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Franchittis Indy-Show endet mit Horrorcrash!

Dario Franchitti bot beim 94. Indy 500 eine überzeugende Vorstellung - heftiger Unfall von Mike Conway, Team Penske schwer geschlagen

(Motorsport-Total.com) - Indianapolis war am Sonntagabend fest in Britischer Hand. Dario Franchitti war ganz klar der Mann des Tages beim 94. Indy 500. Der 37-jährige Schotte in Diensten von Chip Ganassi dominierte die 200 Runden lange Hitzeschlacht auf dem Indianapolis Motor Speedway und holte sich folgerichtig auch seinen zweiten Indy-Sieg nach 2007.

Mike Conway

Riesenglück: Mike Conway zog sich bei diesem Unfall nur einen Beinbruch zu Zoom

Das Finale entpuppte sich als ein unglaublicher Benzinkrimi, in dem Franchittis Landsmann Dan Wheldon (Panther) Platz zwei errang und damit sein Vorjahresergebnis egalisierte. Alex Lloyd (Dale Coyne) komplettierte etwas überraschend den Britischen Dreifachtriumph, während ein weiterer Brite für die Schrecksekunde des Sonntagabends sorgte.#w1#


Fotos: Indy 500, Rennen


Mike Conway wollte in der 199. Runde den vor ihm fahrenden Ryan Hunter-Reay (Andretti) innen in Turn 3 überholen. Dabei kam es zu einer Berührung: Die Räder verhakten sich, der Dreyer-and-Reinbold-Dallara stieg in die Luft auf, überschlug sich dort und krachte hart in den Fangzaun. Das Auto wurde komplett zerstört. Nach ersten Informationen zog sich Conway eine Verletzung am linken Bein zu und wurde ins Methodist Hospital von Indianapolis geflogen.

Nach dem Conway-Crash ging das Rennen natürlich unter Gelber Flagge zu Ende, was Franchitti letztlich den Sieg vor dem stark aufholenden Wheldon sicherte. Denn wie der Rest des Feldes auch musste der Ganassi-Pilot in den letzten 35 Runden massiv Sprit sparen. Doch angesichts seiner schieren Dominanz über nahezu das gesamte Renngeschehen sah Indianapolis sicherlich einen hochverdienten Sieger.

Rabenschwarzer Tag für Penske

Will Power

Früher Rückschlag: Riesenprobleme bei Will Power in der Penske-Box Zoom

Bereits in der ersten Runde holte sich der von Platz drei aus gestartete Franchitti die Führung. Abgesehen von einem kleinen Zwischenhoch seitens Will Power (Penske) und einigen strategiebedingten Führungswechseln hatte der amtierende IndyCar-Champion das Geschehen jederzeit im Griff und konnte sich zwischenzeitlich sogar zehn Sekunden von der Konkurrenz absetzen.

In die Karten spielte ihm dabei, dass Team Penske einen wirklich rabenschwarzen Tag erwischte. Vor dem Rennen hatte Roger Penske noch erklärt, dass derjenige gewinnen würde, der am Sonntag die wenigsten Fehler macht. Dies traf nicht auf die hochfavorisierte Penske-Mannschaft zu, denn keiner der drei Piloten kam ohne Probleme durch die 200 Runden.

Will Power wurde beim ersten Boxenstopp zu früh losgeschickt. An seinem Auto steckte noch das Ende des Tankschlauchs, weshalb der Australier eine Durchfahrtsstrafe absitzen musste. Das warf ihn fast eine ganze Runde zurück. Zwar konnte sich der IndyCar-Tabellenführer wieder in die Top 10 zurückarbeiten, doch mehr als Platz acht war nicht mehr möglich.

Polesitter Helio Castroneves ging auf der Jagd nach seinem vierten Indy-500-Titel zunächst sehr besonnen zu Werke. Der Brasilianer hielt sich die ganze Zeit über in den Top 5 auf, würgte jedoch in Runde 143 nach einem Green-Flag-Stopp sein Auto ab. Das warf Castroneves weit zurück: "Ich habe heute den entscheidenden Fehler gemacht", gab der "Spiderman" offen zu.

Andretti-Mannschaft im Rennen top

Marco Andretti

Marco Andretti wurde nachträglich der dritte Platz zugesprochen Zoom

So musste sein Chefstratege und Penske-Präsident Tim Cindric volles Risiko gehen und schickte Castroneves letztlich erfolglos in einen Spritpoker. Mangels Gelbphasen blieb ihm neun Runden vor dem Ende nichts anderes übrig, als zu einem Splash-and-Dash-Stopp an die Box abzubiegen - Rang neun war die Quittung. Ryan Briscoe (24.) zerlegte als Dritter im Penske-Bunde sein Auto in Runde 147 ausgangs von Turn 4.

Damit war Franchitti natürlich seine ärgsten Gegner losgeworden. Nun platzierte sich die Andretti-Mannschaft zusehends in der Spitzengruppe - allen voran Tony Kanaan. Der Pechvogel des Qualifkationswochenedes startete von ganz hinten und machte schon in der ersten Runde acht Plätze gut. Nach einigen superschnellen Boxenstopps tauchte der Brasilianer sogar noch im ersten Renndrittel in den Top 5 auf.

Gesellschaft bekam Kanaan in der zweiten Rennhälfte durch Marco Andretti. Als die Penske-Mannschaft einbrach, bildete das Andretti-Duo in der Folge die härteste Verfolgergruppe von Dauerspitzenreiter Franchitti. Allerdings musste das Doppel seiner fulminanten Aufholjagd Tribut zollen, denn beide kamen im Finale zusehends in Sprit-Schwierigkeiten. Kanaan blieb nichts anderes übrig, als kurz vor Schluss einen Extrastopp einzulegen und wurde letztlich Elfter.

Auch Andretti ging massiv vom Gaspedal und wurde als Sechster abgewunken, obwohl er direkt nach dem Rennen versicherte, eigentlich Platz drei geholt zu haben, weil ihn nach dem Conway-Crash ein paar Konkurrenten unter Gelb überholt hätten. So wurde Danica Patrick als Fünfte beste Andretti-Pilotin. Für den 28-jährigen US-Superstar ein versöhnliches Ende, denn eigentlich war von Patrick im Rennen nicht viel zu sehen. Gute Stopps und am Ende eine perfekte Strategie ermöglichten diese Platzierung.

Viele Crashes in Turn 2

Raphael Matos

Raphael Matos war einer derjenigen, die es in Kurve 2 erwischte Zoom

Gleiches ist auch von Dan Wheldon (Panther) und Alex Lloyd (Dale Coyne) zu sagen, die ihren zweiten und dritten Platz über die Sprit-Strategie herausfuhren. Franchittis Teamkollege Scott Dixon wiederum blieb im Vergleich zum Sieger blass. Zudem wurde er durch einen Fehler an der Ganassi-Box zurückgeworfen, die ihm bei einem Stopp den linken Vorderreifen nicht richtig festgezogen hatten. Auch Dixon arbeitete sich im chaotischen Ende noch bis auf Platz vier nach vorne.

Ingesamt gab es in einem recht zerfahrenen und am Ende hochdramatischen Indy-500 nicht weniger als neun Gelbphasen. Kritisch war dabei vor allem - wie bereits in der gesamten Trainingswoche - der Ausgang von Turn 2. Mit Bruno Junqueira, John Andretti, Raphael Matos, Vitor Meira und Sebastian Saavedra erwischte es dort gleich fünf Piloten. Alle befanden sich bei ihrem Abflug auf einer sehr hohen Fahrlinie durch die im Jahr 2010 sehr heimtückische zweite Kurve.

Auch die Außenseiter kamen nicht ungeschoren durch die 200 Runden. Geheimfavorit Alex Tagliani (FAZZT) spielte nur zu Beginn eine Rolle und tauchte zu Rennmitte völlig ab. Erst im Finale kam der Kanadier wieder besser zurecht und holte sich immerhin noch einen zehnten Platz. Justin Wilson war einer derjenigen, die am Ende massiv mit dem Sprit pokerten. Elf Runden vor Schluss ging der Dreyer-and-Reinbold-Pilot in Führung liegend noch einmal zum Tanken und landete auf Platz sieben.

Tomas Scheckter (Dreyer and Reinbold; 15.), Townsend Bell (Sam Schmidt; 16.) und auch Ed Carpenter (Panther; 17.) lagen im Rennverlauf jeweils in einer aussichtsreichen Position, verloren jedoch wegen Sprit-Problemen und einer Blockade-Strafe (Bell) viel Boden. Graham Rahal (Rahal/Letterman; 12.) wiederum erlebte eine Achterbahnfahrt mit frühen Handlingsproblemen, ebenfalls einer Blockade-Strafe und - analog zu Kanaan - am Ende einem zusätzlichen Tankstopp.

De Silvestro in der Führungsrunde

Dario Franchitti

Am Triumph von Dario Franchitti gab es am Sonntag nichts zu rütteln Zoom

Der beste Rookie war Simona de Silvestro (HVM), die sich um diesen Titel als 13. in den Schlussrunden ein hartes Duell mit Mario Romancini (Conquest; 14.) lieferte, das die Schweizerin knapp für sich entschied. De Silvestro zeigte dabei eine absolut kontrollierte Vorstellung und beendete ihr erstes Indy 500 sogar in der Führungsrunde.

Takuma Sato war bei seiner Indy-Premiere hingegen ein Dauergast in den Boxen. Nicht weniger als zehnmal in 200 Umläufen kam der KV-Dallara mit großen Balanceproblemen zu seiner Crew. Der Japaner spielte am Sonntag nie eine Rolle und wurde mit zwei Runden Rückstand letztlich als 20. gewertet.

Sieger Dario Franchitti jubelte in der Victory Lane ausgiebig mit seiner Ehefrau und US-Schauspielerin Ashley Judd, sowie seinen alten Andretti-Weggefährten Tony Kanaan und Danica Patrick. In der Gesamtwertung machte der Schotte einen Satz von Platz fünf auf zwei und liegt nun nur noch elf Punkte hinter Tabellenführer Will Power (Penske).

Es geht wieder recht eng zu: Ganassi-Teamkollege Scott Dixon und Helio Castroneves (Penske) lauern nur wenige Zähler dahinter. Bereits am kommenden Wochenende kann sich Franchitti als frischgebackener Indy-Sieger auf dem ultraschnellen Texas Motor Speedway feiern lassen.

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