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CART-Anekdoten: Emerson Fittipaldi und die Milch

Emerson Fittipaldi sorgte 1993 für einen der kontroversesten Momente in der Geschichte es Indianapolis 500 - Warum ihm Fans und Medien Unrecht taten

(Motorsport-Total.com) - Gewinner des 500-Meilen-Rennens von Indianapolis gelten gemeinhin als Helden des Motorsports. So durfte auch Emerson Fittipaldi seinen Ruhm vier Jahre lang genießen, nachdem er 1989 das Indy 500 zum ersten Mal gewann. Doch seit seinem zweiten Sieg 1993 wird er in den USA gehasst, obwohl er seinen Namen als damals erst 13. Pilot auf die Liste von Fahrern setzte, die das Rennen mehr als einmal gewinnen konnten. Doch mit einer simplen Aktion brachte er das gesamte Publikum gegen sich auf.

Emerson Fittipaldi 1993

Emerson Fittipaldi brach 1993 mit der Indy-Tradition, oder doch nicht? Zoom

Seit 1933 war der Genuss von, beziehungsweise über die Jahre hinweg eher die Dusche mit Milch eine feste Tradition beim Indianapolis 500. Seit 1956 ist sie sogar obligatorisch. Fittipaldi, der eine große Orangenplantage besaß, griff hingegen als Werbemaßnahme zu einer Flasche Orangensaft. Der Werbegag ging gehörig nach hinten los, denn das Publikum buhte ihn gnadenlos aus. Nicht nur nach dem Rennen, sondern auch bei allen nachfolgenden bis zu seinem abrupten Karriereende 1996. Selbst als er 2008 das Pace Car bei Amerikas größtem Autorennen steuerte, verfolgten ihn Buh-Rufe aus dem Publikum.

Was nur die wenigsten wissen: Fittipaldi hat das Ritual eigentlich erfüllt. "Ich habe das Rennen gewonnen und die Milch nach dem Orangensaft getrunken", beteuert der heute 69-Jährige im 'Guardian'. Nur waren da sämtliche Kameras schon ausgeschaltet. Die Medien hatten ihre Schlagzeilen und das Publikum war bereits so aufgebracht, dass es niemand mehr mitbekam. Es war zu spät, die Bilder hatten sich im kollektiven Gedächtnis aller Motorsportfans Amerikas eingebrannt. In vielen Teilen der USA wurde er zur Persona non grata.


Fotostrecke: Die verrücktesten Traditionen des Indy 500

"Hätte ich über die Reaktion vorher Bescheid gewusst, hätte ich die Milch vorher getrunken", sagt der IndyCar-Meister von 1989. "Ich habe sie getrunken, aber es gibt keine Bilder davon." Er beschreibt es mittlerweile als "Fehler", beteuert aber, dass er nicht vorgehabt hätte, die Vereinigten Staaten von Amerika zu provozieren. "Ich wollte einfach nur meinen Orangensaft promoten", versichert er. Immerhin: Erfahren hat vom Fittipaldi-Drink durch die Aktion nahezu jeder.

Erfolgreiche Karriere ohne Happy End

Geholfen hat es Emerson Fittipaldi nicht; der zweimalige Formel-1-Weltmeister und Indy-500-Sieger geriet 2016 in finanzielle Schieflage. Es bleiben die Erinnerungen an eine spektakuläre Karriere, in denen der Brasilianer gegen die Besten der Besten fuhr. Clay Regazzoni etwa sei "gefährlich und schwer zu bekämpfen" gewesen. Mehr habe er die Duelle mit seinem Freund Jackie Stewart ("ein fantastischer Champion, er hat einem im Rad-an-Rad-Kampf immer den nötigen Raum gelassen") und Nigel Mansell genossen.

Emerson Fittipaldi, Nigel Mansell, 1993

An die Kämpfe mit Nigel Mansell erinnert sich Emerson Fittipaldi gerne zurück Zoom

Mit Letzterem hatte er 1993 ein spektakuläres Duell beim IndyCar-Lauf in Cleveland (Zu einem Youtube-Video dieses Kampfes). "Wir haben in drei Runden siebenmal die Positionen getauscht", schwärmt er. "Wir sind bis an die Grenzen der Strecke gegangen und hätten uns beinahe mit den Reifen berührt - es war fantastisch!" Aus dem Duell ging er als Sieger hervor, Rennsieger wurde aber Paul Tracy.

Mansell war es auch, der ihm in Indianapolis 1993 beinahe die Show gestohlen hätte, aber letztlich seiner fehlenden Erfahrung im Oval Tribut zollen musste und das Rennen trotz zwischenzeitlicher Führung als Rookie auf Rang drei beendete. Trotz des kontroversen Ausgangs jenes Rennens bereue er nichts in seiner Karriere, stellt Emerson Fittipaldi klar. "Ich bin für Lotus und McLaren Formel 1 gefahren, danach für einige der besten Teams in Amerika. Was will man mehr?" Den Ruf als Traditionsbrecher wird er aber voraussichtlich nie mehr los.

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