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Castroneves in Handschellen und Beinketten

Offenbar will die US-Steuerbehörde im Fall Helio Castroneves hart durchgreifen, Indizienlage schwierig, Roger Penske übt Zurückhaltung

(Motorsport-Total.com) - Neben Supergirl Danica Patrick ist Helio Castroneves spätestens nach seinem Sieg bei "Dancing with the Stars" in den USA zum zweiten absoluten Superstar der IndyCar-Serie aufgestiegen, dessen Name und Gesicht nicht nur dem amerikanischen Motorsport-Fan, sondern auch dem breiten US-Mainstream ein Begriff ist.

Helio Castroneves

Schwere Zeiten - Wie sieht die weitere Zukunft von Helio Castroneves aus? Zoom

Am gestrigen Freitag gab es nach Schilderungen der Prozessbeobachter in Miami nun ein Bild, welches die US-Motorsportwelt nicht braucht: Castroneves wurde offenbar in Handschellen und Beinketten wie ein Schwerverbrecher dem zuständigen Richter vorgeführt.#w1#

Das bedeutet wiederum nichts anderes, als dass die US-Steuerbehörden scheinbar einen Schauprozess veranstalten wollen: "Dieser Fall sendet ein klares Signal, dass der Internal Revenue Service fest entschlossen ist, die Steuergesetze einzufordern und Steuerhinterziehung zu stoppen", zitiert der 'IndyStar' einen IRS-Beamten.

Das Opfer ist offenbar Castroneves, was sowohl durch den rustikalen Gerichtsauftritt, als auch die ungewöhnlich hohe Kautionssumme von zehn Millionen US-Dollar unterstrichen wurde. Neben dem Brasilianer sind auch noch seine Schwester und Managerin Kati Castroneves, sowie Castroneves' Anwalt Alan R. Miller angeklagt.

Indizienlage schwierig

"Es wäre nicht fair darüber zu diskutieren, was unsere Optionen nun sind." Roger Penske

Dabei sind die Dokumente durchaus belastend: Zahlungen von Penske in Höhe von insgesamt fünf Millionen US-Dollar sollen zuerst zur Firma Seven Promotions mit Sitz in Panama, und später auf Anregung Millers nach Holland zu einer Firma namens Fintage Licensing umgeleitet worden sein. Für den Fall, dass diese Firmen nicht unter der Kontrolle der Castroneves' Familie stehen würden, wäre dieser Vorgang legal.

Aber bereits im Jahr 2004 schöpften die US-Steuerbehörden Verdacht: Man überprüfte Seven Promotions, und die drei Angeklagten versicherten damals, dass sie keinerlei Beteiligung an der panamesischen Firma besitzen würden. Sollte nun das Gegenteil bewiesen werden, dann wäre dies natürlich auch ein Meineid.

Ein ähnliches Vorgehen wird im Zusammenhang mit Zahlungen des brasilianischen Sponsors Coimex vermutet, bei denen Kati Castroneves einen Großteil der 600.000 US-Dollar auf ein Schweizer Bankkonto umgeleitet habe, über das die Castroneves-Familie angeblich ebenfalls die Kontrolle hat.

Sollten sich all diese Unterstellungen als wahr herausstellen, dann droht Castroneves eine Maximalstrafe von 30 Jahren Gefängnis. Doch auch wenn der Brasilianer glimpflich davon kommt, dann hat der gestrige Beschluss bereits erste Konsequenzen: Castroneves darf die USA derzeit nicht verlassen, was seine Teilnahme in zwei Wochen im australischen Surfers Paradise in Frage stellt.

Wie verhält sich Penske?

Roger Penske

Roger Penske gilt allgemeinhin als sehr loyaler Arbeitgeber Zoom

Aber auch seine weitere Zukunft steht auf dem Spiel, denn immerhin ist in diesen Skandal indirekt auch sein Arbeitgeber Roger Penske verwickelt. Penske kommentierte am Rande des Petit-Le-Mans in Road Atlanta zurückhaltend: "Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich bin natürlich sehr enttäuscht von dieser Situation. Er war immer ein sehr loyaler Fahrer, aber leider hat er keine besonders guten Ratschlägen in Sachen seiner Offshore-Firmen erhalten."

Penske Racing muss in diesem Prozess als Zeuge aussagen. "Es wäre nicht fair darüber zu diskutieren, was unsere Optionen nun sind", so Penske auf die Frage nach der Zukunft von Castroneves. "Zuerst einmal müssen wir das Ganze verstehen. Wir werden mit Helio im Detail darüber sprechen. Ich hoffe auf einen fairen Prozess."

Der Brasilianer selbst gab sich gefasst und kämpferisch: "Ich bin ein Rennfahrer. Das ist eine sehr schwierige Situation aber ich bin stark und werde dieses Rennen gewinnen. Es war ein harter Tag, aber ich bin nicht schuldig." Castroneves fährt am Wochenende das Petit-Le-Mans in Road Atlanta in einem Penske-Porsche RS Spyder.

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