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Castroneves siegt im Alabama-Benzinkrimi - Andretti im Pech

Helio Castroneves gewann den Spritpoker von Barber vor Scott Dixon und Dario Franchitti - Pechvogel Marco Andretti wird hinter Will Power nur Fünfter

(Motorsport-Total.com) - Helio Castroneves gewann im Barber Motorsports Park ein IndyCar-Rennen, das in einen waschechten Spritpoker ausartete. Der Penske-Pilot setzte dabei - genau wie das Ganassi-Duo Scott Dixon (2.) und Dario Franchitti (3.) - auf nur zwei Tankstopps, während Polesitter Will Power (Penske; 4.) und der große Pechvogel Marco Andretti (Andretti; 5.) dreimal an die Tankstelle fuhren.

Helio Castroneves

Helio Castroneves gewann das IndyCar-Rennen im Barber Motorsports Park Zoom

Andretti lag nicht weniger als 58 der insgesamt 90 Runden von Alabama in Front, doch sein Benzinvorrat fiel aufgrund eines zu früh getimten zweiten Stopps und dem Mangel an Gelbphasen zu gering aus. Dem 23-Jährigen blieb also nicht anderes übrig, als in Runde 81 zu einem kurzen Splash-and-Dash-Stopp an die Box zu kommen. Das warf ihn von Platz eins auf fünf zurück.#w1#


Fotos: IndyCars in Alabama


Das klar schnellste Auto auf der idyllisch gelegenen Berg- und Talbahn mit 15 Kurven und einer Gesamtlänge von 3.83 Kilometern hatte wiederum Will Power, der all seine Siegchancen bereits in der ersten Gelbphase in Runde elf verlor. Der zu diesem Zeitpunkt in Führung liegende Australier fuhr zum Tanken und war daher im Anschluss zu einer Drei-Stopp-Strategie gezwungen.

Zwei oder drei Stopps lautete am Sonntag die alles entscheidende Frage. Denn das Renngeschehen an der Spitze entpuppte sich ansonsten über weite Strecken als die im Vorfeld erwartete Prozession. Zwar gab es vor allem im Mittelfeld heftige Positionskämpfe und vor der Spitzkehre in Turn 5 konnte auch überholt werden. Die Führenden waren jedoch aufgrund ihrer Zwei-Stopp-Strategie zum Sprit sparen verdammt.

Frühstart von Dixon

Start

Der Start: Will Power bleibt vorne, Scott Dixon (mi.) begeht einen Frühstart Zoom

Daher kam dem Start eine besondere Bedeutung zu. Während Polesitter Power und Mike Conway (Dreyer and Reinbold) ihre Spitzenpositionen verteidigen konnten, übertrieb es Dixon dahinter. Er überholte Andretti und Castroneves, wurde seitens der Rennleitung aber eines Frühstarts bezichtigt. Daraufhin musste der Neuseeländer diese beiden Positionen kampflos wieder hergeben - und kam anschließend auf der Strecke nie wieder an Castroneves und Andretti vorbei.

Dementsprechend sauer war der Ganassi-Pilot nach dem Rennen: "Das war kein Frühstart", mokierte sich der zweifache IndyCar-Champion. "Die Rennleitung hat eine ganz schlechte Entscheidung getroffen. Track-Position war heute extrem wichtig und ich steckte ganz einfach hinter Helio fest."

Eine erste Vorentscheidung fiel in Runde 11: Plötzlich stand der KV-Dallara von Takuma Sato ohne Vortrieb auf der Strecke und musste an die Box geschleppt werden. Für den Japaner bedeutete dies natürlich das dritte Aus im dritten IndyCar-Auftritt, obwohl ihn sein Team viele Runden später wieder auf die Strecke schickte.

Dominator Power zu früh beim Tanken

Will Power

Verhängnisvoller Fehler: Polesitter Will Power ging zu früh zum Tanken Zoom

Vorne gingen Power, Conway, sowie unter anderem Ryan Briscoe (Penske) und Justin Wilson (Dreyer and Reinbold) zum Tanken. Castroneves, Andretti, Dixon und Franchitti blieben auf der Strecke. Der in Barber bislang so dominierende Power wurde nun als 14. in etliche Mittelfeldkämpfe verwickelt und verlor dabei jede Menge Boden. "Das war die falsche Entscheidung", gab Power nach dem Rennen zu. "Wir haben zudem nicht damit gerechnet, dass die Kollegen im Mittelfeld dermaßen langsam unterwegs waren."

Beim anschließenden Restart in Runde 16 überraschte Andretti mit Hilfe des Push-to-Pass-Buttons den neuen Spitzenreiter Castroneves und kassierte den Penske-Dallara vor Turn 5 mit einem sehenswerten Überholmanöver. Damit waren für viele Runden die Positionen zementiert: Andretti vor Castroneves und Dixon, Vierter mit Respektabstand Franchitti.

Spätestens als die Spitze ab Runde 29 ihre ersten Stopps absolvierte, wurde klar, dass dieses Quartett planmäßig nur noch ein weiteres Mal zum Tanken kommen würde. Es war reines Ethanol-Schach: Andretti, Castroneves und Dixon fuhren im Prinzip im Windschatten hintereinander, Angriffe gab es keine.

Andretti und das Hoffen auf Gelb

Helio Castroneves

Marco Andretti fuhr nicht besonders lange hinter Helio Castroneves Zoom

Da im ersten Renndrittel aber fünf Runden unter Gelb gefahren wurde, war nicht klar, ob die Spitze diese Strategie auch durchbringen können würde. Aufklärung gab es erst bei der Runde der zweiten Stopps: Andretti tankte in Runde 57, Franchitti folgte einen Umlauf später, Dixon fuhr in Runde 60 an die Box, während Castroneves sogar noch ein weiteres Mal den Barber Motorsports Park umrundete.

Damit war ersichtlich, dass der "Spiderman" die besten Karten im Spritpoker hatte. Auch Dixon und Franchitti, der sich die ganze Zeit mit einem Rückstand von etwa 15 Sekunden auf Platz vier aufhielt, schienen gute Chancen zu haben. Das große Problemkind hieß Marco Andretti.

Runde um Runde verging, ohne das die notwendige Gelbphase kam, die es dem Andretti-Piloten ermöglicht hätte, einige Runden hinter dem Pace-Car her zu tuckeln, um so die nötigen Tropfen Ethanol bis zur Zieldurchfahrt sparen. Alle Hoffnung war vergeblich, in Runde 81 musste Andretti zum Tanken.

Hinter diesem Quartett hatte Will Power unterdessen sein überlegenes Material genutzt. Der Australier war der einzige, der sich trotz seiner drei Stopps aus dem Mittelfeldgetümmel wieder heraus kämpfen konnte. Er machte sich auf die Verfolgung von Franchitti und nahm dabei der Sprit-Spar-Spitze zwischen einer und zwei Sekunden pro Runde ab. Die Folge war, dass Andretti auf diese Art und Weise hinter Power, und nur als Fünfer auf die Strecke zurückkam.

Castroneves lässt nichts mehr anbrennen

Helio Castroneves

Helio Castroneves wird von Scott Dixon und Dario Franchitti geduscht Zoom

Vier Runden, nachdem Andretti beim Tanken gewesen war, kam dann die so lange herbei gehoffte Gelbphase doch noch: Simona de Silvestro drehte sich in Turn 5 und würgte dabei ihren HVM-Dallara ab. Für Andretti wäre dies wohl in jedem Fall zu spät gewesen, die junge Schweizerin warf dabei eine mögliche Top-10-Platzierung weg.

Denn auch de Silvestro war eine der Zwei-Stopperinnen. Diese Strategie verschaffte ihr im Rennverlauf zweimal einen sicheren fünften Platz und freie Fahrt. Auch wenn hinter ihr Briscoe (6.). Wilson (7.), Kanaan (8.) und Conway (9.) klar schneller waren, so kämpfte sie gegen Alex Tagliani (FAZZT; 10.), Dan Wheldon (Panther; 11.) und Ryan Hunter-Reay (12.) zumindest um die erhoffte Top-10-Platzierung. Der Dreher machte dies natürlich zunichte, de Silvestro wurde als 21. abgewunken.

Beim Restart zwei Runden vor dem Ende ließ Routinier Castroneves dann nichts mehr anbrennen und hielt Dixon klar und deutlich auf Distanz. Zwischen den beiden hatten sich einige Überrundete eingenistet, weshalb einige Wagenlängen dahinter Franchitti verbissen gegen die finalen Attacken von Power kämpfte. Mit Erfolg.

Für Castroneves war es der erste IndyCar-Sieg seit Texas im Juni 2009. Auf einer Rundstrecke hatte der Penske-Pilot aus Brasilien zuletzt auf dem Infineon Raceway von Sonoma im August 2008 gewonnen. Mit diesem Erfolg machte der "Spiderman" in der Gesamtwertung auch einen Sprung von Platz sechs auf zwei. Alter und neuer Spitzenreiter ist natürlich Doppelsieger Will Power. Kommende Woche geht es nun zum IndyCar-Klassiker nach Long Beach.

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