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Rosbergs Saisonhalbzeit-Analyse

Nico Rosberg hat mit seiner GP2-Krone die Eintrittskarte zur Formel 1 gelöst, doch noch immer verfolgt der Wiesbadener das Treiben seiner Ex-Kollegen

(Motorsport-Total.com) - Nico Rosberg war der erste Champion der damals neu gegründeten GP2, welche für bislang jeden Meister dieser Klasse ein Sprungbrett in die F1 war. 2005 löste sie die Formel 3000 als Nachwuchsklasse der Formel 1 ab und hat dieser einige recht imposante Gestalten beschert: Mit Lewis Hamilton, Heikki Kovalainen, Timo Glock oder Nico Rosberg hat sich die GP2 einen ausgezeichneten Namen als Talentschmiede gemacht.

Alexandre Premat, Nico Rosberg und Heikki Kovalainen

Nico Rosberg verhalf seine GP2-Karriere in die F1 - rechts steht Heikki Kovalainen Zoom

Rosberg ist selbst noch immer Fan seiner "alten" Rennserie, wo seiner Meinung nach besserer Rennsport geboten wird, als in der Königsklasse selbst: "Ich verfolge die GP2-Rennen noch immer, weil ich mich erinnern kann, wie eng die Rennen zu dieser Zeit waren und auch heute ist es noch immer sehr spannend. Es passiert in diesen Rennen immer sehr viel, es wird viel überholt. Es ist dort ungefähr so, wie es in der Formel 1 sein sollte.#w1#

Zur Saisonhalbzeit lässt sich noch kaum eine Aussage über den nächsten Champion treffen, aber der Williams-Toyota-Pilot hat einen Piloten auf der Rechnung, bei dem er zudem ein kleines Geheimnis verrät: "Bislang war diese Saison einfach fantastisch, absolut unvorhersagbar und ein Riesenspaß, sie zu verfolgen. Die Siege und Punkte wurden bislang recht unvorhersagbar verteilt und es ist noch lange nicht vorbei. Es ist noch nicht klar, wer der Titelfavorit sein wird, aber Giorgo Pantano wird wohl vorne mit dabei sein."

Pantano ist Rosbergs Geheimtipp

"Er ist ein sehr talentierter Fahrer und war zu meiner Kart-Zeit mein Vorbild. Ich erinnere mich noch daran, wie ich ein Poster von ihm an der Wand hängen hatte, welches mein Vater mir gekauft hatte", bekennt sich Rosberg. Pantano ist seit 2005 in der GP2 unterwegs und gilt auch dank seinem Formel-1-Jahr 2004 bei Jordan an der Seite von Nick Heidfeld sowie weiterer Jahre in der Formel 3000 als der erfahrendste Mann im Feld. Der Sohn von Keke Rosberg sieht nun dessen Zeit gekommen.

"Jetzt ist er dort sein viertes Jahr unterwegs und ich denke, dass für ihn nach 100 GP2-Starts die Zeit reif zum siegen sein sollte. Seine größten Konkurrenten werden wohl Bruno Senna und Romain Grosjean sein, aber es gibt dieses Jahr eine Menge an schnellen Fahrern. Pastor Maldonado und Andreas Zuber sind ebenfalls sehr flott unerwegs, aber vielleicht etwas unbeständig. Sébastien Buemi und Luca Filippi haben das Zeug zum Gewinnen, müssen dabei aber an Senna und Grosjean vorbei", analysiert der Wiesbadener die Stärken und Schwächen der übrigen Top-Piloten.

Der 23-Jährige ist 2005 mit dem ART-Team Meister geworden, zumindest eine Konstante ist also in der GP2 geblieben, nachdem die übrigen Champions kamen und gingen. "Die führenden Teams sind noch immer dieselben, als ich 2005 noch in der GP2 fuhr: ART und iSport. Trotzdem gab es dieses Jahr schon viele verschiedene Rennsieger und andere Rennställe wie Piquet Sports, Arden, Super Nova und Racing Engineering stehen auch ziemlich gut da", so Rosberg.

GP2-Talente werden besser gefördert, als in der Formel 3000

Bruno Senna

Für Nico Rosberg ist Bruno Senna eines der großen Talente Zoom

Rosberg glaubt, dass an der Kontinuität der GP2 sich auch dieses Jahr nichts ändern sollte - jeder GP2-Meister hat bislang ein gutes F1-Cockpit erhalten: Williams, Toyota oder gar McLaren-Mercedes. Zu Zeiten der Formel 3000 war dem noch nicht so: Für Champions wie Justin Wilson waren 2003 ein F1-Cockpit bei Minardi das höchste der Gefühle. Manch einer wie der Schwede Björn Wirdheim, F3000-Meister von 2003, hat sogar nie ein Rennen in der Königsklasse bestritten und auch Sébastien Bourdais schaffte es als Champion von 2002 erst im Jahr 2008 in die Formel 1. Zumindest in Sachen Nachwuchsförderung hat sich durch die GP2 einiges getan.

"Jedes Jahr gab es sehr starke Fahrer in der GP2 und jährlich haben es verschiedene Jungs in gute F1-Cockpits geschafft. Daran sollte sich dieses Jahr nichts ändern und ich würde sagen, dass Grosjean und Senna das größte Potenzial haben, die Nächsten zu werden", wagt Rosberg einen Ausblick darauf, wer wohl die aktuell vielversprechendsten Talente sind und hat gleich ein paar Tipps parat, worauf man sich einzustellen hat, wenn man ins Haifischbecken Formel 1 eintaucht.

"Wenn man weiß, wie man einen GP2-Boliden schnell bewegt, ist man mit Sicherheit auch in einen Formel 1 flott unterwegs. Aber dort angekommen ist ein vollkommen anderer Fahrstil gefordert. Dort geht es in erster Linie darum, ständig auf der Hut zu sein und sich schnell anzupassen. Es geht nicht darum, schnell, sondern konstant zu sein", erklärt der Williams-Pilot. "Man muss sich schnell anpassen können, auf alles in seiner Umgebung achten und darf sich dennoch nicht davon aus der Konzentration bringen lassen. So können diese Jungs erfolgreich sein, falls sie es in die F1 schaffen." Wer auch immer es sein wird...

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