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IndyCar Detroit 1: Newgarden gewinnt Strategiepoker nach Gewitter

Nach langer Verzögerung hält Josef Newgarden im Schlussspurt des ersten Detroit-Rennens 2019 Alexander Rossi in Schach - Scott Dixon mit erstem Ausfall seit 2017

(Motorsport-Total.com) - Die IndyCar-Serie trägt ihren mittlerweile traditionellen Double-Header in Detroit aus. Doch bevor das Samstagsrennen als erstes der beiden Rennen des Wochenendes gestartet werden konnte, war zunächst einmal Warten angesagt. Grund war ein heftiges Gewitter (Fotos: IndyCar in Detroit).

Josef Newgarden

Penske-Pilot Josef Newgarden hat das Samstagsrennen in Detroit gewonnen Zoom

Nach dem IndyCar-Qualifying, in dem sich Alexander Rossi durchsetzte, und dem anschließenden IMSA-Rennen, das von Juan Pablo Montoya und Dane Cameron gewonnen wurde, zog das Unwetter auf. Mehr als eine Stunde nach dem geplanten Startzeitpunkt konnte Rennen 1 des Chevrolet Detroit Grand Prix tatsächlich gestartet werden. Die Renndistanz wurde aufgrund der Verzögerung aber angepasst. Statt auf 70 Runden wurde das Samstagsrennen auf 75 Minuten angesetzt.

Josef Newgarden (Penske-Chevrolet) ging schließlich als strahlender Sieger hervor und bescherte Chevrolet damit vor der heimischen Haustür erstmals seit 2016 wieder einen Sieg. "Vielen Dank an Tim Cindric, der den richtigen Riecher hinsichtlich der Strategie hatte", so Newgarden, für den es in der laufenden IndyCar-Saison 2019 der zweite Saisonsieg nach St. Petersburg ist.


IndyCar 2019: Detroit 1

Die Highlights von Rennen 1 beim Chevrolet Detroit Grand Prix, dem siebten Rennen der IndyCar-Serie 2019 Weitere Formelsport-Videos

Alexander Rossi (Andretti-Honda) kam von der Pole-Position gestartet auf P2 ins Ziel, nachdem er Newgarden im Schlussspurt zwar jagen, aber nicht mehr abfangen konnte. Für Rossi ist es nach dem Indy 500 vor einer Woche der zweite zweite Platz hintereinander. Das Podest komplett machte Takuma Sato (Rahal-Honda), der damit zum zweiten Mal in Folge Dritter geworden ist.

Start nach über einer Stunde Verzögerung

Weil der Stadtkurs auf der Belle Isle beim verspäteten Start noch nass war, entschied die Rennleitung aus Gründen der Sicht und der Sicherheit, in Single-File-Formation zu starten. Es war die richtige Entscheidung, denn Zach Veach (Andretti-Honda) hatte sich trotz Regenreifen noch im Verlauf der Einführungsrunde gedreht und musste seinen im Qualifying herausgefahrenen achten Startplatz gegen den letzten eintauschen. Am Ende wurde es für Veach sogar noch eine Top-10-Platzierung.

Polesetter Alexander Rossi hatte in Single-File-Formation keine Mühe, als Führender in die erste Kurve einzubiegen. Dahinter reihte sich Josef Newgarden ein, wurde aber schon nach wenigen Metern von Scott Dixon (Ganassi-Honda) überholt. Lange ging es freilich nicht gut. Im Hinterfeld drehte sich Matheus Leist (Foyt-Chevrolet) direkt in der zweiten Kurve auf einer Pfütze und löste damit die erste Gelbphase nach Freigabe des Rennens aus. Es sollte nicht die letzte gewesen sein.

Marco Andrettis Reifenpoker geht nicht auf

Nach zwölf Runden wagte der erste Fahrer den Wechsel von Regenreifen auf Slicks: Marco Andretti (Herta/Andretti), der vom 18. Startplatz losgefahren nichts zu verlieren hatte. Auf seiner Runde aus der Box wäre Andretti mit den Trockenreifen einige Male beinahe abgeflogen.

Und auch auf seiner ersten fliegenden Runde war Andretti langsamer als der Rest des Feldes, der noch auf Regenreifen vertraute. Letzten Endes kam der frühe Reifenwechsel einen Tick zu früh, weil die Konkurrenz im Gegensatz zu Andretti mit nur einem Tankstopp über die Distanz kam. Platz 16 im Endergebnis war für Andretti nicht das, was er sich von seinem Poker versprochen hatte.

Einige Runden nach Andretti waren Ryan Hunter-Reay (Andretti-Honda), Ed Jones (Carpenter-Chevrolet) und Newgarden die nächsten, die auf Slicks umrüsten ließen. Jones aber setzte das Auto direkt auf seiner ersten Runde mit den profillosen Pneus in die Reifenstapel am Ende der geschwungenen Gegengerade (Kurve 7).

Unfälle von Power und Dixon - Power fährt weiter

Der Rest des Feldes nutzte die von Jones ausgelöste Gelbphase zum Wechsel auf Slicks. Doch bei der Ausfahrt aus der Boxengasse kam es zum Crash. Will Power (Penske-Chevrolet) fuhr zu früh los. Das rechte Vorderrad war nicht fixiert, weshalb der silberne Penske-Bolide in die Boxenmauer rutschte.

Mit seinem Dreirad fuhr Power aber trotzdem weiter und ließ am Ende der Runde ein viertes Rad montieren. Zwar sah der Australier am Ende sogar die Zielflagge, zu holen war für ihn trotzdem nichts mehr: Platz 18 als Vorletzter in der Führungsrunde. "Wir müssen es beim nächsten Mal einfach besser machen", so Power mit Blick auf das Sonntagsrennen.

Beim Restart lag der Fahrer vorn, der gerade auf Slicks gewechselt hatte, als die Gelbphase ausgerufen wurde: Josef Newgarden. Der Penske-Pilot führte fortan vor Rossi und Dixon. Marco Andretti, der als Erster den Reifenwechsel riskiert hatte, wurde indes weiterhin am Ende des Feldes notiert.

Newgarden machte das Tempo vor Rossi. Dahinter machte ausgerechnet Scott Dixon den Fehler, mit Slicks in die Reifenstapel von Kurve 6 zu rutschen. Ausfall für den fünfmaligen IndyCar-Champion und Detroit-Vorjahressieger, der zuletzt vor zwei Jahren ein Rennen nicht beendet hatte - damals in Fort Worth nach unverschuldetem Crash mit Takuma Sato.

Dixons Fehler nutzte brachte seinen Ganassi-Teamkollegen Felix Rosenqvist auf die dritte Position nach vorn. Der Rookie jagte beim Restart den Zweitplatzierten Rossi und Spitzenreiter Newgarden vor sich her, wurde aber kurz darauf von Takuma Sato überholt. Was folgte, war eine weitere kurze Gelbphase, weil sich Matheus Leist mit seinem zweiten Ausrutscher des Tages endgültig aus dem Rennen verabschiedet hatte.

Schlussspurt: Newgarden hält Rossi in Schach

Beim letzten Restart war es Sato, der kurzzeitig Druck auf Rossi und Newgarden ausübte. Doch das Führungsduo setzte sich bald ab und machte den Sieg unter sich aus. Fünf Minuten vor Schluss des auf 1:15 Stunden limitierten Rennens hatte Newgarden weniger als eine Sekunde Vorsprung auf Rossi. Die Strecke war inzwischen zumindest auf der Ideallinie komplett abgetrocknet und Rossi blies mit Push-To-Pass zur Attacke.

An Newgarden vorbei kam Rossi aber nicht mehr, was nicht zuletzt daran lag, dass die Piste abseits der Ideallinie noch feucht war und der Polesetter somit keinen echten Angriff wagen konnte. Newgarden siegte schließlich mit 0,8 Sekunden Vorsprung. Rossi brachte Platz zwei mit fast zehn Sekunden Vorsprung auf Sato nach Hause.

Die Top 5 rundeten Rosenqvist und Hunter-Reay ab. Indy-500-Sieger Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet) hat mit P6 seine Tabellenführung direkt wieder an Newgarden verloren. Die Top 10 machten Graham Rahal (Rahal-Honda), Zach Veach, der in der Einführungsrunde "Geisterfahrer" gespielt hatte, sowie James Hinchcliffe (Schmidt-Honda) und Spencer Pigot (Carpenter-Chevrolet) komplett.

Rennen 2 des Double-Headers in Detroit soll am Sonntag kurz nach 15:30 Uhr Ortszeit (21:30 Uhr MESZ) gestartet werden. Die Chancen, dass dieses zweite Rennen pünktlich losgeht, stehen gut. Die Wettervorhersage für Sonntag sagt derzeit keinen Regen, geschweige denn Gewitter, voraus.

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