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"Das war peinlich": Garcia nach IMSA-Titel nicht in Feierstimmung

Antonio Garcia gewann gemeinsam mit Jan Magnussen zwar den GTLM-Titel in der IMSA SportsCar Championship, doch nach dem Unfall wollte er nicht wirklich jubeln

(Motorsport-Total.com) - Zum dritten Mal in Folge hat sich eine Corvette-Fahrerpaarung in der IMSA SportsCar Championship den Fahrertitel in der GTLM-Klasse geholt, außerdem wurde erstmals seit 2009/10 (Patrick Long und Jörg Bergmeister) der Fahrertitel in der GTLM-Klasse der IMSA-Serie beziehungsweise deren Vorgänger American Le Mans Series (ALMS) verteidigt. Trotzdem konnte sich Antonio Garcia nicht so recht freuen, denn beinahe hätte ihn ein peinlicher Unfall unter Gelb den Titel gekostet.

Antonio Garcia, Jan Magnussen

Antonio Garcia beschreibt den Unfall als peinlichsten Moment seiner Karriere Zoom

Garcia krachte in den Abendstunden des Petit Le Mans 2018 auf kalten Reifen in die Mauer in Kurve 1. Er hatte am Boxenausgang zu stark beschleunigt - während einer Safety-Car-Phase. Der Tabellenführer schleppte die beschädigte Corvette #3 an die Box zurück, insgesamt verlor die Corvette drei Runden. Das war selbst durch günstig fallende Gelbphasen in den verbleibenden drei Stunden nicht mehr aufzuholen. Garcia und Magnussen beendeten das Rennen auf Rang acht. Ihr Titel hing davon ab, wo der Ford #67 von Richard Westbrook, Ryan Briscoe und Aushilfsfahrer Scott Dixon einlief.

Dieser musste auf Platz zwei kommen, um Westbrook und Briscoe zum Meister zu machen. Doch der Ganassi-Bolide verfehlte das Podium, womit Magnussen und Garcia der achte Platz zum Titelgeinn reichte. Doch Garcia war nicht zum Feiern zumute, er konnte seinen Fehler noch immer nicht fassen: "Eines meiner bis dahin besten Rennen hat mir auf einen Schlag einen der peinlichsten Momente meiner Karriere beschert", erzählt er. Viel zum eigentlichen Unfall konnte er nicht hinzufügen, schließlich ist ziemlich eindeutig, was passiert ist.

Teamkollegen helfen beim Titelgewinn

Einen Anteil am erneuten Corvette-Meisterschaftsgewinn hatte das Schwesterfahrzeug #4 von Tommy Milner, Oliver Gavin und Marcel Fässler, der auf beiden Vetten aushalf. Die #4 blockierte in der Endphase des Rennens den wichtigen zweiten Platz hinter dem siegreichen Porsche. "Ich muss ihnen wirklich dafür danken, dass sie die #67 so in Schach gehalten haben", sagt Garcia. "Ich bin sehr glücklich, aber es wird noch einige Zeit brauchen, bis ich diesen Fehler vergessen kann."

Jan Magnussen, der mit Garcia zum insgesamt dritten Mal den Fahrertitel in der GTLM-Kategorie holte (der Däne hat darüber hinaus noch einen GT1-Titel mit Johnny O'Connell aus 2008 auf der Habenseite), bezeichnet den Triumph ebenfalls den Titel als Teamleistung: "Einfach fantastisch, wie das Auto #4 da eingesprungen ist und geholfen hat, das Ruder noch rumzureißen."

Der Vater von Formel-1-Pilot Kevin Magnussen erinnert sich: "Wir hatten ein starkes Auto und haben gut mitgemischt. Als diese Sache am Boxenausgang passiert ist, hat das alles auf den Kopf gestellt. Es sah so aus, als wären wir raus aus der Entscheidung. Wir haben uns den Kopf zermartert, wie wir es doch noch schaffen könnten. Sie haben die #4 auf eine super-aggressive Strategie gesetzt und das hat alles zu unseren Gunsten gewendet. Ich bin so stolz, Teil dieses Teams zu sein."

Corvette-Sportchef: "Das kommt unter meine persönlichen Top 3"

Corvette-Motorsportchef Doug Fehan überschlug sich derweil in Superlativen bezüglich der Leistung der Boxenmannschaft, die die beschädigte Corvette in fünfeinhalb Minuten wieder fahrtüchtig machten. "Die Fähigkeiten von Corvette Racing sind wohl in der gesamten Welt des Motorsports unübertroffen, wenn es drauf ankommt", überschüttet er die Crew bei 'Sportscar 365' mit Lob.

"Die Meisterschaft wurde genau hier gewonnen: Wie die Jungs das Auto bei seiner Ankunft im Fahrerlager die gesamte Frontpartie ausgetauscht haben, es innerhalb von zwei Runden [eine war durch die langsame Fahrt zurück an die Box verloren gegangen] repariert haben und wie es danach wieder gefahren ist, als hätte es nie ein Problem gegeben. Wir haben für so etwas eine feste Choreographie. Jeder im Team weiß, was er zu tun hat. Natürlich gibt es immer ein bisschen Chaos bei so etwas, aber letztlich wussten alle, was sie machen mussten."

Auch für den Chevrolet-Routinier war dieser Art des Titelgewinns eine sehr spezielle: "Wir haben schon Rennen auf so verschiedene Arten und Weisen gewonnen, aber das hier kommt definitiv unter meine persönlichen Top 3. Wir hatten nur wenige Stunden, um das Ruder herumzureißen. Nicht sechs, sieben oder acht. Das hat sich bei jedem eingebrannt, und dadurch hatte das ganze Team diese 'Never give up'-Einstellung."

Ford konnte sich mit dem Gewinn der GTLM-Herstellerwertung und beider Titel in der IMSA-Submeisterschaft North American Endurance Cup (NAEC) trösten. Hier allerdings gewannen Dirk Müller und Joey Hand die Fahrerwertung.

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