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Hochspannung: Pagenaud bezwingt das Indy-Chaos

Ein heftiger Startcrash, viele Überholmanöver und am Ende ein Benzinkrimi: Simon Pagenaud siegt in einer dramatischen Indy-Premiere - Hinchcliffe verletzt

(Motorsport-Total.com) - Was für ein Indy-Rennen! Bei der Premiere auf dem modifizierten Rundkurs im Infield des Indianapolis Motor Speedways war wirklich alles drin: Ein heftiger Startcrash, bei dem es glücklicherweise keine Verletzten gab, danach jede Menge Überholmanöver, beinhartes Racing und am Ende ein Benzinkrimi, in dem Simon Pagenaud in seinem Schmidt-Honda knapp die Oberhand behielt (hier der genaue Rennverlauf in der Chronologie). Es war der dritte IndyCar-Sieg für den 29-jährigen Franzosen, der damit seine Ansprüche in der Meisterschaft untermauerte.

Startcrash Indianapolis

Große Schrecksekunde gleich zu Beginn: Startcrash in Indianapolis Zoom

Pagenaud hatte dabei im Finale Ryan Hunter-Reay (2.) im Nacken sitzen, dessen Andretti-Honda allerdings auf der gleichen Sprit-Strategie unterwegs war und daher nicht angreifen konnte. Helio Castroneves (Penske-Chevrolet) hatte jedoch genügend Benzin gefasst und machte mächtig Druck. Doch es reichte nicht mehr: Der "Spiderman" kam an seinem 39. Geburtstag nur als Dritter ins Ziel, der Sieg in der Indy-Premiere ging nach Frankreich.

"Ich habe leider nicht die Verbrauchszahlen gehört, die ich gerne gehört hätte", kommentierte Pagenaud die Schlussphase, die zu einem echten Thriller wurde. "Das war schon sehr nervenaufreibend, denn ich wusste ja, dass Helio und Hunter-Reay hinter mir lauerten", bestätigte der letztjährige Gesamtdritte. Er weiß: "Ich mag es eigentlich gar nicht, nur mit Halbgas ein Rennen zu fahren, aber dieses Mal hat es ja funktioniert."

"Alle waren auf unterschiedlichen Strategien, das hat schon Spaß gemacht", sagte der zweitplatzierte Hunter-Reay. "Auch ich hätte am Ende lieber keinen Sprit sparen müssen. Aber unsere Strategie war richtig. Zwischendurch habe ich mir gedacht, dass wir vielleicht eine kleine Siegchance haben könnten, aber wir haben uns den letzten großen Schritt auf dem Podium hoffentlich für das ganz große Rennen Ende des Monats aufgespart."

Pole-Mann Saavedra bleibt beim Start stehen

Saavedra Aljoschin

Crash: Michail Aljoschin kracht in Sebastian Saavedra Zoom

In der Gesamtwertung machte Pagenaud einen Riesenschritt nach vorne und schloss wie Hunter-Reay fast auf Tabellenführer Will Power auf: "Ein Indy-Sieger zu sein, ist ziemlich cool und es zeigt, dass wir dieses Jahr ernsthaft um den Titel mitfahren wollen", lautet Pagenauds deutliche Kampfansage. Der aktuelle Stand: Power (149 Punkte) hauchdünn vor Hunter-Reay (148) und Pagenaud (143). Der Australier erlebte als Achter kein gutes Rennen mit einer Rempelei gegen Scott Dixon (Ganassi-Chevrolet; 15.) und einer Boxenstrafe.

Der größte Aufreger geschah gleich zu Beginn, als Pole-Mann Sebastian Saavedra seinen KV-Chevy beim Start abwürgte und voll von Carlos Munoz (Andretti-Honda) und Michail Aljoschin (Schmidt-Honda) getroffen wurde. "Ich habe mich genau ans Startprotokoll gehalten", sagte der untröstliche Saavedra. "Aber sobald ich die Kupplung gelöst hatte, fiel die Drehzahl von 11.000 Umdrehungen auf Null in den Keller. Das ist sehr enttäuschend, denn wenn du vorne stehst, dann willst du das Ding auch nach Hause fahren."


IndyCar: GP von Indianapolis

Leicht verletzt wurde beim Startcrash nur Greg Ballard, der Bürgermeister von Indianapolis, der die Startflagge schwenkte und von Kleinteilen getroffen wurde. Nach einer Behandlung im Infield-Hospital konnte er die Heimreise antreten. Anders sieht die Sache bei James Hinchcliffe (Andretti-Honda) aus, der gegen Rennmitte augenscheinlich ebenfalls von einem Debris-Teil getroffen wurde. Der Kanadier wurde ins Krankenhaus gebracht, wo eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde.

Einer der vielen Pechvögel des Rennens war Rookie Jack Hawksworth (7.), der in seinem Herta-Honda zu Beginn 31 Führungsrunden einsammelte. Als es gegen Rennmitte zu mehreren Gelbphasen kam, setzte sein Team auf eine falsche Benzinstrategie, was den 23-jährigen Briten um alle Chancen brachte. "Das ist unglaublich schade", sagte Hawksworth. "Wir hatten das Rennen unter Kontrolle und es ist durchaus eine Enttäuschung, dass wir nicht gewonnen haben."

Jede Menge Kollisionen

Auch für Juan Pablo Montoya (Penske-Chevy; 16.) ging fast alles schief: "Schon beim Start wurden wir auf dem falschen Fuß erwischt. Ich habe ganz normal eingekuppelt und dann stand ich. Von da an lagen wir hinten, konnten aber gut aufholen. Ich dachte wirklich, dass wir immer noch eine Siegchance haben würden, aber dann bekam ich das Problem hinten rechts und flog aus der Führungsrunde. Das war's. Wir waren gut unterwegs, haben aber kein Resultat geholt."

Simon Pagenaud

Indy-Triumph: Simon Pagenaud und die Siegerfaust Zoom

Bei einer späten Restart-Kollision mit Graham Rahal (Rahal-Honda; 21.) nahm der Kolumbianer die Schuld sofort auf sich. "Montoya liegt eine Runde zurück und fährt mich über den Haufen", schimpfte Rahal. "Ich weiß nicht, was er sich dabei gedacht hat, aber meinen Tag hat er ruiniert. Sehr schade, denn wir hatten ein richtig gutes Auto." Es war eine von vielen Zusammenkünften in den 82 turbulenten Runden, auch zwischen Will Power und Scott Dixon (Ganassi-Chevy) krachte es.

"Der Wendepunkt war der Zweikampf mit Power", kommentierte Dixon. "Erst gab er mir keinen Raum, dann machte er die Türe auf und gleich wieder zu. Ich musste voll in die Eisen steigen und habe mich gedreht. Das war sicher nicht der Tag, den wir uns gewünscht haben, aber jetzt liegt unser Fokus auf Morgen und der Vorbereitung auf das 500." In der Tat: Es geht Schlag auf Schlag in Indianapolis, denn ab Sonntag wird auf dem 2,5 Meilen langen Oval trainiert.

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