalwochenende der Saison 2013 in Fontana hatte der Brite nach einem heftigen Crash im Krankenhaus beenden müssen. Mit Platz acht beim Saisonauftakt meldete sich Wilson zurück. Im Kampf um die letzten beiden Top-10-Plätze setzte sich Josef Newgarden (Fisher-Honda; 9.) mit einem kurz vor Schluss erfolgreich vorgetragenen Überholmanöver gegen Ryan Briscoe (Ganassi-Chevrolet; 10.) durch.

Bester Rookie nach 110 Runden war Michail Aljoshin (Schmidt-Honda) auf Platz zwölf. Damit beendete der Russe sein IndyCar-Debüt direkt vor dem viermaligen ChampCar-Meister Sebastien Bourdais, der sein erstes Rennen in Diensten von KV Racing nach einem frühen Wechsel des Frontflügels und einer späten Strafe (für nicht ordnungsgemäßes Aufschließen ans Feld unter Gelb) auf Platz 13 abschloss.

Montoya beim Comeback auf Platz 15

Juan Pablo Montoya

Penske-Neuzugang Montoya erlebte in St. Pete kein einfaches Wochenende Zoom

Zwei Positionen hinter Bourdais kam Juan Pablo Montoya (Penske-Chevrolet) ins Ziel. Der Kolumbianer kämpfte im Verlauf seines ersten IndyCar-Rennens seit dem CART-Saisonfinale 2000 vor allem mit den Firestone-Reds, hatte er diese doch an diesem Wochenende zum ersten Mal überhaupt drauf. Bei den Testfahrten im Winter wurden die Teams grundsätzlich mit den härteren Blacks versorgt. Dank seiner Zielankunft nach 110 Runden dürfte Montoya nun um einige wertvolle Erfahrungen reicher sein.

Hinter Montoya sahen noch fünf Piloten die Zielflagge, darunter Mike Conway (Carpenter-Chevrolet; 16.), der bis zum letzten Boxenstopp munter in den Top 5 mitfuhr, dann aber aufgrund eines Kommunikationsproblems die Aufforderung des Teams zum Stopp überhörte. So musste Conway unter Gelb eine Runde nach allen anderen Fahrern an die Box. Weil er im Zuge seiner Funkprobleme auch noch irrtümlich das Pace-Car überholte, fing sich der Brite eine Strafe ein und fiel weit zurück.

Die beiden einzigen Ausfälle des Auftaktrennens der IndyCar-Saison 2014: Rookie Jack Hawksworth und Marco Andretti, die beide Opfer des kontroversen Restarts in Runde 82 wurden. "Ich konnte nicht sehen, was die Spitze vorn veranstaltet. Auf einmal stiegen alle auf die Bremse", so der knappe Kommentar von Hawksworth. Marco Andretti dazu: "Meine Hand schmerzt ein bisschen. Ich konnte nicht schnell genug reagieren. Beim Einschlag in die Boxenmauer war ich nicht sehr schnell. Es war einfach ein blöder Winkel. Was soll's. Mein Tag lief ohnehin beschissen."

'Sport 1 US' zeigt am Montagabend ab 19:30 Uhr MESZ eine ausführliche Zusammenfassung des Rennens.

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