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IndyCar Long Beach 2018: Rossi dominiert und gewinnt

Alexander Rossi überkommt alle Schwierigkeiten und gewinnt den Grand Prix von Long Beach - Dixon, Bourdais und Newgarden rennen in Gelb-Falle

(Motorsport-Total.com) - Unterschiedliche Boxenstrategien, vier Gelbphasen und ein nachdrückender Will Power - nichts konnte Alexander Rossi (Andretti-Honda) in Long Beach am ersten Saisonsieg hindern. Der ehemalige Formel-1-Pilot dominierte das traditionsreiche IndyCar-Rennen an der US-amerikanischen Westküste. Er lag nahezu immer an der Spitze und wehrte in der Schlussphase alle Angriffe von Power (Penske-Chevrolet) ab, der mit Platz zwei endlich ein anständiges Resultat zustande brachte. (Rennergebnis der IndyCar-Serie in Long Beach 2018)

Alexander Rossi

Alexander Rossi hatte das Geschehen in Long Breach fest im Griff Zoom

Rossi hatte alles überwiegend im Griff, stoppte aber immer ein paar Runden früher als die Konkurrenz. Das sicherte ihn gegen Gelbphasen ab, zwang ihn aber auch zum Spritsparen. Das Problem löste sich durch mehrere Gelbphasen im letzten Stint von selbst. Power lauerte im finalen Zehn-Runden-Sprint mit einer großen Menge Push-to-Pass. Rossi hatte jedoch seinerseits noch genug Extraleistung übrig, um immer auf der langen Start-/Zielgeraden gegenzuhalten. Der Australier bekam keine reelle Chance.

"Ich kann nicht in Worte fassen, wie gut dieses Auto an diesem Wochenende war", jubelt Rossi, der nach dieser Leistung als ernsthafter Meisterschaftsanwärter angesehen werden muss. "Es war immer klar, dass wir nur verlieren können, wenn etwas Verrücktes passieren würde." Der Schlüssel war eine enorme Traktion aus der Spitzkehre heraus, mit der Rossi bei jedem Restart seinen Gegnern viele Meter abnahm. "So konnte ich Powers Überschuss an Push-to-Pass auch gut managen", fügt er hinzu.


Fotos: IndyCar 2018: Long Beach


Dieser analysiert die Situation nach dem Rennen: "Der Honda ist etwas besser aus der Spitzkehre heraus. Wir sind in der Spitzenleistung etwas besser, aber der Honda hat echt Bums im unteren Drehzahlbereich. Ich dachte zunächst, ich hätte eine Chance auf den Sieg. Aber mit dem Push-to-Pass, wie wir es jetzt haben, braucht man es nur bei den ersten zwei bis drei Sekunden auf einer Geraden, danach macht es kaum einen Unterschied. Sie sollten zum alten System zurückkehren mit zehn Versuchen für jeden, das würde mehr Überholmanöver generieren."

Gelbphase reißt drei Favoriten raus

Rossi und Power hatten Glück, dass sie kurz vor einer Gelbphase in Runde 60 von 85 zum Boxenstopp kamen. Weniger Glück hatten Scott Dixon (Ganassi-Honda), Sebastien Bourdais (Coyne-Honda) und Josef Newgarden (Penske-Chevrolet), die vorher auf den Plätzen zwei bis vier lagen und ihren letzten Stopp zu diesem Zeitpunkt noch nicht absolviert hatten. Da sie nun ihren Boxenstopp absolvieren mussten, als das Feld hinter dem Safety-Car versammelt war, fielen sie zurück. Newgarden rettete immerhin einen siebten Platz.

Dixon und Bourdais stoppten verbotenerweise trotzdem und bekamen jeweils eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt. Das verwickelte den Franzosen in einen weiteren Unfall, als Jordan King (Carpenter-Chevrolet) - seinerseits ein Pechvogel, weil er auf Platz zwei liegend mit Bremsproblemen einen unplanmäßigen Stopp einlegen musste - mit einer übermotivierten Attacke den viermaligen ChampCar-Meister umdrehte. Dixon wurde letztlich Elfter, Bourdais 14.

Zwar wurde er nicht belohnt, doch der Franzose machte mit spektakulären Manövern im zweiten Stint von sich reden, als er weiche Reifen montiert hatte, während die Konkurrenz überwiegend auf harten Pneus fuhr. Ein superspektakuläres Überholmanöver gegen Dixon nebst einer Überrundung wurde allerdings für unzulässig erklärt, weil er die Boxenausfahrtslinie von der Strecke aus überfuhr. Das hielt ihn nicht davon, dem Neuseeländer wenige Runden später nochmal eine überzubraten.

Rahal räumt Pagenaud ab

Um die dritte Position bekämpften sich am Ende einige Glückspilze, die ebenfalls ihren letzten Stopp vor jener Gelbphase absolviert hatten. Im Kampf der Youngster holte sich Ed Jones (Ganassi-Honda) seinen ersten Podiumsplatz seit dem Indy 500 2017 ab und hielt dem Druck von Zach Veach (Andretti-Honda) ab. Jones war heilfroh, endlich für Ganassi ein gutes Resultat mitzunehmen: "Ich habe meine Jungs in Phoenix im Stich gelassen, jetzt habe ich ihnen etwas zurückgegeben. Long Beach ist eine gute Strecke für mich, nächstes Jahr gibt es dann hoffentlich den Sieg."

Das erste Drama spielte sich gleich beim Start ab, als Graham Rahal (RLL-Honda) Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet) abräumte. Für den Ex-Meister war das Rennen gelaufen, Rahal bekam eine Durchfahrtsstrafe. "War mir klar, dass das kommt. Meine Hinterreifen haben blockiert wie in St. Pete", meldete er über Funk. Die Gelbphasen kamen ihm abschließend entgegen und der Sohn von IndyCar-Legende Bobby Rahal fuhr noch den fünften Platz ein, gefolgt vom anderen Legenden-(Enkel-) Sohn, Marco Andretti (Andretti-Herta-Honda).

Pagenaud war natürlich bedient: "Das fühlte sich an, als hätte er nie gebremst. Das könnte sehr teuer für die Meisterschaft werden, speziell nachdem das Auto an diesem Wochenende so gut war. Mein Rennen ist durch und ich hatte ein Auto, das gut genug war, das Rennen zu gewinnen. Da kann keine Strafe gegen ihn meinen Schmerz lindern."

Die Top 10 komplettierten Tony Kanaan (Foyt-Chevrolet), James Hinchcliffe (Schmidt-Peterson-Honda), dessen Dreistopp-Strategie nicht aufging, und Charlie Kimball, der das bisher beste IndyCar-Resultat für Carlin holte.

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