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"Nicht verrückt machen lassen": Jani warnt Porsche vor erster Formel-E-Saison

Neel Jani weiß, wie unberechenbar die Formel E sein kann und sieht in Regeländerung einen Vorteil für Porsche - Teamkollege Andre Lotterer ist gespannt

(Motorsport-Total.com) - Porsche steigt in der Ende November in Riad beginnenden Formel-E-Saison 2019/20 mit einem eigenen Werksteam in den elektrischen Formelsport ein.

Porsche 99 Electric

Mit dem 99X Electric steigt Porsche als neues Werksteam in die Formel E ein Zoom

Als Piloten hat man in Person von Andre Lotterer und Neel Jani zwei gute Bekannte verpflichtet, waren doch beide schon als Porsche-Werksfahrer in der Langstrecken-WM (WEC) im Einsatz und erfolgreich.

Doch während Porsche in vier Jahren WEC mit dem 919 Hybrid drei WM-Titel in der LMP1-Fahrerwertung, drei WM-Titel in der LMP1-Herstellerwertung und zwei Siege bei den 24 Stunden von Le Mans feierte, muss man sich in der Formel E laut Jani auf ein anderes Szenario einstellen.

Jani sieht HWA als "gutes Beispiel" für Porsche

"In der Formel 1 zum Beispiel ist das Ganze vorhersehbar. Wenn es nicht gerade ein Rennen wie Hockenheim (Regenrennen; Anm. d. Red.) ist, dann weiß man, dass normalerweise nur drei Teams für den Sieg in Frage kommen", sagt Jani im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' und zieht den Vergleich zur Formel E: "Hier ist das Ganze unvorhersehbar. Mitch Evans im Jaguar lag in einem Rennen ganz vorn, im nächsten fuhr er auf Platz 19!"

Neel Jani

Neel Jani sieht das Beispiel HWA aus der Vorsaison als Referenz für Porsche Zoom

"Und das lag nicht etwa daran, dass er schlecht gefahren wäre oder einen schlechten Tag gehabt hätte. Es ist einfach die Formel E", so Jani, der deshalb das gesamte Porsche-Team vor Panik warnt: "Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen und womöglich anfangen, gute Dinge zu verändern. Wichtig ist, dass wir unsere Stärken und Schwächen kennen."

In diesem Zusammenhang verweist der Schweizer auf das Beispiel eines anderen Teams aus der abgelaufenen Saison 2018/19: "HWA war ein gutes Beispiel für uns, wie schwierig es ist." Das angesprochene HWA-Team heißt inzwischen Mercedes und ist in der Saison 2019/20 neben Porsche das zweite neue Werksteam im Feld.

Lotterer: "Keine Ahnung, wo wir stehen

Jani hat in der Formel E bislang nur zwei Rennen (zu Saisonbeginn 2017/18 für das Dragon-Team) bestritten. Im Gegensatz dazu kommt Teamkollege Lotterer mit der Erfahrung aus zwei vollen Saisons im Techeetah-Team zu Porsche. "Bei Porsche weiß man, dass die Formel E äußerst hart umkämpft ist und dass es sehr schwer sein kann, Erfolg zu haben. Das einem zur Verfügung stehende Fenster, um erfolgreich zu sein, ist sehr klein", sagt Lotterer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Andre Lotterer

Andre Lotterer kommt von DS Techeetah zu Porsche, wartet noch auf ersten Sieg Zoom

2018/19 gab es bei 13 Saisonrennen nicht weniger als neun unterschiedliche Sieger aus acht unterschiedlichen Teams. Lotterer selbst gehörte allerdings nicht dazu. Er wartet noch auf seinen ersten Formel-E-Sieg.

Und so sagt Lotterer mit Blick auf die Premierensaison von Porsche in der Rennserie: "Ich habe keine Ahnung, wo wir stehen. Ich hoffe einfach, dass wir von Beginn an schnell sein werden. Falls das nicht der Fall sein sollte, werden wir alles tun, um das zu ändern."

Jani glaubt: Fokus auf Energiemanagement ein Vorteil für Porsche

Teamkollege Jani erachtet es in diesem Zusammenhang als Vorteil, dass man das Rennformat für die neue Saison verändert hat.

Um das Thema Energiemanagement stärker in den Fokus zu rücken als es 2018/19 der Fall war, wird ab sofort nach Safety-Car-Phasen ein gewisses Energiekontingent zentral von allen Autos abgezapft. Dadurch soll das Haushalten mit der Energie den Vorzug bekommen gegenüber dem Fahren mit Vollgas (und damit geringer Chance auf Überholmanöver).

Die Neuerung wird unter anderem Daniel Abt gefallen. Jani findet es aber nicht nur im Sinne der Spannung in den Rennen gut, sondern insbesondere für Neueinsteiger Porsche: "Die Veränderungen für die neue Saison sind gut für uns. Je mehr sich verändert, desto besser für uns, weil dann alle dazulernen müssen. Je mehr es auch für die anderen von Null zu lernen gibt, desto besser für uns."

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