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"Bewundere die Teams": So trotzt das ADAC GT Masters der Wirtschaftskrise

2021 ist das erste Jahr, in dem sich Corona richtig auf den Motorsport durchschlägt - Wie der ADAC seine Plattform auch trotz neuer DTM-Konkurrenz am Laufen hält

(Motorsport-Total.com) - Wer nicht direkt betroffen ist, mag es schnell vergessen: Die Welt steckt trotz positiver Aussichten in einer Jahrhundert-Wirtschaftskrise, wie es sie seit dem 2. Weltkrieg nicht gegeben hat. Das trifft den Motorsport erst dieses Jahr richtig. Und das ADAC GT Masters (Alle Infos zum Auftakt!) musste im Winter zusätzlich auch noch mit der neuen Bedrohung namens DTM fertig werden.

Jesse Krohn, Nick Yelloly

Das ADAC GT Masters weist auch 2021 ein gesundes Starterfeld auf Zoom

Dennoch steht die Rennserie stabil da. 27 bis 28 Stammautos wird es 2021 pro Rennen geben, lokale Gaststarter sind nicht ausgeschlossen. "Ich bewundere die Teams und Fahrer schon, dass sie ihre Budgets und Pläne verwirklichen konnten", sagt der scheidende ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Denn 2021 ist das erste Jahr, in dem die durch die COVID-19-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise sich richtig durchschlägt. 2020 war für viele Teams und Fahrer noch relativ gut durchführbar, weil die Budgets der Sponsoren für jene Saison noch im Jahr 2019 festgelegt worden sind. Damals war das Coronavirus SARS-CoV-2 nicht einmal bekannt.

Sorgenkinder des ADAC mit größeren Feldern

"Wir hatten durchaus befürchtet, dass insbesondere auch für Sponsoren das ganze Corona-Thema wirklich negative Folgen hat. Es hat sich glücklicherweise anders ergeben, auch für uns als Serie", sagt ADAC-Motorsportchef Thomas Voss gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Er gibt zu, dass ihn das Nennergebnis "erleichtert" habe.


Fotostrecke: Teams und Fahrer des ADAC GT Masters 2021

Das gilt nicht nur für das ADAC GT Masters. Die bisherigen Sorgenkinder TCR Germany und Formel 4 konnten bei den Starterzahlen sogar zulegen. Zwar sind 17 (TCR) und momentan 21 (F4) Autos keine Riesenfelder. Doch nach 2020, als beide Serien darum kämpften, überhaupt zweistellig zu werden, durfte man zwischenzeitlich durchaus bezweifeln, dass sie im Krisenjahr 2021 überhaupt noch einmal zustande kommen.

Das tun sie nun in jedem Fall und das sogar gesünder. Im ADAC GT Masters ist die Startzahl nach einigen Rückzügen in letzter Sekunde leicht rückläufig. Doch mit einem Ergebnis von knapp 30 Autos kann der ADAC in dieser Situation gut leben.

Zumal die DTM im Fahrerlager des ADAC GT Masters gefischt hat und im Falle Winward, Mücke und (partiell) T3 auch erfolgreich gewesen ist. Andere Teams bleiben der ADAC-Plattform treu, darunter der Publikumsliebling Callaway Competition.

"Ich persönlich höre aus den Gesprächen [mit den Teams] heraus, dass sie bei uns wissen, was sie bekommen. Wir haben im vergangenen Jahr geliefert. Wir haben keine Back-up-Rennen gemacht, sondern unseren Kalender durchgezogen. Das haben wir uns auch ein bisschen Geld kosten lassen. Genau das ist den Teams bei ihren Planungen wichtig", sagt Tomczyk. Einzig Zandvoort konnte 2020 nicht stattfinden, was an den Reisebeschränkungen gelegen hat.

"Dass wir in unseren Rahmenserien eine Zunahme der Starterzahlen haben - keine Explosion, aber schon eine Erhöhung - macht uns schon ein wenig stolz", ergänzt Voss. "Es zeigt die Konstanz des Pakets und wie wir uns die Jahre über weiterentwickelt haben."


Fotostrecke: Zahlen und Fakten zum Saisonauftakt des ADAC GT Masters

"Die Hersteller schicken ihre Poolfahrer und Werksfahrer ins ADAC GT Masters, weil hier einfach die Konkurrenz da ist. Der Masters-Titel, den wir in diesem Jahr mit Hilfe des DMSB zum Internationalen Deutschen GT-Meister aufwerten konnten, wird anerkannt. Dann schicken die Hersteller auch ihre besten Fahrer."

"Wir sind aber auch stolz darauf, noch immer die ambitionierten Amateure dabei zu haben, die es hin und wieder dem einen oder anderen Werksfahrer auch mal zeigen. Dieser Mix macht diese Rennserie einfach aus."

Zuwachs auch auf Sponsorenseite

Ähnliches gilt auch für die Partner. Statt wie befürchtet weniger sind es sogar mehr geworden. "Dass wir diesbezüglich so erfolgreich sein würden in dieser schwierigen Zeit, war nicht abzusehen", staunt selbst Tomczyk, der als ADAC-Sportpräsident schon die schwere Wirtschaftskrise von 2008/09 mitgemacht hat und weiß, was solche Zeiten bedeuten.


Fotos: Testfahrten ADAC GT Masters Oschersleben


"Wichtig ist mir, dass es bei uns mehr als nur um finanzielle Aspekte geht. Deshalb bevorzuge ich den Begriff 'Partner' auch gegenüber 'Sponsor'. Wir haben beispielsweise mit BWT mehr als eine finanzielle Partnerschaft. Es ist ein ganzes Projekt, bei dem wir sagen: 'Okay, hier muss etwas getan werden.' Es ist ein kleiner Schritt für die Umwelt."

"Das stellt mich sehr zufrieden, gerade kurz vor Ende meiner Amtszeit, dass ich das Haus geordnet überlassen kann. Ich hinterlasse meinem Nachfolger jetzt ein Sprungbrett. Dieser kann dann richtig Gas geben und diese Idee noch weiterentwickeln. Das würde ich mir jedenfalls wünschen."

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