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Hinchcliffe dominiert in Iowa und holt ersten Oval-Sieg

Doppelsieg für Andretti-Autosport: James Hinchcliffe gewinnt das Iowa Corn 250 und feiert seinen ersten Oval-Sieg - Ryan Hunter-Reay nach Aufholjagd Zweiter

(Motorsport-Total.com) - Das Iowa Corn 250 wurde von einem Fahrer dominiert: James Hinchcliffe kontrollierte das Rennen vom Start weg bis ins Ziel. Auch bei Re-Starts nach Gelbphasen wehrte der Kanadier alle Angriffe ab und fuhr souverän. Nach St. Petersburg und Sao Paulo feierte Hinchcliffe seinen bereits dritten Saisonsieg. Zudem war es sein erster Sieg auf einem Oval. Es war ein totaler Triumph für Andretti-Autosport: IndyCar-Champion Ryan Hunter-Reay musste nach einer Berührung in der Anfangsphase eine Aufholjagd starten und pflügte von Position 21 durch das Feld bis auf Platz zwei nach vor. Indy-500-Champion Tony Kanaan (KV-Chevrolet) wurde Dritter.

James Hinchcliffe

James Hinchcliffe holte in Iowa seinen ersten Sieg auf einem Oval Zoom

Bisher führte Hinchcliffe in seiner Karriere insgesamt 99 Rennrunden an. Alleine heute waren es deutlich mehr: "Es lag alles am Team. Ich kann nicht glauben, dass ich das ganze Rennen dominiert habe", sagt der 26-Jährige in der Victory-Lane überwältigt. "Ich bin etwas nervös, weil meine Familie nicht hier ist. Ich liebe euch alle. Es ist unglaublich." In der Schlussphase wurde es noch spannend, denn Hunter-Reay schloss noch auf, doch im Verkehr der überrundeten Fahrer ging sich kein Angriff aus.

"Ich habe so hart gearbeitet, dass ich auf James aufhole, aber dann kam ich in Verkehr. Es ist etwas anderes, wenn man eine Runde hinten ist oder fünf", ärgert sich der Meister über die langsamen Fahrer. "Es war schwierig im Traffic. Ich kam von Platz 21 nach vor auf Platz zwei. Nach einem schwierigen Wochenende bin ich Zweiter geworden. Das waren wieder wichtige Punkte für die Meisterschaft. Gratulation an James." Da Helio Castroneves (Penske-Chevrolet) Achter wurde, bleibt es in der Meisterschaft spannend.

Der "Spiderman" führt die Gesamtwertung weiterhin an, doch sein Vorsprung auf Hunter-Reay ist auf neun Punkte geschrumpft. Marco Andretti (Andretti-Autosport) ist mit 55 Zählern Rückstand Dritter. Hinchcliffe verbesserte sich mit seinem dritten Saisonsieg auf Rang vier und hat 66 Zähler Rückstand. Ganassi und Penske spielten in Iowa keine entscheidende Rolle. Zudem war Chevrolet klar überlegen, denn in die Top 10 schafften es nur zwei Honda-Piloten.


Fotos: IndyCars in Iowa


Als das Rennen über 250 Runden mit der grünen Flagge freigegeben wurde, duellierten sich Will Power (Penske) und Hinchcliffe, die nach der Castroneves-Rückversetzung (Motorwechsel) aus der ersten Reihe starteten, bis sich Hinchcliffe durchsetzte und in der Anfangsphase die Führung übernahm. Gleich in den ersten Runden konnte in der zweiten Linie gefahren werden und im Feld waren einige Side-by-Side-Kämpfe zu sehen. Chevrolet bestimmte das Tempo, denn hinter Hinchcliffe fuhren Power, Andretti, Kanaan, Ed Carpenter und Oriol Servia (Panther). Hunter-Reay und Castroneves arbeiteten sich in den ersten Runden langsam in die Top 10 nach vor.

Hunter-Reay fährt sich die Frontflügelendplatte ab

Im Verlaufe des ersten Stints zog sich das Feld auf dem modernen 7/8-Meilen-Oval auseinander. Traffic war ein Thema, denn die meisten Fahrer taten sich bei Überholmanövern schwer. In Runde 39 leuchteten zum ersten Mal die gelben Lichter auf und das Feld wurde neutralisiert. Hinchcliffes Vorsprung von fünf Sekunden löste sich in Luft auf. Der Grund für die Gelbphase: Trümmerteile auf der Rennstrecke. Hunter-Reay hatte sich die Forntflügelendplatte rechts vorne im Heck von Rahal abgefahren. "Mir ist ein Fehler unterlaufen. Ich wollte an Graham vorbei, aber die Front hatte keinen Grip", nimmt er es auf seine Kappe.

Ryan Hunter-Reay

IndyCar-Champion Ryan Hunter-Reay zeigte eine starke Aufholjagd Zoom

Alle Fahrer bogen zum ersten Boxenstopp ab. An Hunter-Reays Boliden wurde der Frontflügel gewechselt. Zudem kam er eine Runde später erneut an die Andretti-Box und ließ den Tank auffüllen. Dadurch fiel der amtierende Champion weit zurück. Zudem gab es beim Reifenwechsel in der KV-Box vorne rechts ein kleines Problem: Kanaan büßte sechs Plätze ein und rutschte ins Mittelfeld zurück. Einen perfekten Service absolvierte die Andretti-Mannschaft bei Hinchcliffe: Er verließ die Boxengasse als Erster und behielt seine Führung.

Beim Restart in Runde 52 behauptete Hinchcliffe den Platz an der Sonne vor Carpenter und Power. Hunter-Reay startete sofort vom Ende des Feldes eine Aufholjagd, denn die Spitze holte auf dem kurzen Oval rasch auf das Ende des Feldes auf. Im Gegensatz zum ersten Stint konnten sich diesmal mehrere Fahrer durch den Verkehr arbeiten. Die angepassten Frontflügeleinstellungen beim ersten Stopp sorgten für mehr Racing. Als Rahal auf der Innenbahn Servia für Platz fünf überholte, kam es sogar zu einer kleinen Berührung.

Penske und Ganassi chancenlos

Hunter-Reay kam gut durch das Feld und war nach 90 Runden bereits Zwölfter. Dafür hatte Power Probleme. Die Balance seines Penske passte nicht und er verlor Position um Position. Andretti-Autosport bestimmte in den ersten 100 Runden klar das Tempo. Hinchcliffe und Andretti führten das Feld ungefährdet an, während Hunter-Reay durch das Feld pflügte. Aber auch Rahal hielt als Dritter den Anschluss und forderte das "Generationenduell" gegen Andretti heraus.

Helio Castroneves

Helio Castroneves verteidigte knapp die Tabellenführung Zoom

Dagegen ging im ersten Renndrittel bei Penske und Ganassi nicht viel: In Runde 103 wurde Dario Franchitti überrundet. Ab Runde 115 begann die Phase der zweiten Boxenstopps, die unter grün durchgeführt wurden. Alle Crews arbeiteten perfekt und es führte weiterhin Hinchcliffe vor Rahal und Andretti. Hunter-Reay setzte seinen Vormarsch fort und klebte nach 130 Runden schon am Heck von Castroneves, der auf Platz sieben fuhr. Franchitti wurde zu diesem Zeitpunkt schon zum zweiten Mal überrundet. In den Kurven musste der zweifache Iowa-Sieger extrem vom Gas gehen. Das Setup passte überhaupt nicht.

In Runde 138 wurde zum zweiten Mal die gelbe Flagge geschwenkt. In Kurve zwei war Alex Tagliani (Bryan Herta Autosport) von der Ideallinie abgekommen. Auf den Marbles hatte der Routinier keine Chance und schrammte an der Safer-Barrier entlang. Tagliani drehte sich Richtung Infield und blieb stehen. Kurz vor diesem Zwischenfall wurde Power überrundet. Nur zwölf Fahrer befanden sich noch in der Führungsrunde. Lediglich vier Fahrer und einige Überrundete bogen in die Pitlane ab. Die Spitze blieb auf der Strecke.

Andretti-Autosport dominiert

Beim Restart in Runde 148 verteidigte Hinchcliffe seine Führung. Dahinter duellierten sich Rahal und Andretti um Rang zwei. Sechs Runden später wurde das Feld erneut neutralisiert: Debris auf der Zielgeraden. Franchitti nutzte die Gelbphase um einige Veränderungen an seinem Boliden vorzunehmen. Die ganze Zeit diskutierte er mit seinem Renningenieur am Funk, doch es war nicht der Tag des vierfachen Champions: Auch der Funk fiel teilweise aus.

Graham Rahal

Honda war in Iowa klar den Chevrolet-Motoren unterlegen Zoom

Beim Neustart in Runde 161 setzte sich Rahal auf die Außenseite von Hinchcliffe: Chevrolet gegen Honda - Andretti gegen Rahal. Drei Runden fuhren sie Seite an Seite, bis Hinchcliffe die Oberhand gewann und wieder führte. Mittlerweile hatte sich Hunter-Reay bis auf den dritten Platz nach vor gearbeitet. In Runde 182 steckten Hinchcliffe und Rahal in dichtem Überrundungsverkehr. Rahal wollte an einem Konkurrenten außen vorbei, kam aber von der Linie ab und musste vom Gas.

Dadurch büßte Rahal drei Sekunden und Platz zwei an Hunter-Reay ein und es herrschte eine Andretti-Doppelführung in Iowa. Der Meister hatte sich nach seinem Fehler im ersten Rennviertel durch das komplette Feld gefahren. Andretti eröffnete 60 Runden vor dem Ende die nächste Boxenstoppphase unter grün. Als Hinchcliffe seinen Stopp absolvierte, klemmte das linke Vorderrad. Drei Fahrer - Carpenter, Kanaan, Wilson - blieben länger draußen, weil sie in der letzten Gelbphase an der Box waren.

Nur zwei Honda-Piloten in den Top 10

Hinchcliffe folgte als Vierter und führte trotz des kleinen Zeitverlusts in der Box den Rest des Feldes an. Als die Top 3 ebenfalls ihr Service absolviert hatten, lag wieder Hinchcliffe vor Hunter-Reay und Rahal auf Platz eins. Zehn Autos befanden sich zu Beginn der letzten 20 Runden noch in der Lead-Lap. Hunter-Reay holte in der Schlussphase noch auf Hinchcliffe auf, doch im Verkehr blieb kein Platz für einen Angriff. Die Entscheidung um den Sieg war gefallen.

Simona de Silvestro

Die Schweizerin Simona de Silvestro mühte sich am Ende des Feldes ab Zoom

Spannend ging es in der Schlussphase im Duell um Platz drei zu. Kanaan fing noch Rahal ab und wurde Dritter. "Wir hatten mehrere Probleme und gingen dann Off-Sequence, damit wir am Ende frischere Reifen haben. Das hat gut funktioniert", freut sich der Indy-500-Champ. Rahal wurde am Ende noch von Carpenter überholt und war als Fünfter der beste Honda-Vertreter. Auf den weiteren Positionen folgten Simon Pagenaud, Servia, Castroneves, Andretti und EJ Viso.

Scott Dixon und Power kamen mit drei Runden Rückstand als 16. und 17. ins Ziel. Franchitti hatte vier Runden Rückstand und wurde 20. und Vorletzter. Ein schwarzer Tag für die beiden Traditionsteams. Schwierigkeiten hatte auch Simona de Silvestro. Die Schweizerin kämpfte mit dem Handling ihres KV-Chevrolets und war auf verlorenem Posten. Im Ziel fehlten de Silvestro sieben Runden auf die Spitze. Das nächste Rennen findet am 7. Juli in Pocono statt.

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