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Formel-E-CEO: Ausstieg von Audi und BMW öffnet neue Türen

Jamie Reigle sieht im Rückzug von Audi und BMW aus der Formel E auch etwas Positives und denkt, dass die Serie auch mit weniger Herstellern überleben kann

(Motorsport-Total.com) - Nach Jahren des kontinuierlichen Wachstums musste die Formel E im Dezember 2020 mit der Ankündigung von Audi und BMW, ihr Engagement in der Elektroserie nach der Saison 2021 zu beenden, einen ersten großen Rückschlag einstecken.

Maximilian Günther, Daniel Abt

BMW und Audi verabschieden sich nach diesem Jahr aus der Formel E Zoom

Jamie Reigle, CEO der Formel E, sieht die Entscheidung der beiden deutschen Hersteller aber nicht nur negativ. Vielmehr öffne sie auch die Türe für den Einstieg neuer Hersteller. "Interessant ist, was die Entscheidungen von Audi und BMW [für die Formel E] bedeuten", sagt Reigle im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Wir hatten Gespräche mit anderen Herstellern, die uns gesagt haben: 'Der Einstieg in die Formel E wäre wegen der Investitionen in den Antriebsstrang, des harten Wettbewerbs und der Anzahl der beteiligten Hersteller eine Herausforderung'", sagt Reigle.

McLaren und Alpine an der Formel E interessiert

Zudem wäre im Feld der Formel E für weitere Hersteller aktuell kein Platz, da die maximale Starterzahl von 24 ausgeschöpft ist. "Die Kombination aus freien Slots und der Tatsache, dass wir es mit dem Kostendeckel wirklich ernst meinen, verändert das Investitionsprofil", sieht Reigle nun die Chance für neue Hersteller. "Ich habe ein ziemlich gutes Gefühl."


#ThinkingForward-Interview mit Jamie Reigle

Das komplette Gespräch mit Formel-E-Geschäftsführer Jamie Reigle im Rahmen unserer Interviewreihe #thinkingforward. Weitere Formelsport-Videos

Bestätigt wurde dieses Gefühl in dieser Woche durch die Entscheidung des Formel-1-Teams McLaren, sich eine Option für den Einstieg in die Formel E im Jahr 2022 zu sichern. Und auch Renault, der mit der Konzernschwester Nissan schon in der Formel E vertreten ist, kündigte in dieser Woche an, ein Engagement mit der Sportmarke Alpine zu prüfen.

Trotz dieser positiven Nachrichtigen bedauert Reigle aber den Rückzug von Audi und BMW. "Ich könnte Ihnen nicht ins Gesicht blicken und sagen, dass ich glücklich darüber bin, dass sie gehen. Es sind fantastische Marken mit einer langen Motorsport-Geschichte. Natürlich hätten wie sie gerne weiter in der Meisterschaft."

Audi- und BMW-Rückzug keine komplette Überraschung

Die Zeit Anfang Dezember sei daher auch für ihn keine einfache gewesen. "Ich war enttäuscht von den Entscheidungen, kann aber nicht sagen, dass ich komplett überrascht oder schockiert war", so Reigle.

Und selbst wenn der Rückzug der beiden Deutschen Hersteller nicht durch andere Marken kompensiert werde, sei die Formel E weiterhin gut aufgestellt. "Je nach Zählweise haben wir in der Formel E sieben bis neun Hersteller. Das ist im Verhältnis zur Gesamtzahl der Teilnehmen relativ viel. Ich glaube, wir könnten auch mit einer geringeren Anzahl erfolgreich sein", so Reigle.

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