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Dixon siegt in Mid-Ohio - Franchitti wieder im Glück

Doppelsieg für Chip Ganassi: Scott Dixon gewann in Mid-Ohio vor Dario Franchitti - Will Power nach Strategiepech abgeschlagen im Mittelfeld

(Motorsport-Total.com) - Bislang hatte Scott Dixon in der laufenden IndyCar-Saison wirklich nicht besonders viel Glück. Aber dies brauchte der 31-jährige Neuseeländer in Mid-Ohio auch nicht, um am Sonntagabend in dominierender Manier seinen ersten Saisonsieg einzufahren. Das Rennglück im Team von Chip Ganassi befand sich bisher auf Seiten von Dario Franchitti, was sich auch beim Honda Indy 200 nicht änderte.

Scott Dixon

Scott Dixon war in Mid-Ohio von Beginn an der dominierende Pilot Zoom

Weniger aufgrund seines zweiten Platzes, den der Schotte wie immer grundsolide herausfuhr. Das Franchitti-Dauerglück zeigte sich vielmehr in Runde 56, als er sich genau beim Fallen der zweiten Gelbphase zum Tanken an der Box befand. Sein großer Titelkonkurrent Will Power (Penske) nicht, was diesen in der Folge aussichtslos zurückwarf.

Statt eines locker möglichen Top-3-Resultates landete Power in Mid-Ohio folgerichtig nur auf Rang 14 und verlor damit jede Menge Meisterschaftspunkte: Franchitti baute seinen Vorsprung von 38 auf nunmehr 62 (!) Zähler aus. Sieger Dixon arbeitete sich als Dritter von 106 auf 93 Punkte an Franchitti heran. Ist dies sechs Rennen vor dem Saisonende bereits eine Vorentscheidung im IndyCar-Titelkampf?

Angesichts der bestechenden Ganassi-Vorstellung gibt es zumindest im Hause Penske sicherlich nicht viele Gründe zum Zweckoptimismus. Im Gegenteil: Keiner der drei Penske-Asse kam in die Top 10. Ryan Briscoe befand sich auf der Power-Strategie und landete auf Rang 16, Helio Castroneves (19.) wurde in Runde 27 in ein Scharmützel zwischen Ernesto Viso (KV/Lotus; 15.) und J.R. Hildebrand (Panther; 25.) verwickelt.

Sieger Dixon ohne Konkurrenz

Vor allem gegen Dixon war bei hochsommerlichen Temperaturen kein Kraut gewachsen. "Scott befand sich heute ganz einfach auf einer Mission", zollte Franchitti seinen Respekt. Der Schotte hielt andererseits - mit Blick auf die Meisterschaft - beim letztlich rennentscheidenden Restart in Runde 61 nicht mit letzter Konsequenz gegen. Zu diesem Zeitpunkt war Franchitti aufgrund seines Gelb-Glücks sogar in Front gelegen.

"Ich wusste, dass es beim Restart passieren musste", begründete Dixon seine Aggressivität. "Ich lag die ganze Zeit vor Dario, also wollte ich da wieder hin. Aber er hat auch ganz sicher nicht mit letzter Kraft gekämpft." Franchittis sportliche Schilderung lautete: "Scott war schon vor dem Anbremsen in meinem Windschatten. Er setzte sich innen neben mich und das war's. Er ist heute sicher der verdiente Sieger."

In der Tat: Dixon bestimmte von seiner Pole-Position die Anfangsphase klar. Es ist bekannt, dass auf der idyllischen Berg- und Talbahn von Mid-Ohio das Überholen schwer ist, weshalb es zunächst zu einer IndyCar-Prozession kam. Lediglich James Hinchcliffe rodelte nach dem Start in seinem Newman/Haas-Dallara durch das Gras von Turn 6 und fiel von Platz zehn ganz ans Ende des 27-köpfigen Feldes zurück.

Die festgezurrte Reihenfolge lautete: Dixon, Briscoe, Franchitti, Power, Hunter-Reay, Rahal, Tagliani, Kimball, Sato und Viso. Bewegung kam erst in Runde 21 ins Feld. Gerade als Hinchcliffe zu einem vorgezogenen Stopp an der Box war, rutschte Sebastian Saavedra (Conquest; 27.) mit Bremsproblemen in Turn 1 in die Reifenstapel. Gelbphase eins war die Folge, und bis auf den jungen Kanadier und Danica Patrick kam das komplette Feld an die Box.

Viele Führungsrunden für Hinchcliffe

Sebastian Saavedra

Sebastian Saavedras Abflug sorgte für die erste von zwei Gelbphasen Zoom

Dort würgte Rahal auf Rang sechs liegend seinen Ganassi gleich zweimal ab und fiel weit zurück. Briscoe verlor ein wenig Zeit nach Problemen am linken Vorderreifen. Power wiederum war zu ungeduldig und fuhr einmal durch die Boxengasse, als diese noch geschlossen war. An der Spitze lagen nun natürlich Patrick und Hinchcliffe, doch zumindest die Andretti-Pilotin war nur Kanonenfutter.

Das Patrick-Team musste auf eine völlig andere Strategie setzen, um von Startplatz 23 nach vorne zu kommen. Dies entpuppte sich als vergebliche Mühe, denn am Ende sollte der 29-jährige US-Superstar auf Rang 21 ins Ziel kommen. Rookie Hinchcliffe allerdings holte sich seine erste IndyCar-Führung ab, weil er das Ganassi-Duo Dixon und Franchitti - sogar rundenlang - auf Distanz halten konnte.

Eine kleine Schrecksekunde erlebte Dreyer-and-Reinbold-Ersatzmann Simon Pagenaud (13.), der in Runde 34 genau an der Stelle durch das Gras rodelte, an der sich Justin Wilson einen Rückenwirbel brach. Der lange Brite weilt übrigens in der Zwischenzeit in Indianapolis zu weiteren Untersuchungen. Die IndyCar-Offiziellen hatten diese heftige Bodenunebenheit jedoch über Nacht einigermaßen glätten können.

Das Spitzentrio Hinchcliffe, Dixon und Franchitti setzte sich zur Rennhalbzeit in Runde 42 nun deutlich von Power, Hunter-Reay und Briscoe ab. Speziell der eigentlich so schnelle Penske-Pilot hatte bereits zu diesem Zeitpunkt der geballten Ganassi-Power nichts entgegenzusetzen. Tagliani, Sato, Kanaan und Bourdais folgten mit Respektabstand.

Franchitti wieder im Glück

Bewegung kam erst wieder in Runde 54 ins Feld, als sich das Benzinfenster zum letzten Mal öffnete. Natürlich war es Leader Hinchcliffe, der den Reigen der zweiten Stopps begann. Verfolger Dixon gab nun seinen Spritsparmodus auf und drehte die schnellste Runde im Rennen. Nach seinem Stopp lag er deutlich in Front. Dann wurde Franchittis Glücksfee aktiv.

Denn gerade als Franchitti zu seinem Stopp abbog, löste Rahal nach einem Kontakt mit Patrick die zweite Gelbphase aus. Daher lag der IndyCar-Titelverteidiger beim Fallen der Gelbflagge ausgangs der Boxengasse einerseits hauchdünn vor Dixon, andererseits war das Penske-Duo Power und Briscoe noch gar nicht beim Tanken gewesen. So fand sich Franchitti urplötzlich in Front wieder, sein Hauptkonkurrent im Titelkampf war binnen einer Runde nur noch 19.!

Insofern ist es durchaus verständlich, dass der kluge Schotte seinen aggressiven Teamkollegen Dixon beim Restart in Runde 61 auch nahezu kampflos passieren ließ. Hinchcliffe wiederum verlor dabei erst zwei Positionen an Hunter-Reay und Sato, bevor er sich erneut im Gras von Mid-Ohio wieder fand. Das warf den starken, aber unglücklichen kanadischen IndyCar-Rookie bis auf Platz 24 zurück.

Power hängt im Mittelfeld fest

Dario Franchitti, Ryan Hunter-Reay, Takuma Sato

Dario Franchitti hielt im Finale seine Kontrahenten in Schach Zoom

Damit war gleichzeitig auch die Rennentscheidung vorzeitig gefallen. Dixon hatte an der Spitze alles im Griff und baute seinen Vorsprung schnell aus. Franchitti kam in der Folge zwar unter Druck von Hunter-Reay, Sato und Kanaan, hielt seine Verfolger jedoch immer auf ausreichender Distanz. Die Top-5-Positionen von Mid-Ohio waren fest zementiert.

Im Mittelfeld bliesen Power und Briscoe zwangsläufig zur Aufholjagd. Beziehungsweise: Sie wollten zur Jagd blasen, denn Power hing rundenlang hinter Ana Beatriz (Dreyer and Reinbold; 17.) auf P16 fest, obwohl die Brasilianerin 1,5 Sekunden langsamer als Dixon unterwegs war. "Ein ganz schlimmer Tag", lautete denn auch der passende Kommentar von Powers Rennstratege Tim Cindric, der mit ansehen musste, wie sein Schützling am Ende chancenlos auf Rang 14 ins Ziel kam.

So gingen die Positionen sechs bis zehn an Alex Tagliani (Sam Schmidt), Marco Andretti (Andretti), Oriol Servia (Newman/Haas), Sebastien Bourdais (Dale Coyne) und Vitor Meira (Foyt). Auch Simona de Silvestro fuhr in ihrem HVM-Dallara ein unauffälliges Rennen, das die junge Schweizerin am Ende auf Rang zwölf beendete.

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