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  • 12.02.2017 · 10:04

  • von Dominik Sharaf

IndyCar-Test in Phoenix: Chevrolet und Honda gleichauf?

Der einzige IndyCar-Wintertest spülte Chevrolet-Autos an die Spitze, im Renntrimm jedoch war Honda-Power Trumpf - J. R. Hildebrand vorne, vier Unfälle

(Motorsport-Total.com) - Der erste IndyCar-Test der Saison 2017 auf dem Phoenix Raceway im US-Bundesstaat Arizona hat wenig Rückschlüsse auf die Form der einzelnen Teams zugelassen. Die vier Trainingssitzungen am Samstag und am Sonntag - für alle Mannschaften die einzige Gelegenheit vor dem Saisonstart am 12. März in St. Petersburg, ihre Autos zu erproben - spülten vier verschiedene Piloten an die Spitze der Zeitentabelle. Die schnellste Runde des Wochenendes gelang auf dem Oval J. R. Hildebrand.

Alexander Rossi

Indy500-Sieger Alexander Rossi verschrottete sein Auto bei einem Unfall Zoom

Der US-Amerikaner in den Diensten Ed Carpenters gelang in der dritten Session eine Runde in 19,0401 Sekunden und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 193,234 Meilen pro Stunde, womit er sich knapp gegen seinen gleichnamigen Teambesitzer sowie die Penske-Piloten Josef Newgarden und Helio Castroneves durchsetzte. Es lagen vier Chevrolet-Motoren an der Spitze.

Hildebrand sorgte aber auch für den heftigsten Crash: Am Sonntag krachte er in Kurve 4 in die Absperrung, nachdem er Will Power (Penske) am Heck touchiert hatte. Er erklärt der offiziellen IndyCar-Webseite: "Ich muss mir etwas vom Frontflügel abgerissen haben. Ich bin vorsichtig in Kurve 3 gefahren, als ich plötzlich mit massivem Untersteuern gekämpft habe. Ich konnte es nicht verhindern, in die äußeren Mauer zu rauschen. Als ich bremste, drehte es mich in Richtung der inneren."


IndyCar-Test in Phoenix

Neben Hildebrand erwischte es Indy500-Sieger Alexander Rossi (Andretti-Herta), der sich drehte und rückwärts in die Absperrung der zweiten Kurve einschlug. Graham Rahal (Rahal-Letterman) und Takuma Sato (Andretti) unterliefen zwei beinahe identisches Malheure. Newgarden und Sebastien Bourdais (Dale Coyne) touchierten sich, vermieden jedoch einen schwereren Unfall.

Als die Teams in der vierten Session auf den Renntrimm umrüsteten, übernahm Honda das Kommando: Ryan Hunter-Raey (Andretti), Bourdais und Marco Andretti (Andretti) markierten unter fünf Autos mit Power aus Japan die Bestwerte und ließen durchblicken, dass die Chevrolet-Autos trotz der eindrucksvollen Vorstellung zuvor keine Favoriten für die IndyCar-Saison sein müssen.

Der französische Ex-Formel-1-Pilot warnt jedoch davor, dem Resultat zu viel Bedeutung beizumessen: "Was jetzt passiert ist, ist ganz sicher nicht repräsentativ. Gerade die Session am Abend hatte nichts mit dem zu tun, was uns hier im April erwarten wird", blickt Bourdais auf das Rennen in Phoenix, bei dem die Außentemperaturen wohl wesentlich höher liegen werden. Genau das sollte ihm und allen, die bei Einbruch der Dunkelheit schnell waren, zu denken geben.

IndyCar-Test in Phoenix, Gesamtergebnis (Top 10):
01. J. R. Hildebrand (Carpenter) - 19,0401 Sekunden
02. Ed Carpenter (Carpenter) - 19,1223 Sekunden
03. Josef Newgarden (Penske) - 19,1693 Sekunden
04. Helio Castroneves (Penske) - 19,1957 Sekunden
05. Will Power (Penske) - 19,1988 Sekunden
06. Mikhail Aleschin (Schmidt-Peterson) - 19,2549 Sekunden
07. Tony Kanaan (Ganassi) - 19,2656 Sekunden
08. Simon Pagenaud (Penske) - 19,2788 Sekunden
09. Sebastien Bourdais (Dale Coyne) - 19,3236 Sekunden
10. James Hinchcliffe (Schmidt-Peterson) - 19,3455 Sekunden