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Durststrecke beendet: Marco Andretti siegt in Iowa!

Marco Andretti holt sich auf dem Iowa Speedway seinen ersten IndyCar-Sieg seit 79 Rennen - Tony Kanaan Zweiter - Will Power mit heftigem Abflug

(Motorsport-Total.com) - Marco Andretti hat das Iowa Corn Indy 250 auf dem Iowa Speedway gewonnen. Für den 24-jährigen Sohn von Teamchef Michael Andretti war es der erste IndyCar-Triumph seit seinem Premierensieg in Sonoma 2006 und der erste Oval-Sieg überhaupt. Hingegen war es für das Andretti-Team bereits der dritte Iowa-Sieg nach 2007 und 2010.

Marco Andretti

Marco Andretti beendete in Iowa eine fast fünfjährige sieglose Zeit Zoom

In einem überaus spannendenden und kurzweiligen IndyCar-Rennen verwies der jüngste Spross der Andretti-Dynastie KV/Lotus-Pilot Tony Kanaan nach hartem Kampf auf Rang zwei und war anschließend in der Victory Lane verständlicherweise überglücklich. "Ich habe nie an meinen Jungs gezweifelt", sprach Andretti sofort ein Kompliment an sein Team aus.

"Auf den großen Ovalen hatten wir zuletzt ein paar Probleme. Immer wenn es auf eine Strecke geht, auf der das Handling entscheidend ist, sind wir aber vorn dabei", so Andretti weiter, dem der Kampf mit Kanaan um den Sieg "großen Spaß bereitet hat", wie er sagt.

Der zweitplatzierte Kanaan konnte nach seinerseits starker Fahrt nur gratulieren und merkte mit Blick auf das entscheidende Überholmanöver Andrettis mit einem Lächeln an: "Wenn es nicht um den Sieg gegangen wäre, müsste ich mich mit ihm noch einmal ernsthaft unterhalten. An seiner Stelle hätte ich mich aber genauso verhalten." Angesprochen auf seinen zweiten Podiumsplatz der Saison, entgegnete der 36-Jährige: "Das war doch wieder einmal nicht schlecht für einen alten Mann, oder?"


Fotos: IndyCars in Iowa


Ganassi-Pilot Scott Dixon kam nach starker Aufholjagd in einem Rennen, das er nach verkorkstem Qualifying nur aus der zwölften Startreihe aufnehmen konnte, als Dritter ins Ziel und sprach anschließend von "einem Gefühl wie nach einem Sieg". Teamkollege Dario Franchitti, der während der meisten der 250 Runden in Führung lag, kam hinter Indy-Pechvogel J.R. Hildebrand (Panther; 4.) als Fünfter ins Ziel.

Penske-Pilot Ryan Briscoe beendete das Flutlicht-Rennen auf Platz sechs vor Teamkollege Helio Castroneves, der nach einem neuerlichen Reifenschaden noch als Siebter einlief. "Es ist einfach unglaublich", so der Kommentar des leidgeprüften Brasilianers in Penske-Diensten. "Ich muss mich wohl einmal mit den Jungs von Firestone unterhalten", fügte er mit einem Lächeln an.

Die Andretti-Piloten Ryan Hunter-Reay (8.) und Danica Patrick (10.) fuhren an diesem für das gesamte Andretti-Autosport-Team denkwürdigen Tag ebenfalls in die Top 10. Newman/Haas-Rookie James Hinchcliffe klassierte sich als Neunter nach 250 Runden zwischen den beiden.

Will Power mit heftigem Abflug

Takuma Sato, dessen KV/Lotus-Team den Boliden des Japaners nach dem Crash im zweiten Freien Training wieder aufbauen konnte, nahm das Rennen von der Pole-Position aus in Angriff und verbuchte die ersten Führungsrunden im Iowa Corn Indy 250. Nach nur sieben Umläufen musste er den Platz an der Sonne allerdings Franchitti überlassen, der sich fortan vom Feld absetzen konnte.

Dahinter konnte sich Andretti, der auf dem 7/8-Meilen-Oval in Newton seit jeher gut zurecht kommt, aus der neunten Startreihe schnell nach vorn arbeiten und wurde noch vor Halbzeit des 250-Runden-Rennens auf Platz zwei hinter Franchitti notiert.

James Jakes

James Jakes setzte seinen Coyne-Dallara als Erster in die Safer-Barrier Zoom

Das Rennen war von mehreren heftigen Abflügen in die Safer-Barrier - die auf dem Iowa Speedway auf der Außenseite um die komplette Strecke gezogen ist - gekennzeichnet. Prominentester Ausfall war Tabellenführer Will Power. Der Australier verlor seinen Penske-Dallara beim Versuch, Foyt-Pilot Vitor Meira zu überholen, aus der Kontrolle und krachte rücklings mit voller Wucht in die äußere Streckenbegrenzung von Turn 2.

Der Bolide mit der Startnummer 12 wurde dabei im Heckbereich völlig zerstört. Nach bangen Momenten konnte Power das Wrack schließlich aus eigener Kraft verlassen. Die anschließende Untersuchung im streckeneigenen Hospital brachte eine leichte Gehirnerschütterung zu Tage.

"Es war ein Fehler, mit einem beschädigten Auto draußen zu bleiben", so die erste Reaktion Powers im Anschluss. In der Anfangsphase des Rennens geriet der Penske-Pilot in der Boxengasse mit Charlie Kimball aneinander. Power beschleunigte gerade wieder aus seiner Box, als Kimball von hinten angerauscht kam und den Weg des Australiers kreuzte. Das Penske-Team hatte seinem Piloten trotz des herannahenden Ganassi-Dallara von Kimball freie Fahrt signalisiert.

Bei der Kollision wurde neben dem Frontflügel am Wagen mit der Startnummer 12 auch die Spurstange in Mitleidenschaft gezogen. Nach einem flinken Wechsel des vorderen Flügels schickte man Power ohne Rundenverlust wieder auf die Piste. Nach Aussage des Australiers gab die beschädigte Spur den Ausschlag für den heftigen Abflug wenig später. Sein Fazit fiel entsprechend ernüchternd aus: "Wieder einmal haben wir ein Rennen in der Box weggeschmissen, so wie wir es immer tun."

Neben Power machten bis zur Halbzeitmarke des Rennens auch James Jakes (Coyne), Ana Beatriz (Dreyer & Reinbold), Mike Conway (Andretti) und Sebastian Saavedra (Conquest) mit der Safer-Barrier des Iowa Speedways Bekanntschaft. Sie alle kamen ohne Verletzungen davon.

Franchitti verliert den Sieg an der Box

In Runde 185 erwischte es auch den Polesitter. Takuma Sato verlor seinen KV/Lotus-Dallara ebenfalls in Turn 2 aus der Kontrolle und schlug genau wie Power rückwärts in die äußere Streckenbegrenzung ein. Marco Andretti - der kurz zuvor erstmals im Rennen die Führung übernommen hatte und sich in der Folgezeit ein sehenswertes Duell mit Franchitti um Platz eins lieferte - war gemeinsam mit dem Schotten just in dem Moment, als Sato in die Mauer krachte, zum finalen Stopp in der Boxengasse.

Dario Franchitti

Ganassi-Pilot Dario Franchitti kam nach langer Führung als Fünfter ins Ziel Zoom

Bei der Einfahrt klebte Andretti noch direkt im Heck des Ganassi-Dallara von Franchitti, bei der Ausfahrt aus der Boxengasse konnte der Andretti-Pilot den Schotten distanzieren und den folgenden Restart von der Spitze des Feldes aus in Angriff nehmen. Franchitti lieferte nach dem Rennen die Erklärung für den Verlust seiner Führung an der Box: "Es gab ein Problem mit dem linken vorderen Schlagschrauber."

Im finalen Green-Flag-Run war dann nicht mehr Franchitti, sondern Kanaan der stärkste Gegner Andrettis. Nachdem die Führung zwischen den beiden mehrfach hin- und her wechselte, konnte sich der Brasilianer zunächst für einige Umläufe Luft verschaffen. Franchitti hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits damit abgefunden, dass er in Iowa nicht gewinnen würde. "Als die Jungs vor mir ständig nebeneinander her fuhren, gab es für mich keine freie Strecke mehr", erklärte der Schotte, der im dichten Rennverkehr mit Hildebrand und Teamkollege Dixon noch bis auf Platz fünf durchgereicht wurde.

Andretti bezwingt Kanaan im Nahkampf

Tony Kanaan, Marco Andretti

Das Duell des Iowa Corn Indy 250: Marco Andretti (26) gegen Tony Kanaan (82) Zoom

Derweil setzte Andretti an der Spitze das entscheidende Manöver gegen Kanaan. Auf Höhe der Start/Ziel-Linie zog er innen neben den grün-gelben Boliden mit der Startnummer 82. Dabei trennten den Andretti-Dallara mit der Startnummer 26 sowohl auf der linken Seite in Richtung Grasstreifen als auch auf der rechten Seite vom Wagen Kanaans jeweils nur Zentimeter. Nachdem die beiden über eine Runde Seite an Seite absolviert hatten, konnte sich Andretti schließlich durchsetzen und seine Führung in den Schlussrunden sicher nach Hause bringen. Der erste Oval-Sieg seiner IndyCar-Karriere war nach 250 Runden unter Flutlicht der verdiente Lohn.

Teamkollegin Danica Patrick ging neben Sato aus der ersten Startreihe ins Rennen. Anders als der Wagen von Andretti funktionierte ihr Dallara allerdings nicht wie gewünscht und die Amazone spielte zu keiner Zeit eine Rolle im Kampf um die Spitzenplatzierungen. Unter dem Strich reichte es für Patrick immerhin noch zu einem Top-10-Ergebnis.

In zwei Wochen gastiert der IndyCar-Zirkus auf dem Stadtkurs im kanadischen Toronto, wo sich im Vorjahr der erwiesene Rundkurs-Spezialist Will Power vor Dario Franchitti den Sieg sichern konnte. Der in Iowa siegreiche Teamchef Michael Andretti ist mit nicht weniger als sieben Toronto-Triumphen in seiner aktiven Zeit Rekordsieger am Ontariosee. Sohn Marco dürfte nach dem Erfolg in Iowa Blut geleckt haben, die erfolgreiche Familientradition in Kanada fortzusetzen.

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