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Castroneves siegt: Der "Spiderman" klettert wieder

Helio Castroneves gewinnt das zweite IndyCar-Rennen von Detroit - Will Power sorgt für Penske-Doppelerfolg und übernimmt die Gesamtführung

(Motorsport-Total.com) - Kaum zu glauben, aber wahr: Nach fast einem Jahr Pause durfte Helio Castroneves (Penske-Chevrolet) wieder einmal auf das oberste Treppchen eines IndyCar-Podiums steigen. Dies natürlich, nachdem er in feinster "Spiderman"-Manier den Fangzaun von Detroit hochgeklettert war. Für den 39-jährigen Brasilianer war es IndyCar-Karriereerfolg Nummer 29. Just an der Stelle, an der er in der Saison 2000 seinen Debütsieg feierte - und damals zum Spiderman wurde.

Helio Castroneves

Helio Castroneves und die "Spidermen" feiern in Detroit Zoom

Nach der knappen Niederlage im IndyCar-Titelkampf 2013, der knappen Niederlage im Indy 500 vor einer Woche und dem Strategiepech vom Vortag nennt man diesen Sieg wohl überfällig. "Rang zwei beim Indy 500 hat uns nur noch hungriger gemacht", jubelte Castroneves denn auch in der Victory Lane und kündigte große Dinge an: "Wir wollen diesen Titel endlich haben. Der Gewinn an der Stelle meines ersten Erfolges fühlt sich einfach wunderbar an."

Dieses Mal setzte die Startnummer 3 auf eine konservative Strategie. Zu Beginn die weicheren Reds und danach zweimal die härteren Blacks. Als er in Runde 49 seinen letzten Stopp erledigt hatte, war sein Vorsprung groß genug, um als Führender auf die Strecke zurückzukommen. Auch bei zwei späten Gelbphasen lies er sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und hielt seinen Penske-Teamkollegen Will Power (2.) auf Distanz.


IndyCars in Detroit

Der Australier wiederum hatte sich gleich in Runde 1 eine Durchfahrtstrafe eingefangen, als er Josef Newgarden (Fisher-Honda; 17.) in den Weg von Graham Rahal (Rahal-Honda; 21.) beförderte. Vortagessieger Power arbeitete sich im Rennverlauf sukzessive wieder nach vorne und gab sich bei den letzten Restarts sehr defensiv: "Ich wollte Helio nicht mehr hart angreifen, denn für Roger Penske ist ein Doppelerfolg wertvoller als zwei Autos in der Mauer."

Penske-Doppelerfolg und Doppelführung

Und vor allem führte diese Konstellation dazu, dass mit Power und Castroneves nun zwei Penske-Piloten die Gesamtführung innehaben. Dementsprechend gab sich der Tabellenführer positiv angetan vom Detroit-Doppelwochenende: "Es waren zwei fantastische Tage", sagte Power. "Ich habe so das Gefühl, dass wir ohne die Strafe noch einmal gewonnen hätten, aber diesen zweiten Platz nehme ich herzlich gerne mit."

Helio Castroneves

Klar und deutlich: Helio Castroneves dominiert in Detroit Zoom

All dies geschah unter der freundlichen Mithilfe von Ryan Hunter-Reay, der in Detroit ein rabenschwarzes Wochenende erlebte und am Sonntag mit Elektrikdefekt ausschied. Nach zwei Mauerkontakten in beiden Qualifikationen und nur Rang 16 am Samstag holte sich der Andretti-Pilot am Sonntag als 19. magere elf Punkte ab. Der Indy-500-Triumphator liegt nun als Gesamtdritter bereits 27 Zähler hinter Power (326). Auch Castroneves schob sich mit 307 Punkten noch vorbei an Hunter-Reay (299).

Rang drei ging nach einer tollen Fahrt von Startplatz 20 an Charlie Kimball, der sich am Ende mit seinem Ganassi-Teamkollegen Scott Dixon (4.) und dem Andretti-Honda von James Hinchcliffe (5.) auseinandersetzen musste. Weil auch Tony Kanaan (9.) und Ryan Briscoe (10.) in die Top 10 fuhren, war Kimballs Freude groß: "Nach einem schlechten Qualifying auf das Podium zu fahren und alle vier Ganassi-Teams in den Top 10 zu sehen, ist schon ein toller Tag", sagte der 29-jährige Kalifornier.

Sato nur zu Beginn stark

Kimballs Erfolgsrezept: "Ich wusste, dass wir ein schnelles Auto haben. Sobald ich freie Fahrt hatte, gab ich Vollgas und konnte auf diese Weise viele Positionen gutmachen." Aus der Sicht der Detroit-Lokalmatadoren Chevrolet, deren General-Motors-Konzernzentrale nur einen Steinwurf von der Belle Isle entfernt liegt, gab es am Sonntag also sogar einen Vierfachtriumph zu bejubeln, nachdem in den beiden Jahren zuvor die Detroit-Siege jeweils an Konkurrent Honda gingen.

Helio Castroneves, Will Power

Der Zieleinlauf von Detroit: Helio Castroneves vor Will Power Zoom

Polesetter Takuma Sato (Foyt-Honda; 18.) schnupperte nur zehn Runden lang Führungsluft und spielte nach seinem ersten Stopp keine Rolle mehr. In Runde 35 legte der Japaner einen Dreher hin und wurde in Runde 65 von Marco Andretti (Andretti-Honda; 16.) in den Reifenstapel geschickt, was diesem eine Durchfahrtsstrafe einbrachte. Sato konnte das Rennen zwar wieder aufnehmen, war aber aus der Führungsrunde geflogen und damit chancenlos. Nach Sato hatten erst Hinchcliffe, dann Mike Conway die Führung übernommen.

Conway (11.) verpasste ein besseres Resultat, weil sich sein Carpenter-Chevy mit den weicheren Reds nicht vertrug und er sich später zudem einen Bremsplatten einfing. Als sich Runde 28 Castroneves in Front setzte, war dies die Vorentscheidung, denn der Brasilianer dominierte in der Folge klar und deutlich. Bereits am kommenden Wochenende besucht der IndyCar-Tross das so schnelle 1,5 Meilenoval in Texas, auf dem Castroneves in der Saison 2013 seinen einzigen Saisonsieg holte.

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