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Buemi: "Nicht erwartet, hier konkurrenzfähig zu sein"

Sebastien Buemi ist von der gezeigten Performance und dem Sieg überrascht, hat damit aber einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Titelverteidigung gegangen

(Motorsport-Total.com) - War das der ganz große Schritt auf dem Weg zur Titelverteidigung? Mit seinem Sieg beim Formel-E-Rennen von Paris hat Sebastien Buemi eine erfolgreiche Woche zu Ende gebracht: Am vergangenen Wochenende gewann er bereits den ePrix von Monaco, gestern folgte der Erfolg um den Invalidendom. In der Gesamtwertung hat der Schweizer bereits eine deutliche Führung von 43 Zählern.

Sebastien Buemi

Sebastien Buemi konnte bereits in fünf von sechs Rennen jubeln Zoom

Es war immer die Frage, wie Buemi sein Fehlen beim Doppelevent in New York würde ausgleichen können, doch die Antwort lieferte er in Paris. Weil er durch Sieg und Pole 28 Punkte holte, während Verfolger Lucas di Grassi leer ausging, hat er in Paris einen nahezu kompletten ePrix an Vorsprung herausgefahren. Sein Erfolg in den Straßen der französischen Hauptstadt war dabei zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Einzig Jean-Eric Vergne wäre in der Lage gewesen, dem Schweizer den fünften Rennsieg im sechsten Saisonlauf streitig zu machen. Die Pole verpasste der Techeetah-Pilot nur um hauchzarte sechs Tausendstelsekunden, und bei der Anfahrt zur ersten Kurve schob er sich neben den Renault e.dams. Doch Buemi behauptete sich und verwaltete seine Führung im Anschluss cool bis zur Ziellinie.


Formel E Paris: Buemi siegt, Trouble für di Grassi

Sebastien Buemi hat den ePrix von Paris souverän für sich entschieden, während hinter ihm mächtig Action war. Symbolisch dafür steht Lucas di Grassi. Weitere Formelsport-Videos

"Ich wusste, wenn ich die Pole holen könnte, dann könnte ich ein gutes Rennen fahren", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot. Das war nämlich das Manko im Vorjahr gewesen: Renault bekam die kalten Temperaturen von Paris nicht in den Griff, sodass Buemi damals im Qualifying nur Achter wurde - trotzdem kam er damals im Rennen noch auf das Podest. 2017 sollte es von ganz vorne einfacher werden.

"Während des Rennens hatte ich Jean-Eric unter Kontrolle, auch wenn er hart gepusht hat. Nach dem Autowechsel wusste ich, dass ich weiter Gas geben muss - und dann hatte er einen Unfall", beschreibt Buemi sein Rennen. "Ich dachte, dass ich neun Sekunden Abstand auf Jose (Jose-Maria Lopez; Anm. d. Red.) haben würde, aber dann kam das Safety-Car." Doch auch das konnte Buemi nicht aufhalten, der die Führung ins Ziel brachte.


Formel E in Paris

"Um ehrlich zu sein, habe ich nie erwartet, hier konkurrenzfähig zu sein", kann der Gesamtführende seine Performance auch im Ziel noch nicht so recht glauben. "Dass ich die Pole-Position und den Sieg holen konnte, ist unglaublich", sagt er. Damit konnte Buemi seinem Team den ersehnten Heimsieg schenken, der ihnen im Vorjahr von Lucas di Grassi (Abt) verwehrt wurde. "In Paris zu siegen war eines unserer Ziele. Die französische Hymne vor all den Parisern zu hören, war für uns sehr wichtig", betont auch Teamchef Jean-Paul Driot.

Weil Nicolas Prost auf dem fünften Rang ("solides Rennen, keine Fehler") ins Ziel kam, konnte der Hersteller auch seine Führung in der Teamwertung ausbauen. 190 Punkte hat man nun auf dem Konto, Verfolger Abt nach der Nullnummer von Paris 115. "Wir sind wirklich glücklich und werden diesen Sieg genießen", betont Co-Teamchef Alain Prost.