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Long Beach: Hunter-Reay siegt vor Wilson und Power

Ryan Hunter-Reay gewann in Long Beach vor den beiden Pechvögeln Justin Wilson und Will Power - viel Ärger im Überrundungsverkehr

(Motorsport-Total.com) - Der Bekleidungskonzern IZOD ist seit dieser Saison nicht nur der Titelsponsor der IndyCar-Serie, sondern auch der Hauptfinanzier am Andretti-Dallara von Ryan Hunter-Reay. Mit einem kleinen Haken: Bisher ist der 29-Jährige nur bis zum Texas-Rennen Anfang Juni bestätigt - aber das könnte sich nun ändern.

Ryan Hunter-Reay

Ryan Hunter-Reay gewann in Long Beach sein zweites IndyCar-Rennen Zoom

Denn Hunter-Reay holte sich mit einer absolut fehlerlosen Fahrt in den Straßen von Long Beach seinen insgesamt zweiten IndyCar-Sieg nach Watkins Glen 2008. Zwar profitierte er dabei von zwei Missgeschicken seitens Will Power (Penske; 3.) und Justin Wilson (Dreyer and Reinbold; 2.), aber danach wird in ein paar Tagen niemand mehr fragen.#w1#


Fotos: IndyCars in Long Beach


"Dieser Sieg bedeutet mir unglaublich viel", erklärte der gebürtige Texaner nach seiner Zieldurchfahrt. "Long Beach hat den Stellenwert eines Indy 500 auf einem Straßenkurs." Für die im Winter umstrukturierte Mannschaft von Michael Andretti war dieser Erfolg gleichbedeutend mit dem ersten IndyCar-Sieg seit Richmond 2008, als Tony Kanaan - in Long Beach Fünfter - die Oberhand behielt. Ein deutliches Indiz für den Andretti-Aufwärtstrend, denn nach längerer Pause wurden die IndyCar-Platzhirsche von Team Penske und Chip Ganassi Racing wieder einmal bezwungen.

Direkt vor den Augen vieler IZOD-Verantwortlicher übrigens, was Michael Andretti wohlwollend zur Kenntnis nahm: "Dieser Sieg kann uns nur weiterhelfen", erklärte der Teamchef in Bezug auf eine mögliche volle IndyCar-Saison des Long-Beach-Siegers. Hunter-Reay selbst machte gleich in der Victory Lane Werbung in eigener Sache: "Am Freitag Erster, am Samstag Zweiter und am Sonntag wieder Erster - viel mehr kann man wohl nicht machen."

Pech für Power und Wilson

Will Power

Ryan Hunter-Reay blieb Will Power von Beginn an auf den Fersen Zoom

In der Tat: Direkt nach dem Start begab sich der Andretti-Dallara mit der Startnummer 37 in den Windschatten von Polesitter Will Power. Dessen Penske hatte in Runde 17 einen vorentscheidenden Aussetzer beim Herausbeschleunigen aus der Haarnadelkurve vor Start und Ziel: "Das Auto steckte im ersten Gang fest", beschrieb Power, der dadurch seine Führung einbüsste.

Neben Hunter-Reay schlüpfte auch Justin Wilson durch, während der Power-Penske danach wieder tadellos lief. Allerdings hatte sich der Australier, nun auf Platz drei liegend, acht Sekunden Rückstand eingefangen, die er auf der Strecke abknabbern musste. In der Folge bestimmte dieses Trio die Pace klar und deutlich. Mangels Gelbphasen kam es ab Runde 45 zu den ersten Überrundungen.

Das sollte für Aufregung sorgen: Hunter-Reay lief dabei auf den Dale-Coyne-Dallara von Alex Lloyd auf, der auf dem engen Straßenkurs in Kalifornien jedoch überhaupt nicht daran dachte, der Spitze Platz zu machen. Rundenlang turnte der Brite vor dem Andretti-Piloten herum, was wiederum dazu führte, dass dahinter Wilson schnell Anschluss fand.

In Runde 52 hatte sich Hunter-Reay den Nachzügler dann endlich zurecht gelegt. Entschlossen stach er auf der Innenbahn am Briten vorbei und Wilson wollte mitziehen. Doch plötzlich machte Lloyd die Türe zu und fuhr seinem Landsmann dabei den Frontflügel kaputt. Zu allem Überfluss war Wilsons zweiter Stopp für Runde 56 geplant, weshalb er drei Umläufe zu früh an die Box kommen musste.

Problem: Überrundungsverkehr

Takuma Sato

Takuma Sato erwischte in Long Beach ein rabenschwarzes Wochenende Zoom

Doch er hatte Glück im Unglück: In Runde 60 rasselten Graham Rahal (Sarah Fisher Racing) und Mario Romancini (Conquest) aneinander, was die einzige Gelbphase der Long-Beach-Sonntages hervorrief. Trotz des Flügelwechsels hatte Wilson hinter Hunter-Reay und Power immerhin Platz drei behalten und konnte sich nun hinter dem Pace-Car auch den nötigen Sprit sparen.

Beim anschließenden Restart hatten die Überrundeten dann erneut vorentscheidenden Charakter: Zwischen dem führenden Hunter-Reay und dem zweitplatzierten Power lagen Raphael Matos (Luczo-Dragon) und Takuma Sato (KV), der in Long Beach nie in Erscheinung treten konnte. "Kein Grip", lautete die gebetsmühlenartig wiederkehrende Aussage des Japaners.

Und das Szenario wiederholte sich: Hunter-Reay donnerte vorne weg und legte schnell fünf Sekunden zwischen sich und seine Verfolger. Die wiederum beharkten sich gegenseitig, als Wilson beim Anbremsen in Turn 1 an Power vorbei zog. Danach dauerte es viele Runden, bis sich das Verfolgerduo erst an Sato, und später an Matos vorbeikämpfen konnte. Hunter-Reay sagte vorne "Danke schön" und gewann ungefährdet.

Scott Dixon holte mit einem vor allem zu Rennbeginn äußerst bockigen Ganassi-Dallara immerhin noch Platz vier: "Unser erster Gang war viel zu lang übersetzt, der sechste Gang dafür zu kurz", monierte der Neuseeländer. Sein Teamkollege, Vorjahressieger und Titelverteidiger Dario Franchitti blieb völlig blass: Der Schotte beendete das Rennen auf der Position, auf der er auch ins Rennen ging - Platz zwölf.

Jetzt geht es auf die Ovale

Justin Wilson

Justin Wilson kämpfte sich immerhin noch auf Platz zwei nach vorne Zoom

Hinter Tony Kanaan schlich sich Mario Moraes (KV) mit zwei perfekt getimten Boxenstopps und ebenfalls einer fehlerfreien Fahrt von Startplatz 15 bis auf Position sechs nach vorne. Während Kanaan das Penske-Duo Helio Castroneves (7.) und Ryan Briscoe (8.) gleich beim Start schnupfte, gelang Moraes gleiches im Rennverlauf. Auch den finalen Attacken seines brasilianischen Landsmannes Castroneves hielt er stand.

Im hinteren Mittelfeld kam es zum direkten Duell zwischen den beiden Rennamazonen Danica Patrick (Andretti; 16.) und Simona de Silvestro (HVM; 17.), bei dem dieses Mal der US-Superstar knapp die Oberhand behielt. Übrigens: Milka Duno, die dritte Pilotin im Feld, durfte auch mitfahren, nachdem sie die Rennleitung am Qualifikationssamstag mangels Speed noch geparkt hatte. Duno kam jedoch nur zehn Runden weit, bevor sie ihr Auto mit "Handlingsproblemen" abstellte.

In der Gesamtwertung führt weiterhin Will Power mit 42 Punkten Vorsprung vor seinem Penske-Teamkollegen Helio Castroneves. Einen weiteren Zähler dahinter liegt Long-Beach-Sieger Ryan Hunter-Reay. Nun folgen vier Ovale: Am 1. Mai beginnt der Speedway-Reigen mit Kansas, dann folgt das Indy 500. Im Juni gastiert die IndyCar-Serie erst in Texas und anschließend in Iowa. Vielleicht ja auch mit dem so stark auftrumpfenden Hunter-Reay...

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