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"Idioten!" Bourdais stocksauer auf Gegner und Rennleitung

Sebastien Bourdais ist seinem großen Pech in Long Beach restlos bedient: Erst versaut ihm die Rennleitung, dann ein Haufen "Idioten" auf der Strecke das Rennen

(Motorsport-Total.com) - Es braucht schon einiges, um Sebastien Bourdais auf der Fassung zu bringen. Doch die Ereignisse beim Long Beach Grand Prix brachten sein persönliches Fass zum Überlaufen. Der Franzose war über weite Strecken des Rennens mindestens Podiums-, wenn nicht gar Siegkandidat, doch das Unheil nahm mit der Gelbphase in Runde 60 seinen Lauf. Durch den Boxenstopp unter gelb fiel er weit zurück. "Danach musste ich gegen Idioten fahren!", wettert er nach dem Rennen.

Sebastien Bourdais

Das Rennen in Long Beach lief für Sebastien Bourdais nicht nach Plan Zoom

Bourdais, der von einem "frustrierenden Tag" spricht, startete von der neunten Position, konnte aber schnell Positionen gutmachen und sich in der Spitzengruppe einnisten. Nachdem er im ersten Stint auf harten Reifen unterwegs war, schlug seine Stunde auf der weicheren Mischung im Mittelstint: Ein schier irres Überholmanöver gegen Scott Dixon brachte ihm bereits die zweite Position ein, doch die Rennleitung ließ das Überholmanöver nicht gelten. Es war der erste in einer Reihe von Frustmomenten, die in der Folge auf den viermaligen ChampCar-Meister einprasselten.

"Das ist eine interessante Sichtweise der Rennleitung, weil ich gar nicht wusste, was ich hätte machen sollen", so der 39-Jährige. Die Rennleitung befahl ihm, sich wieder hinter Dixon zurückfallen zu lassen, weil er die blaue Boxenausfahrtslinie von der Strecke aus überfahren hatte. "Er bewegte sich zu mir rüber und drängte mich in die Boxengasse. Und wenn ich abgedrängt werde, denke ich nicht, dass es meine Schuld ist."


Fotos: IndyCar 2018: Long Beach


Nachdem er rechts nicht überholen konnte, stach er auf den weicheren Reifen einfach nach links und brachte es irgendwie fertig, gleichzeitig Dixon außen zu überholen, Matheus Leist innen zu überrunden und einen Einschlag zu verhindern. Das Manöver dürfte noch lange Zeit in Erinnerung bleiben, selbst wenn es umsonst war. "Ich war so sauer, dass ich ihn gleich wieder überholt habe", grinst Bourdais, der nur zwei Kurven, nachdem er der Anweisung der Rennleitung Folge geleistet hatte, Dixon erneut stehen ließ - diesmal etwas konventioneller von vorn herein auf der Innenbahn.

Autoscooter im Mittelfeld

Doch dann ging alles schief: Just als Bourdais und Dixon in die Box abbogen, wurde Gelb ausgerufen. Weil beide trotzdem stoppten, fingen sie sich jeweils eine Durchfahrtsstrafe ein. "Die Rennleitung hätte auch noch ein paar Sekunden mit dem Schließen der Boxengasse warten können", findet der frühere Formel-1-Pilot. "Aber sie haben es nicht gemacht und deshalb musste ich fortan gegen Idioten fahren."


IndyCar Long Beach 2018: Rennhighlights

Die besten Szenen des Long Beach Grand Prix, der dritten Saisonstation der IndyCar-Serie 2018 Weitere Formelsport-Videos

Die Gangart im Mittelfeld ist deutlich rauer als an der Spitze. Das bekam er zu spüren: "Ich habe mit Kimball Rad an Rad gekämpft, aber er hat mir keinen Raum gegeben und mir eine Spurstange kaputt gefahren. Von da an war es quasi Game Over. Ich habe deshalb einen Fehler gemacht, weil das Auto nicht mehr richtig lenkte."

Doch damit nicht genug: Sebastien Bourdais wurde anschließend in eine Kollision verwickelt, an der vier Autos beteiligt waren. "Jordan King meinte, den Helden spielen zu müssen und hat uns abgeschossen", ätzt er. Er musste in der Folge an die Box kommen, um sich einen neuen Frontflügel zu holen, weil Ryan Hunter-Reay ihm nicht mehr ausweichen konnte. "Und dann hatte ich noch ein Aufeinandertreffen mit einem anderen Idioten, Matheus Leist. Der hat gleich mehrfach versucht, uns aufs Korn zu nehmen. Danach war nicht mehr viel zu holen." Er beendete das Rennen auf Platz 14.

Dass seine Rennpace sehr gut war, konnte auch nicht mehr über die Ereignisse hinwegtrösten: "Das Auto war gut und ich bin am Limit gefahren. Ich habe viele andere Fahrer überholt, aber am Ende haben wir nichts vorzuweisen. Das ist sehr schade."

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